Räikkönen gewinnt in Spa

McLaren-Mercedes-Fahrer Kimi Räikkönen hat zwar am Sonntag den Formel-1-Grand-Prix von Belgien gewonnen, doch Fernando Alonso fehlen nach Platz zwei in Spa nur noch sechs Punkte zum Titelgewinn. 

Sollte der spanische Renault-Pilot in zwei Wochen in Brasilien zumindest Dritter werden, dann avanciert der 24-jährige Asturier zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte.

Dass der Finne Räikkönen mit seinem sechsten Saisonsieg lediglich zwei Punkte auf Alonso wettmachte, lag an der Kollision seines Teamkollegen Juan Pablo Montoya, der vier Runden vor dem Ende auf Platz zwei liegend mit Williams-BMW-Pilot Antonio Pizzonia zusammenkrachte. „Da hatte ich mal wieder Hilfe von McLaren“, meinte Alonso. „Ich wäre schon mit Rang drei zufrieden gewesen, doch Platz zwei ist natürlich besser.“

Durch Montoyas Ausfall schaffte der englische BAR-Pilot Jenson Button auf dem Ardennen-Kurs als Dritter noch den Sprung aufs Podium. Der Vorarlberger Christian Klien kam auf Rang neun vor, 13 Sekunden fehlten dem Red-Bull-Fahrer am Ende auf einen WM-Punkt. Doch es wäre viel mehr für den Hohenemser drinnen gewesen, wenn er nicht beim ersten Boxenstopp auf Trockenreifen gewechselt hätte. Da die Piste aber durch die heftigen Regenfälle am Vormittag noch viel zu nass war, musste er gleich wieder in die Box, um sich Intermediates abzuholen.

„Vom 16. Startplatz aus muss man einfach riskieren“, meinte Klien, gab aber zu, dass dieses riskante Manöver „eine klare Fehlentscheidung“ war. „Dadurch habe ich viel Zeit verloren, sonst wären sicher Punkte drinnen gewesen.“ Denn gleich in der Startphase hatte er drei Plätze gutgemacht und war nach der ersten Runde 13., während sich hinter Pole-Mann Montoya der Startaufstellung entsprechend Räikkönen, der Italiener Jarno Trulli im Toyota und Alonso einreihten.

Erst nach dem schweren Unfall von Giancarlo Fisichella, der Italiener krachte mit seinem Renault in der berühmt-berüchtigten Eau Rouge in die Reifenstapel, kam bedingt durch eine Safety-Car-Phase Bewegung ins Spitzenfeld. Toyota-Pilot Ralf Schumacher hatte mit dem Timing seines Tankstopps Glück und fuhr so hinter Monotya auf Platz zwei vor, dahinter folgten die WM-Duellanten Räikkönen und Alonso.

Für den entthronten Weltmeister Michael Schumacher war das Rennen unmittelbar nach Ende der Safety-Car-Phase in Runde 13 beendet, nachdem ihm BAR-Pilot Takuma Sato beim Anbremsen in die La-Source-Haarnadel ins Heck seines Ferraris gefahren war. Nach 18 Runden ging der 16. WM-Lauf auch für den schottischen Red-Bull-Piloten David Coulthard vorzeitig zu Ende, weil sein Triebwerk explodierte.

Nachdem sich Ralf Schumacher ähnlich wie Klien und Coulthard mit einem voreiligen Wechsel von Intermediates- auf Trockenreifen um seine Chance gebracht hatte, war der Weg frei für einen Platztausch von Montoya mit Räikkönen. McLaren verschleierte dieses Teamorder-Manöver aber elegant, indem der Kolumbianer den Finnen aufschließen ließ und dann zum Tankstopp in die Box fuhr.

Damit schienen die Podestpositionen bezogen, ehe es vier Runden vor Schluss kurz nach Ende der Boxenausfahrt krachte und damit der McLaren-Doppelsieg vereitelt wurde. „Das war nicht nur für mich, sondern auch im Hinblick auf die Konstrukteurs-Wertung bitter“, lautete der trotz des Sieges enttäuschte Kommentar von Räikkönen, der weiß, dass er nur noch eine rechnerische Titelchance hat. „Renault ist einfach zu knapp dran an uns!“

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