Präsidentenwahl: ÖVP stellt eigenen Kandidaten auf

Bisher hat sich die Volkspartei beim Thema "Präsidentenwahl" noch zurück gehalten und wollte einen eigenen Kandidaten nicht bestätigen. Dies hat sich nun geändert. In einer Sitzung am Donnerstag abend will Parteichef Josef Pröll seine Kollegen auf die kommenden Wahlkampf-Monate einstimmen.
Pröll spricht sich für Kandidatur aus

Für 19 Uhr am Donnerstag abend hat Sepp Pröll seine wichtigsten Mitarbeiter in die Wiener ÖVP-Parteizentrale geladen. Hier will der Chef seine Pläne für die nächsten Monate und speziell für die kommende Präsidentschaftswahl verkünden. Pröll hat sich dazu entschlossen, mit einem eigenen Kandidaten anzutreten. Ein Partei-Insider: “Pröll will Wählerstimmen, die mit Heinz Fischer unzufrieden sind, auf keinen Fall der FPÖ überlassen.” Eine staatstragende Partei wie die ÖVP sei praktisch dazu gezwungen, bei der einzigen Direktwahl im Land anzutreten.

Außerdem sei es Ziel Prölls, den Druck auf Bundeskanzler Werner Faymann noch weiter zu erhöhen. Nach den Wahlsiegen in Vorarlberg, Öberösterreich, und der EU wolle er der SPÖ auch weiterhin keine Pole Position gönnen. “Er will Heinz Fischer in eine Stichwahl zwingen und dort die Stimmen der anderen Kandidaten einsammeln. Das kann für einen Sieg der Volkspartei reichen.”

Ob der Name des Präsidentschaftskandidaten schon genannt wird, ist hingegen noch unsicher. Die Volkspartei ist zwar fest von einem künftigen Kandidaten Erwin Pröll überzeugt. Aber für Josef Pröll selbst würde eine Nominierung seines Onkels nicht nur Vorteile bringen.

Erwin Pröll gilt als starker Politiker mit klarer Linie und genießt hohes Ansehen in Parteikreisen. Andererseits könnte er als Präsident die angestrebte Kanzlerschaft seines Neffen gefährden. Trotzdem gehen die VP-Granden davon aus, dass Josef Pröll die Kandidatur des Niederösterreichers schlussendlich akzeptieren werde, zumal man bereits Unterstützung für ihn suche.

Erwin Pröll wird am Parteitreffen übrigens nicht teilnehmen, seine persönliche Entscheidung sei noch nicht getroffen. Für die ÖVP kein Kopfzerbrechen. Die Verkündung des Kandidaten solle ohnehin erst passieren, wenn Heinz Fischer seine eigene Wiederkandidatur bestätigt hat.


 

 

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