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Rapid Wien erwartet entscheidendes Duell mit Fiorentina

Rapid Wien konnte das Hinspiel gegen Fiorentina für sich entscheiden.
Rapid Wien konnte das Hinspiel gegen Fiorentina für sich entscheiden. ©APA/GEORG HOCHMUTH (Symbolbild)
Rapid Wien tritt am Donnerstag im Play-off-Rückspiel der Conference League gegen Fiorentina an. "Hoffentlich haben wir das Scheiß-Mich-Nix-Gen drinnen", so Trainer Zoran Barisic im Vorfeld.
Rapid jubelt über Sensationssieg

Das Hinspiel gewonnen, der Aufstieg aber noch in weiter Ferne: Auf Rapid wartet am Donnerstag (20.00 Uhr/live ORF 1) im Play-off-Rückspiel der Conference League bei Fiorentina eine Riesenaufgabe. Der harterkämpfte 1:0-Erfolg vergangene Woche hat an der Ausgangslage nicht viel verändert, die Wiener sind weiterhin klar in der Außenseiterrolle. Wenig Mut macht der Blick in die Vergangenheit. Rapid konnte im Fußball-Europacup in Italien bei zwölf Anläufen nie gewinnen.

Rapid unterlag Fiorentina 1961

1973 gab es im Achtelfinale des Cup der Cupsieger ein 0:0 beim AC Milan, 2016 in der Europa League bei Sassuolo ein 2:2. Sonst war nichts Zählbares dabei. Auch nicht beim einzigen Gastspiel bei Fiorentina, das 1961 im Achtelfinale des Cup der Cupsieger mit 1:3 verloren ging. "Sollten wir den Aufstieg schaffen, würde Rapid Geschichte schreiben. Gegen so einen starken Gegner weiterzukommen, wäre etwas ganz Besonderes", sagte Barisic.

Es könnte auch sehr gut in die Rubrik Sensation eingeordnet werden. Das auch, da Personalsorgen die Wiener begleiten. Der neue Abwehrchef Nenad Cvetkovic, Aleksa Pejic und Lukas Grgic fehlten auch schon im Hinspiel. Nun traten auch Torjäger und Kapitän Guido Burgstaller sowie Thorsten Schick wegen muskulären Problemen nicht die Reise nach Italien an. "Zwei schwerwiegende Ausfälle, die wir zu verkraften haben. Das macht die Sache für uns alles andere als einfacher. Andere Spieler haben jetzt die Chance, sich zu präsentieren", sagte Barisic.

Fragezeichen bei Barisic

Einen Tag vor dem Abflug geisterten noch viele Fragezeichen im Kopf des Rapid-Coaches herum. Aufgrund personeller Probleme sei auf gewissen Positionen noch keine Entscheidung bezüglich der Startelf gefallen. Gesetzt ist Niklas Hedl, der im Hinspiel mit starken Paraden ein entscheidender Faktor war. Der 22-Jährige wurde am Dienstag als einer von drei Rapidlern in den ÖFB-Teamkader berufen. Matthias Seidl und Leopold Querfeld wurden erstmals nominiert.

"Aufgrund der Leistungen und was die Kontinuität betrifft haben sie es sich verdient dabei zu sein. Ich hoffe natürlich, dass es ihnen zusätzliches Selbstvertrauen gibt, erwarte mir aber einen Schub nicht jetzt, sondern nach der Länderspielpause, dass sie dann mit einer ganz anderen Energie zurückkommen", erläuterte Barisic.

Fiorentina-Remis vor Rapid-Spiel

Hedl stieg am Mittwoch mit extrem großer Vorfreude ins Flugzeug. "Wir sind alle bereit für das Spiel. Wir haben schon in Wien gesehen, dass was gehen kann. Wir werden versuchen das für viele Unmögliche möglich zu machen", verlautete der Goalie. Das gegen einen Gegner mit "sehr viel Qualität". Der zweifache italienische Meister konnte auch keine erfolgreiche Generalprobe absolvieren. Gegen Lecce gab es nach einer 2:0-Führung nur ein 2:2. Coach Vincenzo Italiano hatte kräftig rotiert, sechs Änderungen gegenüber der Rapid-Partie vorgenommen.

"Erste Halbzeit war Fiorentina extrem dominant, hat dem Gegner nicht den Hauch einer Chance gelassen. In der 2. Halbzeit haben sie sich abkochen lassen. Lecce hat zwei gute Umschalter gehabt nach Ballgewinnen, war sehr effizient vor dem gegnerischen Tor und hat so ein Unentschieden geholt", berichtete Barisic. Das würde Rapid für den Aufstieg reichen. "Hoffentlich haben wir das Scheiß-Mich-Nix-Gen drinnen, weil einfach wird es nicht", war sich Barisic bewusst. Von der Papierform habe man eigentlich keine Chance. "Trotzdem werden wir unser Bestes geben."

Selbstbewusstes Auftreten erhofft

Barisic erhofft sich, dass seine Kicker in einem "Hexenkessel" und vor einem "typisch heißblütigen Publikum" im mehr als 40.000 Zuschauer fassenden Stadio Artemio Franchi Angst und Nervosität beiseite schieben und selbstbewusst auftreten. "Wir spielen aber mit sehr vielen jungen Spielern, da weiß man oft nicht was einen erwartet, es kann innerhalb von fünf Minuten schwanken von ganz oben nach ganz unten." Nur Nicolas Kühn wird verhindern, dass neuerlich eine rein österreichische Auswahl auf dem Platz stehen wird.

Die sei intelligent genug, um zu wissen, dass man auch bei einem etwaigen Rückstand nicht die Nerven verlieren dürfe. "Wir müssen physisch und psychisch über das Limit gehen und auch Glück haben, wenn wir Erfolg haben wollen", sagte der 53-jährige Wiener, der mit seinem Team für den Fall der Fälle auch ein Elfmetertraining absolvierte. Ein Aufstieg würde sich auch finanziell lohnen, warten doch ein Gruppenphasen-Startgeld von 2,94 Millionen Euro plus Ticketeinnahmen von drei Heimspielen und etwaige Erfolgsprämien.

(APA/Red)

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