Reaktionen zum Tod von Pavarotti

An der Wiener Staatsoper hat man in der Früh in Gedenken an den verstorbenen Tenor Luciano Pavarotti die schwarze Fahne herausgehängt - als außerordentliches Zeichen der Trauer, da dies sonst nur nach dem Tod von Ehrenmitgliedern des Hauses üblich ist.

Staatsoperndirektor Ioan Holender beklagte in einem ersten Statement gegenüber der APA den „Verlust der schönsten Tenorstimme meiner Zeit und darüber hinaus eines Menschen, der durch seine Kunst in außergewöhnlicher Weise gewirkt und dem Publikum unendlich viel gegeben hat“.

„Ich hatte eine sehr nahe persönliche Beziehung zu ihm“, so Holender, der noch im vergangenen Juni Pavarotti in Modena besuchen wollte. Dazu kam es allerdings nicht mehr. Dem Sänger ging es bereits zu schlecht. „Für die Staatsoper hatte er indirekt vielleicht größere Bedeutung als direkt, aber ich bin froh, dass er sowohl am Anfang meiner Direktion bei der Wiederaufnahme des ’Liebestranks’, als auch, dass er seine letzte neue Rolle, den Andre Chenier, bei uns gesungen hat.“ Die Vorstellungsserie im Jahr 1996 war allerdings von einem Skandal begleitet worden, als der Startenor kurzfristig eine Vorstellung absagte und die Cover-Besetzung nicht aufzutreiben war. Direktor Holender bot darauf dem damaligen Minister Rudolf Scholten seine Demission an.

Zu Pavarottis in der Fachwelt umstrittenen Rolle als einer der „Drei Tenöre“ sagte Holender heute: „Die Drei Tenöre haben sehr viel Gutes gebracht – nicht nur für die drei Sänger selbst. Aber wie alles im Leben hat das nicht nur gute Folgen gehabt.“


Domingo: Ich liebte seinen Sinn für Humor

Der Tenor Placido Domingo, der mit Jose Carreras und Luciano Pavarotti an den Konzerten der „Drei Tenöre“ teilgenommen hat, trauert um den verstorbenen „Big Luciano“. „Ich habe stets seine himmlische Stimme geliebt. Ich liebte auch seinen phantastischen Sinn für Humor. Bei den Konzerten der drei Tenöre vergaßen wir oft, dass wir vor einem zahlenden Publikum sangen, weil wir zusammen so viel Spaß hatten“, kommentierte Domingo in einer Presseaussendung.

Der Bürgermeister von Pavarottis Heimatstadt Modena, Giorgio Pighi, kündigte an, dass das städtische Theater künftig Pavarotti gewidmet sein wird. „Wir haben einen großartigen Künstler und einen gutmütigen Menschen verloren. Wir sind stolz, einen derartige Mitbürger gehabt zu haben“, betonte der Bürgermeister.


Für Gusenbauer „der Gesangskünstler“

Für Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) war der in der Nacht auf Donnerstag gestorbene Tenor Luciano Pavarotti „der Gesangskünstler des 20. Jahrhunderts“. Mit seiner Stimme habe er das Tor zur Musik für Millionen von Menschen geöffnet, die dem Opernbetrieb ansonsten fern geblieben wären, so Gusenbauer in einer Aussendung. „Er verkörperte die Welt der Kunst, repräsentierte jedoch nie eine künstliche Welt. Wo immer er auftrat konnte er sich sicher sein, dass er die Menschen bewegte.“ Pavarottis Auftritte an der Wiener Staatsoper hätten immer zu den glanzvollsten Ereignissen unserer Zeit gehört: „Egal ob er alleine sang oder als einer der drei Tenöre wirkte, der Zauber seiner Stimme klang immer hervor.“

Ebenfalls tief betroffen zeigte sich in einer Aussendung Kulturministerin Claudia Schmied (S). Pavarotti sei „einer der markantesten Sänger des 20. Jahrhunderts“ gewesen. „Wie kaum ein anderer vermochte er es, seine Zuhörerinnen und Zuhörer in eine Welt der reinen Musik zu entführen. In welchen Rollen er immer wirkte oder was er sang, er konnte sicher sein, dass ihm sein Publikum dorthin folgte.“ Auch Schmied hob Pavarottis Staatsopern-Auftritte hervor, die „zu den musikalischen und gesellschaftlichen Höhepunkten der jeweiligen Saison gehörten“. Der Tenor habe sowohl die Bühne dominiert als auch die Auftritte nach den Auftritten – „und alles was er tat, wurde stets von seinen begeisterten Fans als Kunstwerk hingenommen und verehrt“.

