Projekt Walgaubad auf Eis gelegt

Nenzing (VN) - Die Euphorie „Walgaubad neu“ in der Regionalen Freizeit- und Infrastruktur-Gesellschaft (RFI), zu der die Gemeinden Nenzing, Schlins, Bludesch und Ludesch gehören, ist der Ernüchterung gewichen.

Die Aluminium-Gießerei Speedline über der Ill in Schlins wird nun doch nicht die Abwärme aus dem Industriebetrieb für die Energieversorgung des als Ganzjahres-Erlebnisanlage geplanten Freibades in Nenzing zur Verfügung stellen. „Aus technischen Vorbehalten“, wie es von der Unternehmensleitung heißt. Speedline verpufft derzeit die Abwärme, die für die Beheizung der Freizeitanlage vorgesehen war, in die Luft.

„Rechnerisch wäre sich ein Betrieb des ‚Walgaubad neu‘ nur mit Billigstenergie kostenneutral ausgegangen. Die Pläne für die rund zehn Millionen Euro teure Neuanlage werden infolge der jetzt vorherrschenden Situation nunmehr für unbestimmte Zeit auf Eisgelegt“, erklärt RFI-Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Müller.

Konzept „Walgaubad neu“

Vor sechs Jahren hat die Regionale Freizeit- und Infrastruktur-GmbH den Betrieb des über 30 Jahre alten Walgaubades in Nenzing übernommen. Und seit mehr als zwei Jahren wurde am Konzept „Walgaubad neu“ getüftelt. In mehreren gemeinsamen Sitzungen haben sich die Gemeindevertretungen von Schlins, Nenzing, Bludesch und Ludesch für eine Ganzjahreslösung als Ersatz für das veraltete und lecke Walgaubad ausgesprochen. Techniker, Touristiker und Experten für Freizeitanlagen wurden zu Rate gezogen, Expertisen und Finanzierungspläne erstellt. Die Tatsache, dass sich ein saisonal im Sommer betriebenes Schwimmbad niemals rechnet, war allen klar.

Allein im vergangenen Sommer mussten beim Walgaubad von der RFI als Betreibergesellschaft rund 150.000 Euro Abgang geschluckt werden, Investitionen eingeschlossen. „In Gesprächen mit Speedline-Technikern wurden Details zur Wärmeabgabe besprochen, seitens der Unternehmensleitung signalisierte man gegenüber dem Schlinser Bürgermeister Harald Sonderegger im Sommer 2010 Zustimmung. In beiderseitigem Einverständnis wurden noch im vergangenen Dezember Vertragsformulierungen ausgetauscht“, wundert man sich bei der RFI jetzt über die aktuell ablehnende Haltung des Industriebetriebs.

Schlag ins Wasser

Nachdem sich die Projektpläne vorerst gleichsam als Schlag ins Wasser erwiesen haben, will die RFI als Betreiber des Walgaubads nun versuchen, zumindest den diesjährigen Sommer nochmals zu überbrücken. Im Mai soll das „alte“ Freibad für die Badegäste geöffnet werden. Vorab müssen die Beckenanlagen noch behelfsmäßig instandgesetzt werden, allfällige Wasserverluste versucht man zu kompensieren. (VN/AMP)

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