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Proteste gegen Reformen eskalieren: Straßenschlachten in Athen

Das griechische Parlament debattiert über die geforderten Reformen, auf den Straße fliegen Molotov-Cocktails.
Das griechische Parlament debattiert über die geforderten Reformen, auf den Straße fliegen Molotov-Cocktails. ©AP
Athen. Bei einer Demonstration vor dem griechischen Parlament ist es am Mittwochabend zu Ausschreitungen gekommen. Eine Gruppe von rund 200 Autonomen mischte sich unter eine friedliche Demonstration von Gegnern des Sparprogramms. Sie lösten sich aus der Menge und warfen mehrere Brandflaschen auf Polizisten.
Straßenschlachten in Athen I
Straßenschlachten in Athen II
Friedliche Proteste am Nachmittag
Tsipras gegen die eigene Partei

Jugendliche warfen am Rande einer Protestkundgebung mit Molotow-Cocktails und Steinen auf die Bereitschaftspolizisten, die Beamten setzten massiv Pfefferspray und Tränengas ein. Friedliche Demonstranten flüchteten in Panik. Nach Angaben der Polizei waren rund 12.500 Menschen bei der Kundgebung auf dem Syntagma-Platz vor dem Athener Parlament.

Straßenschlachten in Athen

Auch Fensterscheiben wurden eingeschlagen und Autos angezündet. Die Polizei meldete mindestens 50 Festnahmen. Die Demonstranten riefen “Der Terrorismus, der im Parlament geschieht, wird uns nicht stoppen.” Eine Frau erklärte während der Demo, sie fühle sich von Tsipras betrogen.

“Oxi” zu Spar- und Reformmaßnahmen

“Nein zu Privatisierungen, rettet die Häfen, die (staatliche Elektrizitätsgesellschaft) DEI, die Krankenhäuser”, stand auf einem Transparent vor dem Parlament. “Annulliert das Memorandum, streicht die Schulden”, forderte die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes, Adedy, die mit zu der ursprünglich friedlichen Demonstration aufgerufen hatte.

“Ich bin hier, weil die Regierung unser Votum vom 5. Juli nicht respektiert hat, und auch nicht, was wir seit fünf Jahren durchmachen. Ich habe studiert und finde keine Arbeit, nur hier und da ein paar Stunden, schlecht bezahlt”, sagte die 28-jährige Heleni mit Blick auf das Referendum, in dem sich eine klare Mehrheit der Griechen gegen weitere Sparprogramme ausgesprochen hatte. “Wir haben kein Geld mehr, Millionen von Arbeitslosen, wir können ein drittes Programm nicht mehr aushalten”, sagte Maria Dimitri, die im Protestzug der Kommunistischen Partei KKE mitging.

Viele Griechen lehnen die harten Reform- und Sparauflagen ab, denen Tsipras im Gegenzug für weitere Milliardenhilfen für die kommenden drei Jahre zustimmen musste. Etliche Abgeordnete seiner Syriza-Partei wollten gegen die Auflagen stimmen.

Das griechische Parlament verhandelt am Abend über neue Spar- und Reformgesetze abstimmen. Die Billigung im Eilverfahren ist Voraussetzung dafür, dass die Kreditgeber mit Athen über neue Finanzhilfen verhandeln. (Mehr dazu in “Griechenlandkrise: Tsipras droht seinen eigenen Abgeordneten mit Rücktritt“)

 

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