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Rapid-Krise nach Cup-Blamage verschärft

Schöttel-Sessel wackelt gehörig - Trainer konnte "Schöttel-raus"-Rufe verstehen.
Schöttel-Sessel wackelt gehörig - Trainer konnte "Schöttel-raus"-Rufe verstehen. ©APA
Rapid hat den Weg aus der Krise nicht geschafft. Nach dem mageren Heim-2:0 gegen Wiener Neustadt in der Meisterschaft nach neun sieglosen Spielen hatten die Vereinsverantwortlichen noch auf die Trendwende gehofft, die äußerst peinliche 0:1-Niederlage im ÖFB-Cup-Viertelfinale gegen den Regionalligisten FC Pasching am Dienstag verschärfte die angespannte Situation beim Rekordmeister aber nun drastisch.

Für Coach Peter Schöttel könnte es trotz laufenden Vertrags bis 2015 die letzte Partie auf der Bank gewesen sein.

Die Leistung der Hütteldorfer vor der Pause grenzte – mit Ausnahme des glänzend parierenden Goalies Jan Novota – an Arbeitsverweigerung. Die spielerische Linie fehlte total, zudem konnten die Wiener auch in läuferischer und kämpferischer Hinsicht mit dem Drittligisten nicht einmal annähernd mithalten. “Pasching war richtig gut, ganz im Gegenteil zu uns. Wir haben in der ersten Hälfte eine inakzeptable, indiskutable Leistung abgeliefert”, resümierte Schöttel. Die zweite Hälfte sei auch nur deshalb etwas besser gewesen, “weil es nach der ersten Hälfte nicht mehr tiefer gehen kann”.

Ratloser Peter Schöttel

Der Rapid-Trainer wirkte ratlos, konnte sich den schwachen Auftritt seiner Mannschaft auch nicht erklären. “Ich bin schwer enttäuscht, wie wir aufgetreten sind. Das hat ganz komisch ausgeschaut. Wenn du so auftrittst, hast du keine Berechtigung zu gewinnen, geschweige denn im Cup weiterzukommen”, meinte Schöttel.

Im Gegensatz zum Spiel gegen Wiener Neustadt, bei dem vor allem der Vorstand und Sportdirektor Helmut Schulte von den Fans verbal kritisiert wurden, bekam dieses Mal hauptsächlich Schöttel sein Fett ab. Den Unmut der Fans, die auf Anfeuerungen fast gänzlich verzichteten, konnte der 46-jährige Wiener verstehen. “Die Schöttel-Raus-Rufe haben mich nicht überrascht. Wenn man so spielt, ist es okay, dass der Trainer in der Kritik steht”, war sich der Rapid-Trainer bewusst.

Rapid bald ohne Schöttel?

Der Vorstand beschäftigte sich am (heutigen) Mittwoch eingehend mit der sportlichen Situation. Eine Entlassung von Schöttel noch vor dem Wiener Derby bei der Austria am Sonntag schien alles andere als unwahrscheinlich. Von Schulte hatte der Rapid-Trainer nach Spielende jedenfalls noch Rückendeckung bekommen. “Natürlich ist er der richtige Trainer in der Situation. Rapid hält zu Schöttel”, sagte der Deutsche. Schulte betonte auch, im Falle einer Entlassung nicht als Trainer einzuspringen. “Ich habe meine Trainer-Karriere beendet”, unterstrich der 55-Jährige.

Sportdirektor vermutet Kopf-Probleme

Die Vorstellung seiner Mannschaft stimmte Rapids Sportdirektor jedenfalls nachdenklich. “Eigentlich hätte man jedem Zuschauer Schmerzensgeld zahlen müssen. Es tut weh, wenn man so klar unterlegen ist. Da muss man sich schon fragen, warum das so ist”, sagte Schulte. Die wahre Leistungsfähigkeit der Mannschaft könne es nicht sein. “Vielleicht liegen die Probleme im Kopf, die richtige Einstellung zu finden”, betrieb Schulte Ursachenforschung. Möglich sei auch, dass die Erwartungshaltung vor dem Frühjahrsstart, einerseits den spielerischen Auftritt zu verbessern und gleichzeitig die Mannschaft zu verjüngen, zu viel auf einmal gewesen sei.

Wiener Derby steht bevor

Trotz der aktuellen Misere und der schwachen Frühjahrsauftritte in der Meisterschaft liegen die Hütteldorfer auf dem Weg zum angepeilten Saisonminimalziel “Europacup-Platz” nach wie vor auf Kurs. Sieben Runden vor Schluss sind die Wiener Dritter (46), haben allerdings Sturm Graz (44), den WAC (42) und Ried (41) im Nacken. Das Quartett kämpft um zwei oder möglicherweise auch drei Europacup-Tickets.

Rapids nächste Bewährungsprobe geht ausgerechnet gegen die Austria über die Bühne. Die Rapidler blickten aufgrund des schwachen Auftritts alles andere als optimistisch in Richtung des Topspiels der 30. Liga-Runde. “Die erste Hälfte war eine Katastrophe, es ist unfassbar, was wir abgeliefert haben. Das war nicht rapidwürdig. Wenn man so auftritt wie heute, wird man kein Spiel mehr gewinnen”, sagte Deni Alar. Und Marcel Sabitzer fügte hinzu. “Wir müssen uns hinterfragen, was wir am Platz gezeigt haben. Das ist einfach zu wenig.” Deshalb forderte Schulte von seiner Truppe. “Wir sind in einer schwierigen Situation, aber wenn man am Boden liegt, muss man wieder aufstehen.”

(APA)

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