Radikalismus-Vorwürfe: Graf distanziert sich von "Nazidreck"

Nach Rechtsradikalismus-Vorwürfen gegen zwei seiner parlamentarischen Mitarbeiter hat sich der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (F) am Freitag vom "Nazischund und -dreck", den man beim deutschen Internet-Versand "Aufruhr" beziehen kann, distanziert.

Der Versand sei ihm bis zur Veröffentlichung der Vorwürfe durch Medien unbekannt gewesen. Bei einem ersten Einblick am 6. Jänner in die Homepage des Versands habe er festgestellt, dass dort “eindeutig” Nazipropaganda zu beziehen sei, so Graf in einer Aussendung.

Am Donnerstagabend war es zu eine Aussprache zwischen Graf und seinen Kollegen im Nationalratspräsidium, Barbara Prammer (S) und Fritz Neugebauer (V) gekommen. Dabei hatte man sich darauf verständigt, dass sich Graf von dem Verlag distanziere, was nun mit der OTS-Aussendung am frühen Freitagnachmittag geschah. “Der Aufruhr-Versand ist abzulehnen”, stellte Graf darin fest.

Die Mitarbeiter von Graf hätten zum letzten Mal im Jahr 2005 bei dem Versand bestellt. Dabei habe es sich um T-Shirts mit “unbedenklichen” Aufdrucken gehandelt. Die jetzt kursierenden Bestelllisten seien gefälscht, so der Dritte Nationalratspräsident. Für eine Kündigung der beiden jungen Männer, die heute 21 und 22 Jahre alt seien, sieht Graf keinen Grund. Er stellt aber unmissverständlich fest: “Die Mitarbeiter und der Präsident sind sich einig, dass der Aufruhr-Versand ein Naziversand ist, dass dort Nazischund zu kaufen ist und aus diesem Erkenntnisstand der Aufruhr-Versand in keiner Weise unterstützenswert ist. “

Gleichzeitig richtete der Dritte Präsident an die Medien und die politischen Mitbewerber den Appell, “jungen, fleißigen, unbescholtenen Menschen mit aufrechter freiheitlich demokratischer Gesinnung eine Chance zu geben und diese nicht aus parteipolitischem Kalkül stellvertretend für die Ablehnung politisch Andersdenkender zum Zwecke der parteipolitischen Agitation ob deren Handlungen als Minderjährige für deren ganzes Leben als vogelfrei zu brandmarken”.

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