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Radiologie: Wenn Gedanken sichtbar werden

Die Radiologen sind so etwas wie die digitale Speerspitze unter den Medizinern.

Die Digitalisierung hat auch den Gesundheitsbereich und die Medizin längst erfasst. Dass die Medizin dadurch - wie oft kolportiert – die größte Transformation aller Zeiten durchmacht, glaubt Primar Dr. Antonius Schuster vom LKH Bregenz allerdings nicht. „Ich glaube, dass wir eine Entwicklung machen, die sehr hilft.“ Schuster ist allerdings der Meinung, dass diese sehr linear verläuft.

Podcast: Primar Manfred Cejna vom LKH Feldkirch und die viele Facetten in der Radiologie

Seit 15 Jahren "voll digital"

Univ.-Doz. Primar Dr. Manfred Cejna hat die zunehmende Digitalisierung in der Radiologie in den letzten 15 Jahren maßgeblich mitgetragen und geprägt. Es habe sich vieles verändert, seit er 2004 am Landeskrankenhaus Feldkirch begann. „Wir sind seit rund 15 Jahren voll digital“, sagt er. Die dicken Patientenakten sind mittlerweile Geschichte, weil praktisch alles digital verfügbar ist.

Bis zu 1.200 "Schnitte"

Vor rund 30 Jahren standen den Ärzten laut Primar Cejna nach einer CT-Untersuchung noch rund 30 bis 40 verschiedene „Schnittbilder“ zur Verfügung, heute seien das zirka 1000 bis 1200 „Schnitte“. Diese Masse an Bilder könnte man ohne die Möglichkeiten der Digitalisierung heute gar nicht mehr verarbeiten. Auch die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie abhängig man mittlerweile von der Technik ist, aber was sie auch für Vorteile bietet. „Heute könnte ich auch von zu Hause aus einen Befund stellen – das wäre vor 15 Jahren nicht möglich gewesen. Da hätte man mir mit dem Taxi die Röntgenbilder bringen müssen.“

Am Puls der Zeit

Obwohl es jedes Jahr technologische Neuerungen gebe, habe man laut Primar Cejna in Vorarlberg immer am „Puls der Zeit“ agiert und befinde sich hier - auch über die Landesgrenzen hinaus geblickt - im Spitzenfeld.

Gedanken sichtbar machen

Durch die Digitalisierung haben sich für die Radiologen neue Möglichkeiten eröffnet. "Wir können funktionelle Prozesse im Körper darstellen, Gedanken sichtbar machen, tumoröse und genetische Veränderungen darstellen und haben damit auch eine massive Steigerung der Daten erlebt", informiert Primar Antonius Schuster. Hier habe die Digitalisierung unter anderem auch bei der Interpretation der Daten sehr geholfen und zudem könne man den Boost an Daten in geordnete Bahnen lenken.

Interpretation durch den Mediziner

Obwohl es durch die Digitalisierung zahlreiche Vorteile gebe, Untersuchungen strahlen schonender durchgeführt werden und die Datenflut verarbeitet werden kann, bleibe die Interpretation immer noch beim Mediziner hält Primar Schuster fest. Er mache sich aktuell keine Sorgen, dass eine Künstliche Intelligenz in Zukunft den Job von Radiologen übernehme. So weit sei die Technologie noch nicht. Bei der Produktion und Berechnung von Daten sei die Software dem Menschen aber natürlich weit überlegen.

Vernetzbarkeit

Einer der großen Vorteile, die die Digitalisierung mit sich gebracht hat, liegt im Bereich der Vernetzung. Bei Notfällen habe man schnell Zugriff auf die medizinische Vorgeschichte eines Patienten und ist so in der Lage, noch bevor dieser mit Helikopter oder Rettungswagen im Krankenhaus angekommen wird, bereits zu reagieren. Zudem gibt es natürlich auch die Möglichkeit sich mit Kollegen – egal ob an der Uni-Klinik Innsbruck oder am LKH in Feldkirch - praktisch in Echtzeit auszutauschen und die geeigneten medizinischen Schritte in die Wege zu leiten. Auch für Primar Cejna ist diese prompte Verfügbarkeit vor allem aus Sicht des Patienten der größte Benefit.

Datensicherheit

Die Sicherung von Daten hat höchste Priorität. „Das ist natürlich ein großes Thema, vor allem wenn es um sensible Daten geht“, konstatiert Primar Schuster. Das Sicherheitslevel zur Sicherung von Daten könne man mit dem einer Bank vergleichen. (VOL.AT)

Podcast: Primar Antonius Schuster vom LKH Bregenz

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