BZÖ-Kultusprecher Veit Schalle verglich Pavarotti mit einer anderen Opern-Legende: „Das, was Maria Callas unter den Sopranistinnen war, das war Luciano Pavarotti unter den Tenören.“ Seine Stimme werde unvergesslich bleiben.


Schwarze Fahne am Salzburger Festspielhaus

Schon kurz nach dem Ableben Luciano Pavarottis wurde am Donnerstag auf dem Festspielhaus in Salzburg die schwarze Fahne gehisst. „Pavarotti war einer jener Ausnahmekünstler, der schon beim ersten Ton das Publikum und die Presse verzaubern konnte. Auch in Salzburg hat er für zahlreiche außerordentliche Abende gesorgt“, sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler gegenüber der APA.

Der Tod des Tenors bedeute einen großen Verlust. „Er war ein ganz besonderer Mensch, der keine Berührungsängste hatte, auch nicht zur Jugend“, so die Präsidentin.

Angesprochen darauf, dass Pavarotti Salzburg nicht gerade in Freundschaft den Rücken gekehrt hatte, sagte Rabl-Stadler: „Das war vor meiner Zeit. Es war eine völlig unnötige Diskussion, ausgelöst vom damaligen Intendanten, über das Körpergewicht des Künstlers. Das ist lange vergessen, übrig bleibt seine Stimme im Ohr.“


Royal Opera House: Pavarotti berührte Menschen

Das Royal Opera House in London hat Luciano Pavarotti als einen der „besten Sänger unserer Zeit“ gewürdigt, den „Millionen Menschen vermissen werden. Er war einer dieser seltenen Künstler, der das Leben der Menschen auf dem ganzen Globus berührte“, teilte das Opernhaus am Donnerstag nach dem Tod des Startenors mit. Er habe die Oper auch den Menschen näher gebracht, die sonst vielleicht nie der klassischen Musik begegnet wären. „Indem er das tat, machte er ihr Leben reicher. Das wird sein Erbe sein.“

Pavarotti habe die einzigartige Fähigkeit gehabt, die Menschen mit seiner „emotionalen und brillanten Stimme“ zu berühren. Seine Stimme sei ein „einzigartiges Geschenk“ gewesen. Pavarotti sang unter anderem im Jahr 2002 in „Tosca“ im bedeutendsten britischen Opernhaus am Covent Garden.

Der britische Tenor Russell Watson sagte, Pavarotti habe „ohne Zweifel“ die Oper zum Volk gebracht. Vor allem der WM-Auftritt der „Drei Tenöre“ mit Pavarotti an der Spitze habe dazu beigetragen. „Er war ein vollkommenes Meisterstück, er war unglaublich, er lebte sein Leben in vollen Zügen“, sagte Watson im Morgenfernsehen GMTV. „Er war ein Fußball-Fan, er war fanatisch. Aber über all das hinaus hatte er eine unglaubliche Stimme.“


Asagaroff: „Wer sonst keinen einzigen Sänger kennt, kannte ihn“

Die Opernwelt würdigt Luciano Pavarotti. Vom „Verlust der schönsten Tenorstimme meiner Zeit“ spricht der Direktor der Wiener Staatsoper, Ioan Holender.

Grischa Asagaroff, der künstlerische Direktor des Zürcher Opernhauses, nennt Pavarotti den populärsten Sänger seit Enrico Caruso (1873 – 1921).

„Auch wer sonst keinen einzigen Sänger kennt, kannte Pavarotti“, sagte Asagaroff am Donnerstag auf Anfrage: „Jeder Taxifahrer in jedem Land kannte ihn“. Pavarottis Tod sei ein „furchtbarer Schlag“. Dessen Werk aber werde Bestand haben.

Das Royal Opera House in London würdigte Luciano Pavarotti als einen der „besten Sänger unserer Zeit“. „Er war einer dieser seltenen Künstler, der das Leben der Menschen auf dem ganzen Globus berührte“, teilte das Opernhaus mit.

