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Rebellen im Kongo wollen Korridor zulassen

Nach neuen heftigen Kämpfen im Ost-Kongo wollen sich die Rebellen nach eigenen Angaben an zwei Fronten zurückziehen, um einen humanitären Korridor für Flüchtlinge zu schaffen. Bilder aus dem Krisengebiet  | EU für nachhaltige Dialoglösung | Nkunda will Kongo beherrschen | Rebellen: Rückzug

Das sagte ein Sprecher der Truppen von Rebellengeneral Laurent Nkunda am Dienstag dem britischen Sender BBC. Angesichts des jüngsten Rebellen-Vorstoßes hatte Präsident Joseph Kabila am Vortag den Generalstabschef der Streitkräfte, Dieudonne Kayembe, entlassen. Zu seinem Nachfolger wurde Marine-Chef Didier Etumba Longomba bestellt. Frankreich legte dem Weltsicherheitsrat einen Antrag auf Verstärkung der UN-Friedensmission im Osten des afrikanischen Landes Monuc vor.

Rebellensprecher Jean Muhire sagte der BBC, der Korridor solle den Transport von Hilfsgütern für Flüchtlinge ermöglichen. Die Rebellen hatten jedoch bereits zuvor ähnliche Ankündigungen nicht umgesetzt. Der Rebellenvormarsch hatte einen Flüchtlingsstrom ausgelöst. Allein seit Ende August sind nach UN-Schätzungen rund 250.000 Menschen geflohen. Viele von ihnen leben nun in völlig überfüllten Lagern in Goma und Umgebung, tausende sind wegen der angespannten Sicherheitslage von jeder Hilfe abgeschnitten.

Nkundas Truppen kontrollieren inzwischen weite Teile des Ost-Kongos. Zuletzt hatten sie die Stadt Rwindi, 125 Kilometer nördlich von Goma eingenommen. Während ihres Vorstoßes war es zuvor in der Provinzhauptstadt Goma zu Plünderungen und Vergewaltigungen auch durch Regierungssoldaten gekommen.

Wie es am Dienstag aus Diplomatenkreisen in New York hieß, könnte der UN-Resolutionsentwurf noch in dieser Woche angenommen werden. Dieser sieht eine Aufstockung der Monuc-Mission, der bisher größten UN-Friedensmission, um 3085 Mann vor. Die Weltorganisation hat in der Konfliktregion Nord und Süd Kivu bereits 17.000 Blauhelmsoldaten und Polizeikräfte stationiert. Die Vorlage verlangt zudem eine sofortige Rückkehr zu dem vor drei Wochen ausgerufenen Waffenstillstand. Wegen der schweren Kämpfe hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon den Sicherheitsrat zur Verstärkung von Monuc gedrängt.

Nkunda begründet seinen Kampf gegen die Regierungstruppen mit dem Schutz seines Tutsi-Stammes gegen Angriffe von ruandischen Hutu-Rebellen, die nach dem Völkermord im Nachbarland in den Kongo geflohen waren. Die Regierung von Kabila beschuldigt Ruanda, Nkunda zu unterstützen, was das Land zurückweist. Der kongolesischen Regierungsarmee wiederum wird vorgeworfen, sie kollaboriere mit den Hutu-Rebellen bei der Ausbeutung der Bodenschätze im Ost-Kongo.

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