Prozess gegen Pentagon-Hacker beginnt

Der Engländer Gary McKinnon, der sich auf der angeblichen Suche nach UFO-Unterlagen in die Computer des amerikanischen Pentagon, der NASA, der US-Armee und weiterer Institutionen gehackt hatte, gab am Dienstag eine Presse-konferenz in London. Seine Anwälte werden auf schuldig plädieren. Bilder der Konferenz

Der englische Staatsbürger Gary McKinnon gab auf einer Pressekonferenz am Dienstag bekannt, dass er sich in die Computer verschiedenster hoher Institutionen in Amerika gehackt hatte und daher auf schuldig plädieren werde. Der 42-Jährige Systemanalyst, der unter dem Asperger-Sydrom leidet, hatte sich aus dem Schlafzimmer der Tante seiner damaligen Freundin in insgesamt 97 Computer der US-Armee, der NASA und des Pentagon gehackt.

Jedoch beteuert McKinnon, dass ihn alleinig die Neugier dazu getrieben hätte – und sehr schlechte Sicherheitsvorkehrungen der betroffenen Institutionen. Nach Angaben der US-Regierung stahl der Brite Passwörter und löschte Dokumente. Ihm könnten bis zu 70 Jahre wegen Sabotage im Gefängnis bevorstehen, sollte er tatsächlich schuldig gesprochen werden. Der Kampf um die Auslieferung von McKinnon an die USA war ein langwieriger Prozess, doch im August 2008 lehnte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte einen Antrag gegen die Auslieferung ab.

 

Der Arbeitslose soll zwischen 2001 und 2002 fast 100 Computer von London aus angezapft haben. McKinnon gestand nach Informationen über UFOs gesucht zu haben. “Er ist wegen der Entscheidung um Auslieferung an die USA am Boden zerstört”, sagte Verteidigerin Karen Todner damals. “Unser Mandant steht nun vor einer Strafverfolgung und Haft Tausende Meilen entfernt von seiner Familie, in einem Land, das er nie betreten hat.”

Die US-Behörden beschuldigen McKinnon, kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 Daten gelöscht und ein wichtiges System beim Militär lahmgelegt zu haben. Weil sein Vergehen unter Umständen wie Terrorismus zu behandeln sei, droht ihm lebenslange Haft. McKinnon hält das für Verletzung seiner Menschenrechte. Der Mann wurde in Großbritannien 2002 festgenommen, aber nie angeklagt.

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