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Rapid bleibt ohne Punkt

Mit einer symptomatischen 1:3-(0:3)-Heimniederlage gegen Juventus Turin ist die Champions-League-Gruppenphase für den SK Rapid zu Ende gegangen. Bayern verlor mit einem 1:1 in Brügge das Fernduell um den Gruppensieg.

Der österreichische Meister kassierte vor 46.000 im Ernst Happel-Stadion auch im sechsten Gruppenspiel eine relativ deutliche Niederlage, obwohl er abgesehen von einer Schwächephase Ende der ersten Hälfte gut mitgespielt hatte.

Ausgerechnet in der stärksten Phase der Wiener hatte Kapitän Del Piero Juventus per Freistoß in Führung geschossen (35.), ehe Ibrahimovic (41.) und abermals Del Piero (45.) noch vor der Pause für die Entscheidung und auch dafür sorgten, dass sich Rapid als einziges von 32 Teams in der Saison 2005/06 ohne einen einzigen Punktegewinn aus der Königsklasse verabschiedete. Daran änderte auch der Rapid-Ehrentreffer durch Kincl (52.) nichts. In der Geschichte der Champions League waren bis dahin nur vier Teams mit sechs Niederlagen in sechs Gruppenspielen ausgeschieden.

Dabei hatte auch Rapid nach einem anfänglichen Abtasten gegen eine teils lustlos wirkende und nicht mit allen Stars angetretene Juve-Elf (Buffon, Nedved, Emerson nicht im Kader; Trezeguet, Cannavaro, Zambrotta auf der Bank) engagiert begonnen. Freistößen von Ivanschitz (26./Juve-Goalie Abbiati hält) und Hofmann (28./in die Mauer) folgte die größte Chance der ersten Spielhälfte, als Ivanschitz mit einem starken Kopfball nach Kincl-Flanke in Abbiati seinen Meister fand.

Praktisch im Gegenzug folgte die kalte Dusche für Rapid, nachdem der Gruppensieger bis dahin lediglich ein Mal in Form von Vieira (8.) gefährlich vor Rapid-Goalie Payer aufgetaucht war: Del Piero traf mit einem gefinkelten Freistoß aus über 30 Metern, der seine Flugbahn ohne abgefälscht zu werden mit viel Effet genau ins von Payer bereits verlassene Tormanneck änderte. Rapid reagierte wie gelähmt, öffnete der „Alten Dame“ in den zehn Minuten bis zur Pause höflich Tür und Tor.

Erst ermöglichte es ein Stellungsfehler der Rapid-Innenverteidigung in Form von Martin Hiden und Valachovic dem enteilten Ibrahimovic, von der Strafraumgrenze ungehindert einzuschießen, ehe Hiden dem Schweden einen missglückten Abschlag vor die Beine servierte. Den ebenso missglückten Ibrahimovic-Schuss verwertete Del Piero aus kurzer Distanz zu seinem zweiten Treffer. Schon in der Champions-League-Saison 1996 hatte der italienische Teamspieler beim 5:0-Heimsieg zwei Mal gegen Rapid getroffen.

In Wien hatten die Turiner, die vor dem Spiel von Rapid-Coach Josef Hickersberger als „eine der drei, vier besten Mannschaften auf diesem Planeten“ angekündigt worden waren, damit bereits zur Pause ihren fünften Sieg im sechsten Gruppenspiel in der Tasche – ohne sich eine einzige Möglichkeit selbst erspielt zu haben. Doch Rapid-Trainer Josef Hickersberger, der vor dem Spiel gemeinsam mit seinem Assistenten Peter Persidis offiziell zum ÖFB verabschiedet wurde, verlangte von seiner Mannschaft zur Pause, ein Debakel zu verhindern.

Seine Schützlinge zeigten daraufhin Moral und wurden durch Kincl dafür belohnt. Der Tscheche besorgte nicht nur das erste Heimtor von Rapid in der Champions League, sondern etwas zufällig auch sein zweites im laufenden Bewerb. Nach einer schwachen Abwehr von Juve-Mittelfeldmann Blasi und einer Hlinka-Kopfballvorarbeit traf Kincl sicher ins lange Eck. Rapid setzte nach, kam durch Akagündüz (57.) und einen abgefälschten Hofmann-Freistoß (64.) zu weiteren guten Möglichkeiten.

Bei Letzterem hätte man auf Grund eines Handspiels von Vieira sogar auf Elfmeter für Rapid entscheiden können. Es kam aber anders und Rapid kassierte nach einer mit Ausnahme von zwei Chancen für den eingewechselten Kienast (91./Schuss, 93./Kopfball) unspektakulären Schlussphase seine neunte Champions-League-Niederlage in Folge, rechnet man jene von 1996 dazu. Nach zwölf Partien in der Eliteliga warteten die Wiener damit bei lediglich zwei Remis weiterhin auf ihren ersten vollen Erfolg.

Bayern verpasste Gruppensieg

Bayern München hat das Fernduell gegen Juventus Turin (3:1 bei Rapid Wien) um den Sieg in der Champions-League-Gruppe A mit einem 1:1 in Brügge verloren. Während Werder Bremen dank eines 5:1-Heimsieges gegen Panathinaikos Athen und der Schützenhilfe des FC Barcelona mit einem 2:0-Erfolg bei Udinese in letzter Sekunde noch das Achtelfinale erreichte, musste Manchester United den Kelch bis zur Neige leeren.

Durch eine 1:2-Niederlage bei Benfica Lissabon beendete Manchester die Gruppe D auf dem letzten Tabellenplatz und ist damit nicht nur erstmals seit mehr als zehn Jahren bereits in der Gruppenphase aus der Königsklasse ausgeschieden, sondern darf auch nicht einmal im UEFA-Cup weiterspielen. Scholes hatte die Engländer in der 6. Minute planmäßig in Führung gebracht, doch der portugiesische Rekordmeister schlug durch Geovanni (16.) und Beto (34.) zurück und schoss sich in die K.o.-Phase.

Im Parallelspiel sicherte sich Villarreal mit einem 1:0-Heimsieg gegen den Tabellendritten Lille dank eines Guayre-Treffers (67.) Platz eins. Als Gruppensieger war neben Arsenal (0:0 gegen Ajax Amsterdam/Henry vergab einen Elfmeter) auch der FC Barcelona bereits vor dem letzten Spieltag festgestanden. Die Katalanen ließen sich dadurch aber nicht davon abhalten, den Bremern durch Tore von Ezquerro (85.) und Iniesta (90.) wertvolle Schützenhilfe zu leisten. Bei einem Punktegewinn hätte sich Udinese für das Achtelfinale qualifiziert.

Bremen erfüllte mit einem 5:1-Heimsieg gegen Panathinaikos Athen (Doppelpack von Valdez) seine Pflichtaufgabe und jubelte im letzten Moment über den Aufstieg. Nichts zu feiern hatte hingegen der deutsche Meister FC Bayern. Die Münchner mussten sich nach einer schwachen Vorstellung und Toren von Pizarro (21.) bzw. Brügge-Star Portillo (34.) mit einem Remis begnügen und beendeten die Rapid-Gruppe A damit nur als Zweiter.

Im Gegensatz zu Rapid gab es mit Alen Orman auch für einen Österreicher ein Erfolgserlebnis. Der ehemalige Nationalverteidiger erreichte mit seinem Klub FC Thun in Gruppe B ein torloses Remis bei Sparta Prag, das den Schweizern zu einem Fortbestand im UEFA-Cup genügte.

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