Prozess gegen Serbenführer Karadzic vertagt

Serbenführer boykottierte Eröffnung
Serbenführer boykottierte Eröffnung ©APA (epa)
Vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag ist am Montag der Prozess gegen den früheren Präsidenten der bosnisch-serbischen Republik Radovan Karadzic kurz nach dem Auftakt auf Dienstag vertagt worden. Karadzic, der sich selbst verteidigt, hatte die Prozesseröffnung boykottiert.
Karadzic boykottiert Prozessauftakt
Prozess gegen Karadzic eröffnet

“Ich stelle fest, dass der Angeklagte Herr Karadzic nicht anwesend ist”, sagte der südkoreanische Richter O-Gon Kwon. “Ich stelle ebenfalls fest, dass, weil er sich entschlossen hat, sich in dem Verfahren bisher selbst zu verteidigen, kein Anwalt in seinem Namen hier ist.” Angesichts der Abwesenheit werde das Verfahren vertagt und am Dienstag um 14.15 Uhr mit der Verlesung der Anklagepunkte wieder aufgenommen. “Wir fordern Herrn Karadzic auf, teilzunehmen, damit das Verfahren nicht behindert wird”, sagte der Richter. Karadzic hatte dem Gericht am Mittwoch mitgeteilt, er sei noch “nicht bereit” für den Prozess. Im September hatte er vergeblich versucht, zehn weitere Monate für die Vorbereitung seiner Verteidigung zu erhalten.

Der 64-Jährige ist wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 angeklagt. Die Anklage wirft Karadzic vor, einen Plan zur “ethnischen Säuberung” von Teilen Bosnien-Herzegowinas entwickelt zu haben. Im Mittelpunkt steht das Massaker von Srebrenica, bei dem mehr als 7.000 muslimische Burschen und Männer getötet wurden. Ihm droht lebenslange Haft.

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