Er habe die Oper auch den Menschen näher gebracht, die sonst vielleicht nie der klassischen Musik begegnet wären. „Indem er das tat, machte er ihr Leben reicher. Das wird sein Erbe sein.“

An der Wiener Staatsoper und am Festspielhaus in Salzburg wurden am Donnerstagmorgen schwarze Fahnen gehisst – in Wien ist dieses ausserordentliches Zeichen der Trauer sonst nur nach dem Tod von Ehrenmitgliedern des Hauses üblich. Modena will Stadttheater umbenennen

In Pavarottis Heimatstadt Modena soll das Stadttheater nach dem verstorbenen Tenor benannt werden. „Ein grosser Künstler verlässt uns, ein guter Mensch. Luciano Pavarotti hat Modena Glanz verliehen“, sagte Bürgermeister Giorgio Pighi.

„Mit seinem ausserordentlichen Talent hat er die Kunst und Kultur eines ganzen Jahrhunderts geprägt.“ Der Opernsänger hatte seiner norditalienischen Geburtsstadt stets die Treue gehalten und dort auch seine Benefiz-Konzerte „Pavarotti & Friends“ organisiert. Domingo: „Wir hatten viel Spass“

Der spanische Startenor Placido Domingo zeigte sich tief betroffen über den Tod seines Kollegen. „Ich habe immer seine göttliche Stimme bewundert und seinen Sinn für Humor“, zitierte die Webseite des TV-Senders „RAI News 24“ eine Mitteilung Domingos.

Pavarotti und Domingo hatten zusammen mit José Carreras als „Die drei Tenöre“ Welterfolge gefeiert. „Bei unseren Konzerten mit Carreras habe ich manchmal fast vergessen, dass wir vor einem zahlenden Publikum auftraten, so viel Spass haben wir dabei gehabt“, fügte Domingo hinzu.


Springer: Jeder seiner Auftritte war Ereignis

Für Bundestheater-Holding-Geschäftsführer Georg Springer geht mit dem Ableben von Luciano Pavarotti „der Opernwelt nicht nur eine – von Herbert von Karajan mit vollem Recht so genannte – Jahrhundertstimme, sondern auch ein hingebungsvoller Künstler und Mensch verloren“. Der Sänger habe „wirklich jeden seiner Auftritte zum Ereignis werden lassen“, erklärte Springer am Donnerstag in einer Aussendung.

Pavarottis Interpretationen der großen Rollen des italienischen Fachs an der Wiener Staatsoper würden unvergessen bleiben. Seit seinem Debüt 1963 als Rodolfo in „La Bohème“ habe der Tenor neun Rollen in 55 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper verkörpert. „Selbst die vielen wunderschönen künstlerischen und privaten Erinnerungen an einen der ganz Großen der Oper werden uns noch lange über seinen Verlust nicht hinwegtrösten können“, meint Springer.


Sarkozy: Mit seinem Charisma „Welt verführt“

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat das Lebenswerk des italienischen Tenors Luciano Pavarotti gewürdigt. „Seine künstlerischen Qualitäten, seine Wärme und sein Charisma haben die ganze Welt verführt“, sagte Sarkozy am Donnerstag in Paris. Er erinnerte an Pavarottis große Rollen in Verdi-Opern, aber auch an seine Auftritte als Startenor bei Freiluftkonzerten und in Stadien an der Seite von Placido Domingo und José Carreras.

„Manche Puristen mögen seine Ausflüge in die Welt jenseits der klassischen Musik für gewagt halten, aber ich halte fest, dass die Brücken, die er geschlagen hat und die Mischung verschiedener Stile dazu beigetragen haben, immer mehr Menschen für die klassische Musik zu gewinnen“, betonte Sarkozy.

Auch die australische Oper hat Pavarotti am Donnerstag gewürdigt. „Wir sind sehr traurig über das Hinscheiden eine der größten Opernstimmen des 20. Jahrhunderts“, sagte Operndirektor Adrian Collette. „So eine Stimme gibt es selten. Glücklicherweise bleibt sie uns durch die zahlreichen Aufnahmen erhalten.“ Pavarotti habe durch seine Auftritte in©Stadien viel dafür getan, die Oper in größeren Bevölkerungskreisen populär zu machen.

