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Rätselraten um "Kärnten-Report" des "Standard"

16-seitige Beilage als "entgeltliche Einschaltung" mit vielen Politiker-Gesichtern.
16-seitige Beilage als "entgeltliche Einschaltung" mit vielen Politiker-Gesichtern.
Für Rätselraten hat am Dienstag eine Beilage der Tageszeitung "Standard" mit dem Titel "Kärnten-Report" gesorgt. Laut Impressum versteht sich die gesamte 16-seitige Beilage als entgeltliche Einschaltung nach dem Mediengesetz. Zumindest die auf den ersten Seiten abgebildeten Politiker von SPÖ und ÖVP wollen für die Geschichten "keinen Cent" gezahlt haben.

“Wir haben kein Geld für so etwas”, hieß es unisono aus den Regierungsbüros von Rot und Schwarz auf Anfrage der APA. Gemäß Medientransparenzgesetz wäre üppige Präsenz von Regierungsgesichtern nicht in einer von der öffentlichen Hand bezahlen Werbebeilage zulässig.

“Gezahlt haben wir nichts”

Auf Seite eins prangt neben einer Geschichte über den Kärntner Tourismus ein Foto von Landesrat Wolfgang Waldner (ÖVP) und dem Chef der Kärnten Werbung, Christian Kresse. Man habe eine Interview-Anfrage des “Standard” bekommen und darauf geantwortet, “gezahlt haben wir nichts”, sagte die Landesrats-Pressesprecherin Gerlind Robitsch. Eine gleichlautende Antwort kam von der Kärnten Werbung. Warum die Seite dann als Anzeige ausgewiesen wird, konnte niemand beantworten.

“Journalisten-Anfrage beantwortet”

Ähnlich verhält es sich mit einer Geschichte mit dem Titel “Hoffnungsschimmer am Horizont” über die Kärntner SPÖ. Zwar ist die Story mit Konterfeis von LH Peter Kaiser, seinen Stellvertreterinnen Gabriele Schaunig und Beate Prettner sowie Landtagspräsident Reinhart Rohr garniert. Landeshauptmann-Sprecher Andreas Schäfermeier erklärte, man habe eine Journalisten-Anfrage beantwortet.

Kelag zahlte für Inserat

Auch die Hypo Österreich, die in der “Standard”-Beilage mit einer großen Geschichte mit dem Titel “Kärnten hat eine HYPO mit Zukunft” gewürdigt wird, will für den Beitrag nichts gezahlt haben. Lediglich der Kärntner Energieversorger Kelag zahlte offenbar für ein deutlich sichtbares Inserat. Zudem ist in der Beilage ein Interview mit Kelag-Vorstand Hermann Egger zu lesen.

Seitens des “Standard” war vorerst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

(APA)

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