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Real-Profis erwarten Schlacht "bis zum Tod" gegen Wolfsburg

Real Madrid ist fest entschlossen, das 0:2-Defizit im Viertelfinale der Fußball-Champions-League gegenüber dem VfL Wolfsburg umzudrehen. Vor dem Rückspiel am Dienstag (20.45 Uhr) im Bernabeu-Stadion gerieten die Spieler des spanischen Rekordmeisters regelrecht in Rage. "Dienstag wird wie ein Krieg mit 80.000 Zuschauern. Wir werden versuchen, über Wolfsburg drüberzufahren", sagte Dani Carvajal.
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“Wir werden bis zum Tod spielen, und mit 80.000 Seelen hinter uns werden wir es schaffen”, formulierte Lucas Vaszquez nicht minder deftig. Und Topstar Cristiano Ronaldo meinte: “Wir brauchen kühle Herzen und müssen mit Geduld spielen. Weiterzukommen ist unser großes Ziel.” In der Liga zeigte Real am Samstag bei einem überzeugenden 4:0-Sieg gegen Eibar ein anderes Gesicht als am vergangenen Mittwoch in der Volkswagen-Arena. Dort legte die mit Offensivstars gespickte Truppe eine gewisse Ideenlosigkeit an den Tag, während Wolfsburg defensiv wenig zuließ und die eigenen Chancen eiskalt verwertete.

Wölfen reicht unentschiedne oder knappe Niederlage

Den “Wölfen” reicht bereits ein Unentschieden oder eine knappe Niederlage zum Weiterkommen. “Das ist eine gute Ausgangsposition, aber wir sind trotzdem nicht der Favorit”, sagte Manager Klaus Allofs, der vor dem Abflug aber auf ein gesundes Selbstbewusstsein der Volkswagen-Truppe verwies. “Da sitzt keiner mit hochroten Wangen. Wir sind ja keine total blutigen Anfänger, auch wenn es natürlich kribbelt”, sagte der VfL-Sportchef, der mit dem 1. FC Köln in Madrid 1986 mit 1:5 unterging. “Im Bernabeu kann viel passieren. Es werden Dinge passieren, an die man jetzt noch gar nicht glaubt.”

Die Spieler des deutschen Cupsiegers rechnen sich auch auswärts Chancen aus. “Wir können auch in Madrid eine Sensation schaffen. Wir haben nichts zu verlieren”, sagte etwa Innenverteidiger Naldo. “Alle denken, dass Real drei, vier Tore schießt. Aber wenn wir wieder kompakt stehen, werden wir es ihnen verdammt schwer machen.”

Der Plan lautet, möglichst ein Tor zu schießen. Dies gelang bisher noch keinem Team in dieser Champions-League-Saison bei Real, das im Wettbewerb alle Heimspiele gewann. “Wenn wir ein Tor schießen, verändert das eine Menge”, meinte Allofs. Laut Andre Schürrle würde es dann gar “brutal schwer für Real. Angst vor dem Bernabeu? “Gar nicht drüber sprechen”, brummte VfL-Coach Dieter Hecking. “Was die Experten sagen, ist mir schnurz-piep-egal.”

Real schaffte bereits spektakuläre Comebacks

Real hat im Estadio Santiago Bernabeu bereits einige spektakuläre Comebacks geschafft. Insgesamt 22 Mal drehten die Königlichen daheim einen Rückstand aus einem Europapokal-Hinspiel noch um. 1975 gewann das “Weiße Ballett” im Europacup der Landesmeister mit 5:1 gegen Derby County, nachdem es im ersten Spiel in England eine 1:4-Abfuhr gesetzt hatte. Im UEFA-Cup-Semifinale 1985 gegen Inter Mailand ging das Hinspiel 0:2 verloren, das Retourmatch entschieden die Spanier 3:0 für sich. “90 Minuten im Bernabeu sind sehr lang”, soll die inzwischen gestorbene Real-Legende Juanito den Inter-Spielern vor dem Rückspiel zugeraunt haben.

“Die Geschichte von Real Madrid ist in Nächten wie diesen geschrieben worden, und ich hoffe, wir können das am Dienstag wiederholen”, sagte der Ex-Stürmer und heutige Real-Direktor Emilio Butragueno. Die bisher letzte erfolgreiche Aufholjagd vor Heimpublikum liegt allerdings schon 14 Jahre zurück. 2002 gewann Real auf dem Weg zum dritten Champions-League-Sieg gegen Bayern München 2:0 (Hinspiel: 1:2). Die vergangenen fünf Versuche – allesamt in der Champions League – scheiterten.