Pavarotti ist nach Angaben der australischen Oper zwei Mal in Australien aufgetreten. 1965 und 1983, als er bei einem Galakonzert mit der australischen Sopranistin Dame Joan Sutherland im weltberühmten Opernhaus von Sydney den Rudolf in Puccinis „La Bohème“ sang. Das Opernhaus am Hafen von Sydney ist die Heimstätte der Opera Australia.

Grischa Asagaroff, der künstlerische Direktor des Zürcher Opernhauses, nannte Pavarotti den populärsten Sänger seit Enrico Caruso (1873-1921). „Auch wer sonst keinen einzigen Sänger kennt, kannte Pavarotti“, sagte Asagaroff. „Jeder Taxifahrer in jedem Land kannte ihn.“ Pavarottis Tod sei ein „furchtbarer Schlag“. Dessen Werk aber werde Bestand haben.


Zeffirelli: „Alle Musikgrenzen überschritten“

Der italienische Starregisseur Franco Zeffirelli (84) hat am Donnerstag Luciano Pavarottis alle Musikgrenzen überschreitendes Talent gewürdigt: „Es gab Tenöre, und dann gab es Pavarotti. Er liebte die Musik, und sein größter Verdienst war es, sie als ein Ganzes behandelt zu haben, vom lyrischen Fach über einfache Lieder bis hin zur Operette“, sagte der Film-, Theater- und Opernregisseur. „Dies zeigten auch seine „Pavarotti & Friends“- Konzerte, wo ohne Grenzen jede Art von Musik aufgeführt wurde“, fügte er hinzu. Pavarotti sei es zu verdanken, dass die Oper mittlerweile auch die jüngere Generation begeistere, sagte er.

Der italienische Kulturminister Francesco Rutelli hat Pavarotti als „Giganten des 20. Jahrhunderts“ gewürdigt. „Er hinterlässt eine nicht mehr ausfüllbare Lücke bei allen Fans großer italienischer Musik“, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Der „Tenorissimo“ habe nicht nur eine unvergleichliche und beeindruckende Stimme gehabt, sondern auch eine enorme Bühnenpräsenz, die ihn zu einem der wichtigsten Protagonisten der italienischen Opern-Tradition gemacht habe. „Big Luciano wird für immer einen Platz in der Musikgeschichte haben.“ Das Ministerium hatte erst am Dienstag bekannt gegeben, Pavarotti einen Preis für seine „herausragenden Leistungen in der italienischen Kultur“ verleihen zu wollen.

Der Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein, Tobias Richter, hat Pavarotti als Künstler mit einer Jahrhundertstimme gewürdigt. „Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Operngesang als populäre, im besten Sinne volkstümliche Kunst von einem breiten Publikum wahrgenommen wurde“, sagte Richter am Donnerstag in Düsseldorf. Die Opernwelt werde ihn sehr vermissen, sagte Richter, der derzeit als künstlerischer Leiter des Schweizer Festivals „Septembre Musical“ in Montreux und Vevey arbeitet.


Bestürzung in Italien

Italien reagiert bestürzt auf den Tod des Starttenors Luciano Pavarotti. Starkollegen des Sängers, Künstler und Intellektuellen ehrten „Big Luciano“, der seit fast 40 Jahren die internationale Lyrik-Szene dominierte. „Pavarotti war der Karajan der Tenöre. Er hatte absolut die schönste Tenor-Stimme der Welt, er war auch ein humorvoller und sehr intelligenter Mann. Er hatte die Macht der Medien begriffen. Von seiner Karriere hat er viel bekommen, doch er hat der Lyrik auch enorm viel gegeben“, betonte die italienische Sopranistin Katia Ricciarelli, die oft mit Pavarotti auf der Bühne aufgetreten ist.

Bestürzt über Pavarottis Tod zeigte sich der Dirigent Zubin Mehta, der Pavarotti, Placido Domingo und Jose Carreras bei Konzerten der „Drei Tenöre“ dirigiert hatte. „Seine Stimme hat die Welt bezaubert. Ich bin glücklich, dass ich in meinem Leben so viel Musik mit Pavarotti machen durfte. Wir haben zusammen an Konzerten, Opern und Schalplatten gearbeitet. Luciano hatte eine besondere Aura, er strahlte Positives aus. Unsere Treffen waren Gelegenheiten, die ich immer in meinem Herzen haben werde“, sagte der Dirigent.

