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Prozess gegen Marc Dutroux beginnt

In Belgien beginnt heute der Prozess gegen den mutmaßlichen Kindermörder Marc Dutroux.  1995 und 1996 soll der 47-Jährige sechs Mädchen entführt und vergewaltigt haben.

Vier der Opfer im Alter von acht bis 19 Jahren starben an den Torturen.

Das Urteil dürfte auf lebenslänglich lauten. Mit auf der Anklagebank stehen Dutroux’ Ex-Frau sowie zwei mutmaßliche Komplizen. Als Schlüsselfrage in dem Verfahren gilt, ob einflussreiche Kreise in Politik und Justiz die Taten deckten. Dies und die Existenz eines Pädophilen-Netzwerks ließen sich bis heute nicht beweisen. Das Urteil in dem „Jahrhundertprozess” in der südbelgischen Provinzhauptstadt Arlon wird für Anfang Mai erwartet.

Die Staatsanwaltschaft hält Dutroux für den Chef einer Bande, die sechs Mädchen entführte, missbrauchte, gefangen hielt und vier von ihnen ermordete. Julie, Melissa, An und Eefje soll er 1995 entführt, vergewaltigt und ermordet haben. Sabine und Laetitia konnten im August 1996 aus einem Kellerversteck befreit werden. Nach 69 Tagen Gefangenschaft gelten sie als die wichtigsten Zeugen. Vorgeworfen wird Dutroux auch die Ermordung seines mutmaßlichen Komplizen Bernard Weinstein. Mit ihm auf der Anklagebank: Seine damalige Frau Michelle Martin, sein mutmaßlicher Komplize Michel Lelievre sowie der Brüsseler Geschäftsmann Michel Nihoult.

450 Zeugen sollen zu dem Fall gehört werden, der das Vertrauen der Belgier in den Staat und das Rechtssystem nachhaltig erschüttert hat. Pannen bei der Fahndung und die fast acht Jahre lange Vorbereitung der Anklage haben immer wieder zu Vorwürfen von Vertuschung und Schlamperei geführt und nährten Spekulationen über einflussreiche Hintermänner. Mehr als 1.000 Journalisten werden aus Arlon berichten.

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