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Quelle Österreich ringt ums Überleben

Dem Versandhandelsriesen Quelle dürfte auch in Österreich bald die Luft ausgehen. Die Verhandlungen laufen nach wie vor auf Hochtouren, alle drei Vorstände der Linzer Quelle AG befinden sich in Deutschland und versuchen einen rettenden Investor zu finden, erzählte Betriebsratschef Felix Hinterwirth der APA. Bis heute, Montag, ist aber noch immer kein Geldgeber in Sicht. Eine richtungsweisende Entscheidung soll Branchenkennern zufolge morgen im Laufe des Tages fallen. Davon betroffen sind rund 1.100 Mitarbeiter.

Bis jetzt haben der Hamburger Otto-Konzern und der ehemalige Rewe-Austria-Chef Martin Lenz Interesse bei Quelle Österreich bekundet. Otto soll jedoch nur an Teilen von Quelle interessiert sein, Lenz soll Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg etliche Male kontaktiert haben – zuletzt vergangenen Freitag – aber es habe keiner regiert, berichtet der “Standard” in seiner Montagsausgabe. Hinterwirth bestätigte gegenüber der APA, dass Lenz bei Görg ein Angebot abgegeben hat. Mehr wisse er darüber nicht. Görg bzw. sein Sprecher Thomas Schulz waren vorerst nicht erreichbar.

Lenz war vier Jahre lang Chef der Quelle Österreich, eineinhalb Jahre führte er Rewe Austria, ein knappes Jahr Neckermann. Zuletzt bemühte er sich um den Kauf der Lebensmittelkette Zielpunkt. Wenn sich bis Montag keiner bei ihm meldet, sei es für ihn und seine Investoren zu spät, sagte er dem “Standard”. Hinter Lenz steht eine internationale Beteiligungsgesellschaft, die Anteile übernehmen und Kapital aufbringen will.

Quelle Österreich sei für den Ex-Rewe-Austria-Chef eines von drei Projekten, die seine vor wenigen Wochen gegründete Investmentgesellschaft European Special Opportunities im Visier habe. Unternehmenssitz ist Zug in der Schweiz. Nationale und internationale Investoren sollen sie mit 150 bis 300 Mio. Euro befüllen. Ziel sei die Übernahme von in Not geratenen Einzelhandelsfirmen im deutschsprachigen Raum. Die Gesellschaft ist dem Bericht zufolge eine Tochter der Eso Capital, die in Summe 450 Mio. Dollar (304 Mio. Euro) veranlagt.

Auch wenn es offenbar einige Interessenten gibt – das deutsche Versandhaus Klingel soll Medienberichten zufolge auch dazu gehören – geht man in Branchenkreisen bereits davon aus, dass Quelle Österreich noch diese Woche zu sprudeln aufhört. Ein möglicher Investor muss ein Kapital von 70 Mio. Euro in die Hand nehmen.

Einen Bericht des deutschen Magazins “Spiegel”, wonach Quelle Österreich nur noch 40 Prozent der Bestellungen ausliefern kann, dementierte Hinterwirth: “Bis Ende voriger Woche haben wir 80 Prozent von dem, was bestellt wurde, ausgeliefert.”

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