Probleme beim Gehen und Trinken: Spott für skurrilen Trump-Auftritt

US-Medien machten zögerlichen Bühnenabgang und Griff zum Wasserglas zum Thema.
US-Medien machten zögerlichen Bühnenabgang und Griff zum Wasserglas zum Thema.
Vor der Weltpresse hinfallen? Gerade für den US-Präsidenten ein Alptraum. Dass Donald Trump eine "rutschige" Rampe langsam und vorsichtig herunterging, sorgte im Netz umgehend für Spott.

Ein zweiter Grund, warum das Schlagwort #Trumpisnotwell - Trump gehts nicht gut - am Wochenende zum Trend mit bissigen Bemerkungen auf Twitter wurde, ist ein weiterer Video-Schnipsel von einer Rede Trumps am Samstag in der Militärakademie West Point. Dort ist zu sehen, wie der US-Präsident beim Trinken die zweite Hand zu Hilfe nimmt, um das Glas an die Lippen zu führen.

Trump braucht zwei Hände für Wasserglas

Trump, der am Sonntag 74 Jahre alt wurde, sorgte mit einer Erklärung auf Twitter für zusätzliche Aufmerksamkeit: Die Rampe sei "sehr lang und steil" gewesen, habe kein Geländer zum Festhalten gehabt und sei vor allem sehr rutschig gewesen. "Das Letzte, was ich tun wollte, war hinzufallen, damit die Fake News damit Spaß haben."

Rampe war "sehr lang und steil"

Das Thema Alter und mangelnde Fitness ist Trump im US-Präsidentschaftswahlkampf wichtig. So spottet er oft über seinen designierten demokratischen Herausforderer Joe Biden wegen sprachlicher Aussetzer und nennt ihn "Sleepy Joe" (Schläfriger Joe). Biden ist 77 Jahre alt.

Trump wies alle Spekulationen zurück

Ausgerechnet zu seinem 74. Geburtstag am Sonntag hat sich US-Präsident Donald Trump mit Spekulationen über seinen Gesundheitszustand konfrontiert gesehen. Auslöser waren Aufnahmen davon, wie Trump nach einer Rede an der berühmten Militärakademie West Point am Samstag nur äußerst zögerlich und offenbar mit Schwierigkeiten die Bühnenrampe herunter geht.

Verschiedene US-Medien thematisierten auch, dass der Präsident während seiner Rede in West Point beide Hände gebraucht habe, um ein Glas Wasser an die Lippen zu führen. Zudem habe er Artikulationsschwierigkeiten beim Namen des Weltkriegsveteranen Douglas MacArthur gehabt.

Trump reagierte noch am Samstagabend auf die Spekulationen und wies diese zurück. Die Rampe von der Bühne herunter habe kein Geländer gehabt, sie sei "sehr lang und steil und vor allem sehr glitschig" gewesen, schrieb er im Online-Dienst Twitter. "Das Letzte, was ich tun wollte, war zu fallen, damit die Fake News darüber lachen", schrieb der Präsident, der die Medien regelmäßig als "Fake News" beschimpft. Trump fügte hinzu, die letzten drei Meter der Rampe sei er sogar "gerannt". Reporter vor Ort gaben indes an, das Wetter sei trocken gewesen, zudem sei die Rampe nicht besonders steil gewesen.

Immer wieder Spekulationen

Es ist nicht das erste Mal, dass Trumps Gesundheitszustand in Frage gestellt wird, insbesondere von seinen politischen Kritikern. Dabei reichten die Spekulationen von früher Demenz bis hin zu einem leichten Schlaganfall.

Nebenwirkungen von Hydroxychloroquin?

Ende Mai schien Trump bei einer Kranzniederlegung auf dem Nationalfriedhof in Arlington Probleme zu haben still zu stehen. Einige Kommentatoren mutmaßten aber, Trump könne lediglich erschöpft gewesen sein. Der Auftritt erfolgte zudem zu einem Zeitpunkt, zu dem der Präsident bekanntgegeben hatte, er habe das Medikament Hydroxychloroquin eingenommen. Trump ging trotz fehlender medizinischer Nachweise davon aus, dies könne vorbeugend gegen eine Corona-Infektion helfen. Zu den Nebenwirkungen des Mittels zählen Schwindel und Übelkeit.

Die Gesundheit des US-Präsidenten wird immer eingehend beobachtet, und Trump wirkte bisher vergleichsweise fit für sein Alter. Die Ergebnisse einer Routineuntersuchung waren erst vor einigen Tagen vorgelegt worden. Demnach hat Trump mit 110 Kilogramm zwar Übergewicht, die übrigen Werte lagen aber im Normalbereich.

Trump spottet immer wieder über Biden

Trump hat sich in der Vergangenheit regelmäßig über den Gesundheitszustand seines voraussichtlichen demokratischen Herausforderers bei der Präsidentschaftswahl im November, Joe Biden, lustig gemacht. Biden ist drei Jahre älter als Trump.

Trump war bei seinem Amtsantritt im Jänner 2017 der bisher älteste Präsident der Vereinigten Staaten. Angesichts des Alters sowohl von Trump als auch von Biden könnte die Frage der körperlichen Fitness im Wahlkampf eine große Rolle spielen.

(APA)

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