AA

Raupe killt Buchsbäume

(VN) Feldkirch - Der Buchsbaumzünsler breitet sich im Ländle immer weiter aus. Ihn loszuwerden gestaltet sich als schwierig.

Sie ist klein, hellgrün und frisst sich täglich durch ungefähr 50 Buchsbaumblätter: Die Rede ist von der Raupe des Buchsbaumzünslers. Bis vor zwei Jahren hat sich im Ländle wohl kaum jemand für diese Raupe Nimmersatt interessiert. Kein Wunder: Der Buchsbaumzünsler kommt eigentlich aus Ostasien. In den vergangenen Jahren tauchte er aber vermehrt auf den heimischen Buchsbäumen auf und fraß diese kahl. „Die lästigen Insekten wurden durch den weltweiten Pflanzenhandel zu uns gebracht“, erklärt Harald Rammel von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg. Die Schädlinge wieder loszuwerden ist schwierig. Sie schützen sich durch Gespinste und leben gut getarnt im Inneren der beliebten Gartenpflanzen. Wenn die Raupen genug Buchs vertilgt haben, verpuppen sie sich. Später schlüpfen ungefähr fünf Zentimeter große weiße Schmetterlinge mit rotbraunem Rand um die Flügel. Obwohl die Falter nur ungefähr acht Tage leben, richten sie weiteren Schaden an. Sie legen ihre Eier auf der Pflanze ab. In Mitteleuropa ist daher mit zwei bis drei Generationen pro Jahr zu rechnen. Von den Schädlingen betroffen sind einzig und allein Buchsbäume, diese allerdings massiv. Die Verbreitung hat heuer über ganz Vorarlberg hinweg stark zugenommen. Am stärksten betroffen ist der Großraum Feldkirch, so Rammel.

Schwer zu bekämpfen

Hat sich der Zünsler eingenistet, hellen sich die Bäume auf. Auffällig sind auch die ­Gespinstnester mit vielen hellen Kotkrümeln, die die ­Insekten schützen. Gartenbesitzer sollten schnell reagieren, wenn sie braune Kahlstellen an dem sonst sattgrünen Gewächs feststellen. Wenn die Buchsbaumzünsler nämlich zuviel fressen, können sich die Bäume nicht mehr selbst versorgen und sterben ab. „Zuerst sollte man mechanisch versuchen, die Schädlinge loszuwerden – das heißt durch Abklopfen, mit einem Laubsauger oder einem Hochdruckreiniger“, empfiehlt Klaus Zimmermann von der inatura Dornbirn. „Wenn man zu Gift greifen muss, wird es schwieriger, da sehr starke Insektizide nötig sind“, so der Experte weiter. Ein weiteres Problem bei der chemischen Bekämpfung ist, dass nur Raupen und Schmetterlinge erreicht werden, die direkt mit den Pflanzenschutzmitteln in Berührung kommen. Um eine Ausbreitung des Insektes zu verhindern, sollten auch benachbarte Gärten mehrmals untersucht werden.

Schnittgut vernichten

Weiterverbreiten können sich die Buchsbaumzünsler auch, wenn die Gespinste und Puppen nicht richtig entsorgt werden. Auch noch mehrere Tage nach dem Schnitt können Schmetterlinge aus den Puppen schlüpfen. Deshalb ist es wichtig, auch das Schnittgut zu vernichten. „Am besten ist es, wenn man die Zünsler überbrüht. Das klingt zwar brutal, ist aber notwendig“, erläutert Zimmermann. In manchen Fällen würde er aber den Umstieg auf Ersatzpflanzen empfehlen. „Es kann sonst sehr teuer und aufwendig werden. Man muss Abwägen, ob es das wert ist.“ Für Zimmermann gibt es eine große Anzahl an heimischen Pflanzen, die als Ersatz denkbar wären. Ein Beispiel wäre das immergrüne Stechlaub. Der Vorteil von heimischen Pflanzen sei, dass sie ein Standardset an Schädlingen haben, erklärt der Ökologe. Er ist sich sicher: „Da kommt es dann nicht zu solchen Katastrophen wie jetzt beim Buchsbaum.“

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Raupe killt Buchsbäume
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen