Präsidenten-Stichwahl in Afghanistan im November

Karzai (Bild) und Abdullah treten gegeneinander an
Karzai (Bild) und Abdullah treten gegeneinander an ©APA (epa)
Der afghanische Präsident Karzai muss sich in zweieinhalb Wochen einer Stichwahl stellen. Wie die Unabhängige Wahlkommission am Dienstag mitteilte, hat er die absolute Mehrheit bei der umstrittenen Präsidentenwahl am 20. August knapp verfehlt. Karzai erklärte sich bereit, am 7. November gegen den früheren Außenminister Abdullah anzutreten. Die Ankündigung wurde international einhellig begrüßt.
Präsident stellt sich Stichwahl

Karzai bezeichnete die bevorstehende Stichwahl als “einen Fortschritt für die Demokratie” in Afghanistan. “Wir glauben, dass die Entscheidung der Unabhängigen Wahlkommission legitim und verfassungskonform ist.” Jetzt sei nicht die Zeit, über Untersuchungen zu diskutieren, sagte er. Vielmehr müssten Fortschritte hin zu “Stabilität und nationaler Einheit” erzielt werden. Auch der Sprecher von Ex-Außenminister Abdullah sagte: “Wir begrüßen die zweite Wahlrunde und sind vollauf bereit, uns daran zu beteiligen.”

Nach vorläufigen Ergebnissen hatte Karzai dabei mit rund 55 Prozent die absolute Mehrheit erzielt. Damit wäre er sofort wiedergewählt gewesen. Die von der UNO unterstützte Wahlbeschwerdekommission hatte jedoch am Montag die Auszählungsergebnisse in 210 Wahllokalen wegen Betrugs für ungültig erklärt. Karzais Stimmenanteil wurde daraufhin auf 49,67 Prozent nach unten korrigiert. Das Ergebnis von Abdullah sollte am Mittwoch bekanntgeben werden.

US-Präsident Obama begrüßte die Zustimmung Karzai zur Stichwahl als wichtigen Schritt hin zur Demokratie. Auch der EU-Außenbeauftragte Solana äußerte sich positiv. UNO-Generalsekretär Ban versicherte, die Stichwahl habe die Unterstützung der Vereinten Nationen. “Wir werden unser Bestes tun, um sicherzustellen, dass die Wahlen so glaubwürdig, transparent und sicher ablaufen wie nur möglich”, so Ban.

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