Deutschen Clubs sind in 28 Europacup-Partien gegen Real Madrid im Bernabeu insgesamt erst drei Siege gelungen, wobei alle drei Spiele in der Königsklasse stattfanden. Zweimal schlug Bayern zu, im Vorjahr gewann Schalke 04 im Achtelfinal-Rückspiel mit 4:3.

ManCity gegen PSG um erstes CL-Halbfinale der Scheich-Ära

Manchester City geht am Dienstag (20.45 Uhr) mit einem leichten Vorteil ins Champions-League-Rückspiel gegen Frankreichs Fußball-Serienmeister Paris St. Germain vor eigenem Publikum. Für die Engländer geht es um den ersten Semifinal-Einzug, die Franzosen wären das erste Mal seit 21 Jahren wieder dabei. Das Hinspiel vor einer Woche endete 2:2. Auf beiden Seiten fehlen wichtige Leistungsträger.

Dem letzten Überlebenden der englischen Vereine in der Champions League würde schon ein 0:0 respektive ein 1:1 zum Weiterkommen reichen. Manchester war in der Beletage des europäischen Fußballs noch nie im Semifinale vertreten. 2012/13 scheiterten die “Sky Blues” in der Gruppenphase, in den folgenden Jahren kam jeweils im Achtelfinale das Aus – sehr zum Unmut der Besitzer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die den Premier-League-Vertreter seit 2008 mit Hunderten von Öl-Millionen alimentieren.

Für beide Clubs geht es letztlich darum, die Lücke zwischen Anspruch und europäischer Realität zu schließen. Auch die Eigentümer von PSG, die Investorengruppe Qatar Sports Investments, waren im Summer 2011 mit dem Ziel eingestiegen, in absehbarer Zeit die Champions League zu gewinnen. Heuer meinte es die Auslosung gut, zumal Paris der FC Barcelona, Bayern München und Real Madrid erspart blieben. Würden die Franzosen zum vierten Mal in Folge im Viertelfinale aus dem Bewerb fliegen, könnten sich die Scheichs im Sommer zu gröberen personellen Umbauarbeiten veranlasst sehen.

Für PSG-Superstar Zlatan Ibrahimovic könnte sich womöglich schon in Manchester entscheiden, in welchem Licht er in Paris in Erinnerung behalten wird, sollte er den Club zum Ende der Saison wie angekündigt verlassen. Am vergangenen Mittwoch hätte der Schwede die Tür zum Semifinale im Alleingang ganz weit aufstoßen können. Zunächst scheiterte er mit seinem Penalty-Versuch in der 14. Minute, dann schoss er zehn Minuten später knapp drüber. Zwar kam der 34-Jährige mehr als glücklich noch zu seinem Tor, dennoch führte seine Vorstellung erneut zur Kritik, er könne in entscheidenden Spielen nie seine ganze Klasse abrufen.

Pariser optimistisch

Bei den Parisern herrscht grundsätzlich aber Optimismus. “Ich habe Vertrauen. Wenn wir so spielen, wie wir in der Lage sind, können wir das Rückspiel gewinnen”, erklärte Flügelspieler Angel Di Maria. Trainer Laurent Blanc stimmte positiv, dass er wieder auf Mittelfeldspieler Marco Verratti zurückgreifen kann. Der kleine Italiener hatte aufgrund einer Schambeinentzündung seit Februar gefehlt. Auch Javier Pastore ist einsatzbereit. Empfindlich sind dagegen die Ausfälle der Leistungsträger David Luiz und Blaise Matuidi, die wegen Gelbsperren zusehen müssen.

Bei City kehrte vor dem Champions-League- Hit Mittelfeldspieler David Silva ins Training zurück. Dagegen verlor Kapitän Vincent Kompany, dessen Wade schmerzte, den Wettlauf mit der Zeit. “Er ist nicht bei hundert Prozent. Es ist nicht möglich”, sagte Manuel Pellegrini nach dem Abschlusstraining. In der Offensive baut der künftige Club von Bayern-Trainer Pep Guardiola erneut auf Kevin De Bruyne. Seit der belgische Nationalspieler, der in Paris das 1:0 erzielt hatte, wieder fit ist, gewann City zwei Spiele in der Premier League und holte in Paris eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel.

“Er ist einer der Spieler, die aus dem Nichts etwas machen können. Er ist ein großer Bonus für uns”, schwärmte Mitspieler Gael Clichy. Dagegen fehlt mit Samir Nasir der Siegtorschütze vom 2:1 gegen West Bromwich Albion am Samstag. Der lange verletzte Franzose wurde von Coach Pellegrini im Jänner nicht für die Champions League gemeldet.

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