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Preisdumping-Diskussion: Sind Lebensmittel zu günstig?

Betroffene Bauern sollen bei Ombudsstelle unfaire Geschäftspraktiken des Handels melden können
Betroffene Bauern sollen bei Ombudsstelle unfaire Geschäftspraktiken des Handels melden können ©APA
Die Diskussion um zu billige Lebensmittel erreicht auch Österreich.

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) will etwas gegen zu niedrige Lebensmittelpreise in den Supermärkten unternehmen und fordert vom Handel einmal mehr faire Erzeugerpreise. Die Ketten sollen ihre Marktmacht bei den Verhandlungen nicht ausnutzen. Abhilfe schaffen soll die Einrichtung einer Ombudsstelle für Bauern.

"Also wir werden jetzt auf jeden Fall eine Mediations- und Schlichtungsstelle einrichten, wo sich auch betroffene Landwirte anonym hinwenden können, um solche unfairen Geschäftspraktiken auch zu melden", sagte Köstinger am Mittwoch im Ö1-Morgenjournal.

Gegen unfaire Handelspraktiken

Diese schon von der türkis-blauen Regierung beschlossene Ombudsstelle soll heuer bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eingerichtet werden, das ist Teil der Umsetzung einer EU-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken, die die EU-Länder bis Mai nächsten Jahres übernehmen müssen. Von staatlich verordneten Mindestpreisen für Lebensmittel hält Köstinger nichts, sie setzt auf weitere Gespräche mit dem Handel.

"Wir sehen einfach, dass nach wie vor es immer wieder an der Tagesordnung ist, dass rückwirkend Preise nachverhandelt werden, dass auch Organisationen, Erzeugerorganisationen, die sich beschweren, dann ausgelistet werden und dergleichen", so die Landwirtschaftsministerin. Solche unlauteren Geschäftspraktiken müssten ein Ende haben.

Nahrungsmittel-Gipfel in Deutschland

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat diese Woche angesichts von Kampfpreisen für Lebensmittel den Handel zu fairen Bedingungen für die Bauern aufgerufen. Am Montag fand dazu ein Treffen von deutschen Regierungsvertretern sowie Vertretern des Einzelhandels und der Nahrungsmittelindustrie statt.

Rewe-Chef Lionel Souque verteidigte die Preisgestaltung des Handels. "In Deutschland leben rund 13 Millionen Menschen in Armut oder an der Armutsgrenze", sagte er der dpa. "Günstige Lebensmittelpreise ermöglichen diesen Menschen eine gesunde und sichere Ernährung." Er betonte zugleich, es sei gut und richtig, über mehr Wertschätzung von Lebensmitteln zu reden.

Supermärkte schlagen Aldi & Co.

Laut der neuesten GfK-Studie stiegen die Umsätze von Supermärkte wie Rewe oder Edeka 2019 mehr als jene der deutschen Discounter:

Österreich teurer als Deutschland

Im Vergleich zu anderen Ländern ist Österreich allerdings immer noch ein relativ teures Pflaster, wenn es um die Ausgaben für Essen und Trinken geht. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke kosteten hierzulande im Jahr 2018 um 25 Prozent mehr als im Durchschnitt der EU. Damit hatte Österreich das zweithöchste Preisniveau hinter Dänemark und war gleichauf mit Luxemburg.

Besonders teuer sind in Österreich Brot und Getreideerzeugnisse (35 Prozent über dem EU-Schnitt) sowie Fleisch (46 Prozent über EU-Schnitt). Doch auch Milch, Käse und Eier kosten im Schnitt um 7 Prozent mehr als im EU-Durchschnitt. Bei Fleisch ist Österreich unter allen EU-Ländern am teuersten.

In Deutschland sind Lebensmittel hingegen günstig. Deutschland lag in der Statistik bei 102, Griechenland bei 106, Italien bei 111, Frankreich bei 115. Am teuersten in der EU war Dänemark mit einem Wert von 130. Am billigsten sind Lebensmittel in den östlichen EU-Ländern Rumänien mit einem Wert von 66 sowie in Polen (69) und Bulgarien (76). Dort sind allerdings auch die Löhne weit niedriger als in Westeuropa.

(APA)

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