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Rätsel um UEFA-Listen

Robert Hoyzer hat im Fußball-Betrugsprozess eigene Wetteinsätze auf von ihm manipulierte Spiele erneut bestritten und dem Verfahren überraschend eine neue internationale Dimension gegeben.

Im Auto der angeklagten Sapina-Brüder habe er eine Liste der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gesehen, erklärte der Skandal- Schiedsrichter am sechsten Verhandlungstag vor dem Landgericht Berlin. Darauf hätten schon vor der offiziellen Veröffentlichung durch die UEFA die Namen der Unparteiischen und UEFA-Delegierten für anstehende Spiele gestanden, berichtete Hoyzer.

Allerdings konnte der 26-jährige Angeklagte am Donnerstag vor der 12. Strafkammer nicht sagen, ob die drei Kroaten Einfluss auf Europacup-Spiele genommen hätten. Er sei beim Anblick der Liste zumindest “wahnsinnig überrascht gewesen, weil die Informationen sehr vertraulich sind”, sagte Hoyzer. Milan Sapina habe ihm erklärt, sie hätten halt die Kontakte. Er habe das Gefühl gehabt, dass sie “nicht nur mich hatten”, erklärte Hoyzer und deutete damit auf mögliche weitere Komplizen hin. Die UEFA gibt die Schiedsrichter-Ansetzungen üblicherweise erst einen Tag vor den Spielen in Champions League und UEFA-Cup bekannt.

Hoyzer erwähnte zwar die UEFA-Cup-Zwischenrundenpartie zwischen Panionios Athen und Dynamo Tiflis, die nach einem 0:1 zur Halbzeit noch 5:2 endete. Der 26-Jährige ging aber davon aus, dass die Sapina-Brüder um “Navigator” Ante das Spiel am 1. Dezember 2004 nicht manipuliert hätten. Im Vorfeld sei aber sowohl über die Begegnung als auch über hohe Wettquoten für den Sieg einer Mannschaft trotz Halbzeit-Rückstandes gesprochen worden. Dagegen bestritt Hoyzer, dass er selbst oder über Dritte auf von ihm geleitete Spiele gesetzt habe.

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