Quickzoll: So viel verdient der Bund an der Verzollungs-App

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Symbolbild Handybildschirm ©APA
Mit dem 1. Juli 2021 fiel in der ganzen Europäischen Union die Zollfreigrenze. Dies bedeutet, dass künftig Waren mit einem Wert von unter 22 Euro ausschließlich mit einer Anmeldung den Zoll passieren dürfen.

Die 2018 generierte App "Quickzoll" soll helfen, die Zollanmeldungen einfacher und schneller abwickeln zu können und den bürokratischen Mehraufwand abzulösen.

App-Nutzung

Mit der Abschaffung der Zollfreigrenze will der Schweizer Ständerat eine Maßnahme gegen den Einkaufstourismus setzen. Die "Quickzoll"-App soll dem bürokratischen Aufwand durch die zusätzlichen Anmeldungen entgegenwirken. Das Ausfüllen der Einfuhranträge auf Papier ist somit nicht mehr von Nöten und kann von der Privatperson - ebenso wie das direkte Bezahlen per App - selbst durchgeführt werden.

Die momentane Nutzerzahl der App beläuft sich - laut Simon Erny, dem Mediensprecher der Zollverwaltung - auf rund 75.000 Menschen. Dabei muss dennoch die Häufigkeit der App-Nutzung berücksichtigt werden. Diese App-Nutzung ist bei vielen, die ihre Zoll-Anmeldungen digital abwickeln, nur temporär. Die App wird zur Anmeldung heruntergeladen, für die Einfuhranmeldung benutzt und dann wieder vom Mobil-Telefon gelöscht.

Aktuelle Zahlen

Seit der Verfügbarkeit der App im Jahr 2018 steigen die Einnahmezahlen jährlich. Ein Jahr nach der App-Einführung auf dem Markt belief sich der Abgabebetrag, also Zoll- und Mehrwertsteuer, auf 1,67 Millionen Franken, der sich aus insgesamt 19.972 Verzollungen bildet. Selbst zu Pandemiezeiten stieg die "Quickzoll"-Nutzung auf 20.183 Verzollungen und denen daraus resultierenden Einnahmen von 1.745 Millionen Franken an. Seit der Einführung der App ergab sich eine Gesamteinnahmesumme von 5,5 Millionen Franken.

Nur Bruchteil aller Verzollungen

Stellt man die digitale sowie die herkömmliche, analoge Verzollung in den Vergleich, so stellt sich heraus, dass die Einnahmen der App nur ein Bruchteil der Gesamteinnahmen der Zollverwaltung ausmachen. Denn in den letzten drei Jahren konnte die EZV einen Gesamtertrag von 20 Milliarden Franken erzielen. Der Großteil der Einnahmen wurde jedoch aus Bereichen gewonnen, die nicht mit der App abzuwickeln sind (bspw. Mineralölsteuer, oder Schwerverkehrsabgabe).

Teurer als Zollpapiere

"Hiermit bestätige ich, dass ich den einheitlichen Mehrwertsteuersatz von 7,7 % bei der Verzollung von Waren akzeptiere", kündigt die App bereits zu Beginn der Nutzung an. Ohne den erfordertlichen einheitlichen Steuersatz zu bestätigen, kann die App für Verzollungszwecke gar nicht erst verwendet werden. Obwohl für manch Güterklassen (bspw. Tierfutter, alkoholfreie Getränke etc.) ein reduzierter Steuersatz von 2,5 % gilt, zahlt man bei Güter, die den Warenwert von 300 Euro überschreiten, mehr als beim Verzollen am Schalter. Dem Sprecher David Marquis von der Eidgenössischen Zollverwaltung zufolge wurde diese App-Einstellung aufgrund der Benutzerfreundlichkeit generiert, da die Bedienung mit nur einem Steuersatz einfacher sei.

(VOL.AT)

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