Erschüttert über Pavarottis Tod ist auch die italienische Sopranistin Mirella Freni. „Wir haben nicht nur einen großartigen Sänger verloren. Ich persönlich habe vor allem einen guten Freund verloren. Für mich ist dies ein extrem trauriger Tag“, sagte Freni, die wie Pavarotti aus der norditalienischen Stadt Modena stammt.

Zu den Pop-Stars, mit denen Pavarotti zusammen gearbeitet hat, zählt die italienische Sängerin Laura Pausini. „Luciano kennen zu lernen und mit ihm zu arbeiten, war für mich eine riesige Ehre. Es war eines der schönsten Geschenke meines Lebens“, sagte Pausini, die bei der Veranstaltung „Pavarotti & Friends“ öfters aufgetreten war.


Für Elton John trauriger Tag für die Welt

Der britische Popsänger Elton John hat nach dem Tod von Startenor Luciano Pavarotti erklärt, dies sei ein „trauriger Tag für die Musik und ein trauriger Tag für die Welt“. Das teilte der 60-Jährige am Donnerstag mit. Pavarotti hatte zusammen mit dem Popstar 1996 das Duett „Live Like Horses“ gesungen. Sowohl Pavarotti als auch John waren Freunde von Prinzessin Diana. Pavarotti hatte bei der Beerdigung der Prinzessin am 6. September 1997 singen sollen, war aber durch den Tod zu aufgewühlt und sagte ab.


Ozawa „traurig und schockiert“

Mit großer Trauer haben Anhänger und Kollegen in aller Welt auf die Nachricht vom Tod des italienischen Startenors Luciano Pavarotti reagiert. Die italienische Verlagsgruppe Poligrafi kündigte noch für heute, Donnerstag, kostenlose Sonderausgaben ihrer Zeitungen an. Der staatliche bulgarische Rundfunk spielte den gesamten Tag über Paravotti-Arien. Pavarotti war am frühen Morgen im Alter von 71 Jahren in seinem Haus bei Modena gestorben.

Der Musikchef der Wiener Staatsoper, der japanische Dirigent Seiji Ozawa zeigte sich „traurig und schockiert“ über den Verlust seines alten Freundes. Er habe Pavarottis einzigartige Tenorstimme sofort herausgehört, selbst wenn er seine Lieder im Restaurant hörte, erklärte Ozawa. Staatsopern-Direktor Holender ließ das Haus bereits in der Früh schwarz beflaggen und wird vor der heutigen „Carmen“-Vorstellung Worte des Gedenkens sprechen.

„Es ist ein sehr, sehr trauriger Moment, nicht nur für die Opernwelt, sondern auch für mich als Freund“, sagte Pavarottis Sänger-Kollege Jose Carreras am Donnerstag auf dem Köln/Bonner Flughafen. Wer Pavarotti privat gekannt habe, habe gewusst, dass er sehr unterhaltsam sein konnte. Mit ihm habe man einfach nur über Fußball reden, aber auch tiefere Gespräche führen können.

Carreras, der selbst vor 20 Jahren an Krebs erkrankt war, berichtete, Pavarotti habe ihm auch in den schweren Zeiten seines Lebens zur Seite gestanden. Der spanische Opernsänger hatte mit Pavarotti und Placido Domingo als „Die Drei Tenöre“ Furore gemacht. Für Pavarotti seien seine Fans immer das Wichtigste gewesen, betonte Carreras. Zuvor hatte der Opernsänger sich bereits im schwedischen Karlstad geäußert. „Ich bin stolz darauf, dass ich Pavarottis Kollege und Freund war. Dass dieser Tod nicht unerwartet kam, macht ihn nicht weniger schmerzhaft“, sagte er dort.

Die spanische Sopranistin Montserrat Caballé hat Pavarotti als einen „wunderbaren Menschen“ gewürdigt. „Pavarotti war ein Meister, der uns lehrte, solidarisch zu sein“, sagte die Diva am Donnerstag in Barcelona. „Er benötigte keine Show, um zu glänzen. Er wollte vor allem einen guten Job machen. Und in der Tat, er erledigte seine Arbeit besser als alle anderen.“

Caballé erinnerte daran, dass der Italiener ihr, als sie 1985 krank war, Mut zugesprochen habe mit den Worten: „Den starken Menschen kann niemand etwas anhaben.“ Aber nun habe es ihn selbst erwischt. „Ich bin sehr traurig“, sagte die Sängerin.


