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Präsidentschaftswahl im Jemen

Unter dem Schutz von rund 100.000 Soldaten ist am Mittwoch im Jemen ein neuer Präsident gewählt worden. Als klarer Favorit galt Amtsinhaber Ali Abdullah Saleh.

Dieser sah sich zum ersten Mal seit 28 Jahren einem echten Herausforderer gegenüber, dem Oppositionsführer Faisal bin Shamlan. Zwei weiteren Kandidaten wurden keine Chancen eingeräumt. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen wurden am Wahltag drei Menschen getötet.

Zur Wahl aufgerufen waren 9,2 Millionen Jemeniten, unter ihnen 3,9 Millionen Frauen. Saleh, der 1999 ein Ergebnis von mehr als 90 Prozent erzielte, gab am Mittwoch bereits kurz nach Öffnung der Wahllokale seine Stimme ab. Auf den Stimmzetteln ist neben dem Namen der Kandidaten ihr Foto abgebildet, die Stimmabgabe wird mit einem Fingerabdruck auf der Wählerliste bestätigt. Etwa die Hälfte der Jemeniten kann nicht lesen und schreiben.

In der Provinz Tais kam es zu Feuergefechten zwischen den Anhängern der rivalisierenden Kandidaten. Drei Menschen kamen ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. In der Hauptstadt Sanaa nahm die Polizei ein mutmaßliches Mitglied des Terrornetzwerks Al Kaida fest. Der Mann habe Straßenkarten und Sprengstoff bei sich gehabt, verlautete aus Sicherheitskreisen. Wegen der Gewalt wurden landesweit sieben Wahllokale geschlossen.

Im Wahlkampf griffen sich die beiden aussichtsreichsten Bewerber heftig an. Saleh wird vorgeworfen, nichts gegen die weit verbreitete Korruption in seiner Regierung unternommen zu haben. Er regiert das Land seit 1978, zunächst als Präsident des Nordjemens und nach der Vereinigung mit dem Süden 1990 als Staatschef des gesamten Landes. Ihm wird die Entdeckung von Öl im Jemen 1986 zugeschrieben. Shamlan gilt beim Volk als glaubwürdig, seit er 1995 als Protest gegen die Korruption in der Regierung sein Abgeordnetenmandat niederlegte. Er betrieb zuvor Raffinerien im Nordjemen und arbeitete für seine saudische Ölfirma in London.

Alle Kandidaten erhielten zur Überraschung von Beobachtern gleich viel Zeit und Raum in den staatlichen Medien, die vom regierenden Volkskongress kontrolliert werden. Die Wahlkommission erklärte den Wahltag zu einem „Tag ohne Waffen“. Ausnahme ist der traditionelle Dolch, den die Männer zwar bei der Stimmabgabe, aber nicht bei der Auszählung am Gürtel tragen wollten. In Sanaa bildete sich am Morgen vor einem Wahllokal eine Schlange von rund 100 Männern. An einem für Frauen reservierten Eingang warteten sechs von Kopf bis Fuß in traditionell schwarze Gewänder gekleidete Wählerinnen.

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