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Raubkunst-Vorwurf im Lentos

Die Stadt Linz arbeitet noch an der Klärung der Herkunft eines Damen-Porträts von Gustav Klimt im Kunstmuseum Lentos. Das teilte Magistratsdirektor Erich Wolny auf APA-Anfrage mit.

Der Wiener Rechtsanwalt Alfred Noll, der von den Erben beauftragt worden war, die Rückgabe des Bildes zu verlangen, hatte Unterlagen vorgelegt. Diese würden noch geprüft, hieß es. Zudem erwartet man gegen Anfang Februar ein weiteres Gutachten von einem Provenienzforscher.

Einem bereits früher vorgelegten Gutachten der Provenienzforscherin Sophie Lillie zufolge handelt es sich bei dem rund 15 Mio. Euro teuren Gemälde um “Raubkunst”. Laut Lillie zeige es Ria Munk. Sie beging 1911 Selbstmord. Ihre Eltern, der Großindustrielle Alexander Munk und seine Frau Aranka, gaben Klimt insgesamt drei Aufträge, Bilder von der geliebten Tochter zur Erinnerung an sie anzufertigen.

Aranka Munk nahm eines nach ihrer Scheidung 1913 mit nach Bad Aussee (Steiermark), wo sie eine Villa für die Sommermonate erworben hatte. Sie wurde 1941 nach Lodz deportiert, wo sie wenig später ums Leben kam. Ihren Kunstbesitz erklärte das NS-Regime für verfallen. Zuletzt soll ein 75-jähriger Zeitzeuge eine eidesstattliche Erklärung abgegeben haben, dass er das Bild 1942 in der Villa gesehen habe. Es handelt sich um einen damals neun Jahre alten Enkel des Hausverwalters. Er sei überzeugt, dass das Bildnis im Linzer Lentos genau jenes Werk sei. Es soll über einen Kunsthändler und ehemaligen Nachbarn in den Besitz der Stadt und somit ins Museum gelangt sein.

Die Stadt Linz betonte stets, dass eine eindeutige und ernsthafte Klärung der Provenienz selbstverständlich im hohen Interesse der Stadt und des Kunstmuseum Lentos liege. Sobald die Faktenlage eindeutig sei, werde man über die weitere Vorgangsweise entscheiden. In der Vergangenheit seien bereits zwei wichtige Bilder aus der Lentos-Sammlung zurückgegeben worden, obwohl keine Verpflichtung dazu bestanden hätte.

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