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Rainiers Zustand unverändert

Nach fast zwei Wochen auf der Intensivstation ist Fürst Rainier von Monaco weiter in einem kritischen Gesundheitszustand. Monaco stellt sich auf seinen Tod ein.

„Es gibt keine Entwicklung in die eine oder andere Richtung“, verlautete am Samstag aus seiner Umgebung. Ein ärztliches Bulletin war für das Wochenende nicht geplant.

Das gleichzeitige Leiden von Rainier III. und Papst Johannes Paul II. hat in Monaco viele Menschen bedrückt. Erzbischof Bernard Barsi widmete die Messe am Freitagabend dem Papst und betete dabei auch für Rainier. An dem Gottesdienst nahmen auch Prinzessin Caroline von Hannover und ihre Söhne Andrea (20) und Pierre (17) teil.

Die Mediziner, darunter auch Internisten und Reanimationsärzte, hegen kaum Hoffnung, dass Rainier sich noch einmal erholt. Der 81-Jährige wird seit dem 7. März in einer Spezial-Klinik behandelt. Sein Allgemeinzustand ist schwach. Nieren und Herz arbeiten schlecht und Rainier wird künstlich beatmet. „Das Ärzteteam hält es – in voller Übereinstimmung mit den Kindern des Fürsten – jedoch für gerechtfertigt, eine aktive Therapie vorerst fortzusetzen“, hieß es am Freitag. Rainiers Kinder Albert (47), Caroline (48) und Stephanie (40) besuchen den Fürsten abwechselnd am Krankenbett.

Mit Genugtuung haben die 32.000 Einwohner des Kleinstaates die Entscheidung des Thronrates vom Donnerstag aufgenommen, Albert die Amtsgeschäfte zu übertragen. Der Kronprinz erklärte, „mit Kraft, Überzeugung und Leidenschaft“ im Namen seines Vaters herrschen zu wollen. „Im Augenblick ändert das wenig. Doch sobald er freie Hand hat, wird er seine Vision durchsetzen und viele Dinge ändern“, prognostizierte ein monegassischer Abgeordneter. Albert bringe dem Fürstentum „neues Blut und neue Perspektiven“.


ATP-Masters-Turnier findet statt

„Was auch immer passiert“, das ATP-Masters-Tennisturnier von Monte- Carlo vom 9. bis 17. April werde stattfinden, teilte der Fürstenpalast am Donnerstag mit. Der 81-jährige Rainier liegt mit schwachen Nieren-, Herz- und Lungenfunktionen in der Klinik des Fürstentums auf der Intensivstation. Am 7. März war er mit einer Lungenentzündung aufgenommen worden. Nach inoffiziellen Angaben vom Mittwoch ist er „weder in Agonie noch im Koma“, doch besteht kaum Hoffnung auf Genesung.

Die Nachfolgefrage hat Rainier seit Jahren geregelt. In einem Interview der Zeitung „Nice Matin“ aus dem Jahre 1999, das am Donnerstag vom Pariser Wochenblatt „VSD“ wieder abgedruckt wurde, hatte der Fürst erklärt, Prinz Albert bereite sich „sehr gut“ und gewissenhaft auf seine Nachfolge vor. „Nice Matin“ kündigte wegen des nicht genehmigten Nachdruckes des Interviews juristische Schritte gegen „VSD“ an.

Ein Abdanken sei in der Verfassung nicht vorgesehen, sagte Rainier in dem umstrittenen Interview. „Die Nachfolge erfolgt erst mit dem Tod des herrschenden Fürsten oder wenn man feststellt, dass er nach körperlichen, medizinischen Gesichtspunkten nicht in der Lage ist zu regieren.“ Man solle „keine Angst vor dem Tod haben, sondern ihn so sanft wie möglich erreichen“, sagte Rainier. „Ich glaube, dass der Tod kein Ende ist. Schwierig ist das Sterben.“

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