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Räikkönen gewann GP von Japan

McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen hat am Sonntag den Formel 1-GP von Japan in Suzuka gewonnen. Der Finne verwies im vorletzten Saison-Rennen den Renault-Fahrer Fisichella auf Platz zwei. Klien wurde Neunter.

Kimi Räikkönen hat am Sonntag mit einer beeindruckenden Leistung vom 17. Startplatz aus den Formel-1-Grand-Prix von Japan gewonnen. Der finnische McLaren-Mercedes-Pilot triumphierte in Suzuka vor dem Italiener Giancarlo Fisichella sowie dessen spanischen Renault-Teamkollegen, Fahrer-Weltmeister Fernando Alonso. Damit übernahm Renault trotz des siebenten Sieges von Räikkönen vor dem Saisonfinale in einer Woche in Shanghai wieder die Führung in der Konstrukteurswertung.

Grund dafür war der Ausfall von Räikkönens Teamkollegen Juan Pablo Montoya. Der Kolumbianer geriet in Runde eins mit Sauber-Pilot Jacques Villeneuve aneinander, rutschte von der Strecke und beendete den 18. WM-Lauf deshalb schon kurz nach dem Start in der Mauer. „Er hat mich von der Strecke gestoßen“, schimpfte Montoya auf den Frankokanadier, der sich aber nach Begutachtung der TV-Bilder keiner Schuld bewusst war.

Auch der Vorarlberger Christian Klien blieb erneut ohne Punkte. Dem Red-Bull-Piloten, der mit Startplatz vier am verregneten Samstag sein bisher bestes Qualifying-Ergebnis verzeichnet hatte, fehlten am Ende als Neuntem knapp 2,4 Sekunden auf einen WM-Zähler, den sich Pole-Mann Ralf Schumacher im Toyota holte.

Kliens schottischer Teamkollege David Coulthard eroberte als Sechster drei Punkte für die WM, doch der von Red Bull angepeilte sechste Platz in der Konstrukteurs-WM ist wohl nur noch durch ein Wunder in China zu schaffen. Da der Brite Jenson Button in Suzuka unmittelbar hinter dem Australier Mark Webber im Williams-BMW Fünfter wurde, geht BAR-Honda mit sieben Punkten Vorsprung auf das österreichische Team in den 19. und letzten Saisonlauf am Sonntag.

Der Japan-Grand-Prix wurde bei wolkenlosem Himmel zum bisher besten Rennen seit langem, da auf Grund des verregneten Qualifyings die Langsamen vorne, die Schnellen dagegen hinten standen. Schon der Start hatte es in sich: Der entthronte Champion Michael Schumacher schoss in seinem Ferrari ebenso wie Neo-Weltmeister Alonso mit einem wahren Raketenstart nach vorne, während Klien von Coulthard derart düpiert wurde, dass er gleich zu Beginn auf Rang sechs zurückfiel.

Nach dem Unfall von Montoya musste am Ende der ersten Runde das Safety Car raus, wobei Klien gleich nach dem Re-Start in Runde acht eine weitere Position verlor, da ihn auch Michael Schumacher überholte. Der Hohenemser stand gleich noch einmal im Mittelpunkt des Geschehens, da Alonso bei seinem ersten Angriff auf den Österreicher in die Wiese musste, der zweite Versuch war dann von Erfolg gekrönt. Allerdings musste der Spanier Klien auf FIA-Anweisung wieder passieren lassen, da sein Manöver unter gelber Flagge abgelaufen war.

Trotzdem fiel Klien bereits wenig später auf Rang acht zurück, und vor ihm tobte dann kurzzeitig der Giganten-Dreikampf zwischen Schumacher, Alonso und Räikkönen. Coulthard durfte sich indes in Runde 22 auf Grund der ersten Boxenstopps über eine kurzzeitige Führung im Rennen freuen, die erste für das Red-Bull-Team überhaupt.

Nach der ersten Boxen-Stopp-Phase führte Fisichella vor Button, Webber, Schumacher, Räikkönen und Alonso, Klien war zu diesem Zeitpunkt nur noch Neunter. In der Folge drehten Räikkönen und Alonso mächtig auf und zogen problemlos am Rekordchampion aus Deutschland vorbei. Die Krönung des Rennens war aber die letzte Runde, in der Räikkönen auch noch an Fisichella vorbeiraste und damit den neunten Sieg seiner Karriere fixierte.

Von Platz 17 noch zum Sieg, eine derart spektakuläre Aufholjagd hatte es zuletzt am 30. Juli 2000 im Deutschland-GP gegeben, als der Brasilianer Rubens Barrichello im Ferrari vom 18. Startplatz aus triumphiert hatte. Österreichs dreifacher Weltmeister Niki Lauda war deshalb voll des Lobes für Räikkönen. „Kimi musste sich heute wirklich anstrengen, das war hoch verdient. Derart perfekt, besser kann man es nicht machen“, meinte der 56-jährige Wiener.

„Ich bin so schnell gefahren, wie ich nur konnte. Dieser Erfolg war schwieriger als viele andere, es war einer meiner besten Siege“, lautete der zufriedene Kommentar des Siegers. Fisichella erklärte dagegen: „Ich habe 100 Prozent gegeben, aber ich wusste, dass Kimi schneller ist als ich.“ Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sprach von einem „Wahnsinns-Rennen von Kimi“.

Alonso war trotz der zurückeroberten Führung in der Konstrukteurswertung etwas enttäuscht über seinen dritten Rang. „Ich hatte heute erstmals seit langem wieder das Gefühl, schneller zu sein als Kimi, denn unser Auto lief hier fantastisch. Ich hatte aber pausenlos Zweikämpfe und insgesamt 14 Überholmanöver. Dazu musste ich auch noch Klien wieder passieren lassen und habe so viel Zeit verloren“, betonte der 24-jährige Asturier, dass ihm die Szene mit dem Österreicher wohl eine bessere Platzierung gekostet hatte.

Klien musste sich am Ende zum bereits fünften Mal in seiner Karriere mit dem undankbaren neunten Rang begnügen. „Ich hatte eigentlich einen guten Start, doch das Auto fühlte sich sehr schwer an, und auch die harten Reifen bereiteten mir Probleme. Dadurch habe ich im ersten Teil des Rennens viel Zeit verloren“, erklärte der Red-Bull-Pilot, der enttäuscht war. „Von Platz vier erwartet man sich natürlich mehr als den neunten Rang. Doch da das Auto erst im Finish besser zu fahren wurde, war nicht mehr möglich.“ Auch Klien zog den Hut vor der Leistung des Spitzentrios: „Räikkönen und die beiden Renaults sind heute in einer eigenen Liga gefahren.“

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