Für Barroso „trauriger Tag“

Der Präsident der EU-Kommission, Jose Manuel Barroso, sprach von einem „traurigen Tag für die europäische Opernkultur“. Pavarotti sei einer der berühmtesten und beliebtesten Tenöre und habe nicht nur außergewöhnliches Talent, sondern auch soziales Engagement gezeigt, so Barroso in einer in Brüssel verbreiteten Erklärung. Den Hinterbliebenen sprach er namens der EU-Kommission sein Beileid aus.

Italiens Ministerpräsident Romano Prodi erklärte, mit dem Maestro sei „in der Musikwelt und Italien eine ganz große Stimme verschwunden“. „Einer der größten Verdienste des Startenors ist es, der Welt das wahre künstlerische Gesicht unseres Landes gezeigt zu haben“, hieß es weiter in Prodis Beileidstelegramm an die Familie.

Der deutsche Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hat Pavarotti als „einzigartigen Tenor“ gewürdigt. „Vor allem seine Interpretationen von Opernpartien des 19. Jahrhunderts bilden Höhepunkte der Gesangskunst.“ Auch in anderer Hinsicht habe Pavarotti Maßstäbe gesetzt: „Wie kein anderer Künstler hat er der Klassik neue Publikumsschichten erschlossen. Immer wieder faszinierte er durch seine Präsenz auf der Bühne eine ebenso große wie treue Anhängergemeinde“, sagte Neumann.


Bono: „Manche singen Oper, Pavarotti war Oper“

Bono, der Sänger der irischen Band U2, hat nach dem Tod von Luciano Pavarotti einen Nachruf auf den Startenor über die Homepage http://www.u2.com veröffentlicht. „Manche können Oper singen, Luciano Pavarotti war Oper“, eröffnet Bono ein sehr persönliches Schreiben über seine Zusammenarbeit mit Pavarotti. Auch Queen-Gitarrist Brian May verlieh seiner Trauer mit einer Mitteilung auf seiner Homepage http://www.brianmay.com Ausdruck: „Alle, die mit ihm gearbeitet haben, liebten ihn und profitierten von seinem großzügigen Geist.“

U2 schrieben für Pavarotti auch einen eigenen Song: „Miss Sarajevo“. Bono, der bei einigen von Pavarottis Benefizkonzert-Projekten „Pavarotti & Friends“ gastierte, war mit ihm mehrmals in humanitären Missionen unterwegs, so auch während des Bosnien-Krieges. „Wir waren in einem UNO-Flugzeug unterwegs nach Mostar, alle von uns ernst und mit Hüten, als dieser große Mann Parmesan aus der Reggio Emilia herumreichte: ’Der beste Käse der Welt’“.

Brian May wirkte ebenfalls zweimal bei „Pavarotti & Friends“ mit – zuletzt 2003. „Ich kann mich glücklich schätzen, zweimal bei seinen wunderbaren Partys dabei gewesen zu sein. Er war so großartig in dem, was er tat, dass er zu einer Art Ikone wurde, eine Art internationaler Schatz, wie eine Tutenchamun-Statue. Die Welt ist wegen des Verlusts dieses sanften Riesen trauriger geworden“.


Für Bush ein großer Künstler und Wohltäter

US-Präsident George W. Bush hat Luciano Pavarotti als einen der größten Opernsänger aller Zeiten gewürdigt. Er sei zudem ein großer Wohltäter gewesen, hieß es am Donnerstag in einer in Sydney (Australien) veröffentlichten Erklärung. Bush hält sich dort anlässlich des Gipfeltreffens der pazifischen Anrainerstaaten (APEC) auf.

Von gemeinsamen Gesängen mit seinem Vater in einem kleinen Kirchenchor im italienischen Modena bis zu Aufführungen in ausverkauften Stadien überall auf der Welt – Pavarotti habe die Menschen mit seiner perfekten Tonhöhe und mit seinen charismatischen Interpretationen erfreut, erklärte Bush. Zudem habe er sein „hervorragendes Talent“ dafür genutzt, die Öffentlichkeit zu einer außerordentlichen Unterstützung für Opfer von Tragödien rund um den Globus zu mobilisieren.

„Laura (die First Lady) und ich teilen die Trauer von Luciano Pavarottis Fans in aller Welt über den Verlust“, schloss Bush. „Unsere Gedanken und Gebete gelten der Pavarotti-Familie.“

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