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Premiere von "Death Proof" in Cannes

Der neue Trash-Film von Kult-Regisseur Quentin Tarantino feierte am Dienstag beim Filmfestival in Cannes Premiere. Der Film verspricht ein typisches Tarantino-Spektakel.  

In Quentin Tarantinos Car-Crash-Stunt-Schocker „Death Proof“ wird eines jener Mädchen, die wie die eingesetzten Autos meist in voller Fahrt sind und einen grauenvollen Unfalltod sterben, Schmetterling genannt. Dagegen herrscht in der Verfilmung von Jean-Dominique Baubys Buch „Die Taucherglocke und der Schmetterling“ Stille und Stillstand. Der Streifen des amerikanischen Malers und Regisseurs Julian Schnabel hinterlässt einen starken Eindruck.

Baubys Buch erschien vor zehn Jahren. Es schildert, wie der erfolgsverwöhnte Chef eines Modemagazins nach einem Schlaganfall fast gänzlich gelähmt wieder aufwacht und mühsam erlernt, mittels Augenzwinkern mit seiner Umgebung zu kommunizieren. Der erste Satz, den er mit Hilfe eines von seiner Logopädin erarbeiteten Zwinker-Alphabets schreibt, lautet: „Ich möchte sterben.“ In die extremen Gefühle, die der bei klarem Verstand in einen Körpersarg eingesperrte Mann durchlebt, mischt sich eine neue Herausforderung: Er wird trotz seines Handicaps seinen bereits abgeschlossenen Buchvertrag erfüllen. Wenige Tage nach Erscheinen des Buches starb Bauby. Der französische Schauspieler Mathieu Almaric, der in Cannes auch als despotischer Theaterregisseur in dem neuen Film von Valeria Bruni Tedeschi zu sehen ist, schafft in der Hauptrolle des mit Emmanuelle Seigner, Max von Sydow, Jean-Pierre Cassel und Marie-Josée Croze auch in den Nebenrollen prominent besetzten Films mit minimalistischen darstellerischen Mitteln ein Maximum an Wirkung. Julian Schnabel gelingt es darüber hinaus, mit verschwommenem subjektiven Kamerablick eine filmästhetische Umsetzung zu finden, die eine Ahnung von der verzweifelten Ausnahmesituation vermittelt. Ein tief gehendes Kino der letzten Dinge, und mit Almaric ein erster Favorit auf einen Darstellerpreis.

Was für ein Unterschied zu Quentin Tarantinos temporeicher Schleuderfahrt: „Death Proof“ bringt absoluten Trash in den mit hochklassigen cineastischen Leistungen heuer ohnedies nicht allzu sehr verwöhnten Wettbewerb. Sein in den USA gemeinsam mit Robert Rodriguez’ „Planet Terror“ als Double Feature gestarteter Streifen ist eine zweiteilige, bis an die Grenze des machbaren gehende Hommage an Car-Stunts und das amerikanische Grindhouse-Kino, die an Sinnlosigkeit kaum zu überbieten ist. Dass dieser Streifen bei einem Stunt-Festival ein Anwärter auf den Hauptpreis sein dürfte, steht außer Zweifel, was er in Cannes zu suchen hat, ist allerdings mehr als fraglich. Kurt Russell ist der mysteriöse Protagonist „Stuntman Mike“, der Gruppen ausgelassener Girls nachsteigt, um sie anschließend entweder in oder mit seinem „death proof“-Auto umzubringen. Dass Tarantino im zweiten Teil eine neue Girl-Gang schließlich den Spieß umdrehen lässt (denn diesmal ist Stuntman Mike selbst an Stunt-Women geraten), gibt den Film zwar noch eine Spur political correctness, ändert aber nichts daran, dass man das Gefühl hat, dass hier ein prominenter Regisseur einfach ausprobieren wollte, was durchgeht. Traurige Erkenntnis: Es geht fast alles durch, solange man den richtigen Namen hat.

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