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Pum: "Uns sind die Zugpferde abhandengekommen"

Für ÖSV-Alpin-Direktor Hans Pum beginnt mit dem Weltcupauftakt am Wochenende in Sölden (Samstag Damen-, Sonntag Herren-Riesentorlauf) ein neues Kapitel. Seit vielen Jahren führt der Oberösterreicher die Damen- und die Herren-Crew, sah viele TopfahrerInnen und Talente kommen und gehen.

Wie etwa Renate Götschl und Hermann Maier, die mehr als ein Jahrzehnt als Konstante in den Teams fungierten und nun zurückgetreten sind. “Jetzt sind uns die Zugpferde abhandengekommen”, bekannte Pum im Vorfeld von Sölden.

Götschl, die “Speedqueen” der ÖSV-Damen, gab am 19. August ihren Rücktritt vom aktiven Rennsport bekannt, da die 34-Jährige Steirerin schwanger ist. Hermann Maier, 36 Jahre alt, verkündete dann am vergangenen Dienstag eher überraschend sein Karriereende. “Beides kam für mich völlig überraschend, damit habe ich nicht gerechnet, besonders bei der Renate nicht”, bekannte Pum im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur.

Doch für den 55-jährigen Alpin-Direktor der rot-weiß-roten Ski-Armada bricht mit dem Rücktritt von Götschl und Maier keine Welt zusammen. “Okay, die Zugpferde sind weg”, bekannte Pum, “aber es ist wie im normalen Leben: Erfahrene Läufer gehen und Junge stoßen nach.” Wobei Pum, auch wenn er die Rücktritte scheinbar gelassen hin nimmt, gleichzeitig auch auf die großen Erfolge des Power-Duos verweist: “Sie haben dem internationalen Sport sehr viel gegeben, haben in all den Jahren sehr viel bewegt. Man braucht ja nur die Siege und die Stockerlplätze der beiden addieren. Das ist unglaublich.”

Götschl feierte im Slalom von Hafjell 1993 ihren ersten von 46 Weltcupsiegen (24 davon in der Abfahrt), kam im Weltcup auf 110 Podestplätze und wurde 1997 in Sestriere (Kombination) und 1999 in Vail (Abfahrt) Weltmeisterin. Maier kam nach seinem ersten Weltcupsieg 1997 im Super-G von Garmisch auf insgesamt 54 Erfolge und 96 Podestplätze, dazu holte er zwei Olympiasiege und drei Weltmeistertitel.

Dass die beiden mit ihren Erfolgen, aber auch mit ihrem Auftreten das mediale Interesse fokussiert haben, ist Pum klar. Trotzdem sagt er heute: “Es kommt immer wieder wer nach. Als Alberto Tomba zurücktrat, hieß es, das sei eine große Katastrophe, und dann kam der Hermann.” Wobei Pum – der sich auf keinen Namen festlegen will – auch betont, es gehe nicht darum, in die Fußstapfen von Götschl oder Maier zu treten: “Die neuen Stars werden ihre eigene Persönlichkeit und ihr eigenes Profil haben.”

Was aber die kommenden Vorzeigeathleten des alpinen Skisports haben müssen, ist für den ÖSV-Direktor klar: “Sie müssen gute Athleten und Typen sein. Nur Typ zu sein und Schmäh zu führen ist zu wenig. Es braucht auch die sportlichen Erfolge.”

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