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Rebellen töteten angeblich nach Scharia-Recht

Tschetschenische Rebellen haben bei ihrem Überfall auf ein Dorf angeblich sechs Landsleute nach islamischem Scharia-Recht als Verräter verurteilt und hingerichtet.

Das sagte der moskautreue Verwaltungschef des Kreises Urus-Martan, Schirwani Jassajew, am Sonntag zu den Gefechten in seinem Gebiet vom Freitag.

In dem Dorf Martan-Tschu hätten die Rebellen vier tschetschenische Polizisten aus ihren Häusern geholt und am Ortsrand erschossen. Auch zwei Zivilisten seien wegen angeblicher Kollaboration mit den russischen Behörden ermordet worden, sagte Jassajew der Agentur Interfax.

Eine unabhängige Bestätigung der Angaben gab es nicht. Zunächst hatte es geheißen, die Tschetschenen seien in einem Feuergefecht mit den Rebellen getötet worden. Die russischen Sicherheitskräfte töteten nach eigenen Angaben 32 der Rebellen, die in die Dörfer Martan- Tschu, Gechi-Tschu und Schalaschi etwa 35 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Grosny eingedrungen waren.

Die separatistischen Kämpfer hatten erstmals in diesem Sommer wieder Ortschaften angegriffen und sich offene Gefechte mit den russischen Soldaten geliefert. Angesichts der russischen Übermacht hatten sich die Rebellen in den vergangenen Monaten auf Sprengstoffanschläge und Partisanenangriffe aus dem Hinterhalt beschränkt.

Russische Quellen verwiesen Interfax zufolge darauf, dass das islamische Scharia-Strafrecht in Tschetschenien 1996 zur Zeit der Regierung von Präsident Aslan Maschadow eingeführt worden wurde. Die grausamen Strafen seien ein Grund gewesen, warum Russland im Herbst 1999 den zweiten Feldzug gegen Tschetschenien begonnen habe, der bis heute nicht beendet ist.

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