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Präsidentschaftskandidat bleibt verschwunden

Der liberale russische Präsidentschaftskandidat Iwan Rybkin ist am Sonntag den dritten Tag in Folge verschwunden geblieben. Seine Familie beantragte beim Innenministerium eine polizeiliche Suche.

„Die Polizei hat es akzeptiert und vermutlich werden sie die Suche beginnen“, sagte Tukajew. „Wir hoffen, dass dies bei einem registrierten Präsidentschaftskandidaten Priorität hat.“ Rybkin wurde zuletzt am Donnerstagabend gesehen. Seitdem hat er eine geplante Pressekonferenz nicht wahrgenommen und niemanden kontaktiert, sagte Tukajew.

„Es ist nicht zu verstehen, warum er seine engsten Verwandten und sein Wahlkampfteam nicht kontaktiert“, fügte er hinzu. Rybkin gilt als einer der schärfsten Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Unter dessen Vorgänger Boris Jelzin war er Nationaler Sicherheitsberater gewesen. Er wurde am Samstag, fünf Wochen vor der Präsidentenwahl, als fünfter Kandidat offiziell zugelassen. Rybkin hatte seinen Wahlkampf mit einem offenen Brief in der Zeitung „Kommersant“ in dieser Woche eröffnet. Darin warf er Putin vor, Russlands letzter mächtiger Oligarch zu sein und seine Macht auf der Verbreitung von Furcht aufgebaut zu haben. Rybkin wird von dem Milliardär Boris Beresowski unterstützt, der ebenfalls unter Jelzin einflussreich war und nun im britischen Exil lebt. Rybkin tritt für eine Verhandlungslösung im Tschetschenien-Konflikt ein. Putin lehnt das kategorisch ab.

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