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Prachtparade für Elizabeth II.

Schummeln beim Termin hat sich gelohnt: War der Himmel beim "echten" Geburtstag von Elizabeth II. im April noch grau, so herrschte nun zu den offiziellen Feiern des 80. Ehrentages "Königinnenwetter".

Strahlender Sonnenschein ließ am Samstag bei den unzähligen Schaulustigen in London Feierstimmung aufkommen – und die Queen bei Temperaturen um die 30 Grad auf ihrem Ehrenpodest schwitzen. Noch schlimmer traf es die auf dem Paradeplatz angetretenen tausend Soldaten der Welsh Guards, die ihre traditionellen Bärenfellmützen trugen.

Weniger schweißtreibend wäre die Zeremonie am wirklichen Geburtstag gewesen, am 21. April. Aber schon seit Jahrzehnten ist die Königin die einzige Frau der Welt, die zwei Mal im Jahr Geburtstag feiern darf. Einmal privat am 21. April und dann noch einmal „offiziell“ im Juni, der genaue Tag wird jedes Jahr neu festgelegt. Diesmal war es der 17. Juni – und die Sonne schien. Damit wurde der einzige Wunsch der Queen für ihr Ehrenfest erfüllt: „Einen schönen sonnigen Tag“ hatte sie sich ersehnt.

Trotz der Hitze lief die mehr als einstündige Zeremonie „Trooping the Colour“ wie am Schnürchen. Danach fuhren die Königin und ihr ebenfalls Bärenfellmütze tragender Ehemann Prinz Philip in der offenen Kutsche zurück in den nahe gelegenen Buckingham Palace. Das schon 1842 von Königin Victoria genutzte Gefährt wurde von zwei Schimmeln gezogen.

Die Fahrt ging die seit Jahrhunderten als Paradestrecke genutzte Mall im Zentrum Londons entlang, die durchgehend mit dem Union Jack beflaggt war. Am Straßenrand jubelten zehntausende Londoner und Besucher der Queen zu. „Sie sieht unglaublich gut aus“, sagte die Londonerin Anna Nevill. „Ich bin stolz auf unsere Königin. Und das lila Mantelkleid passt perfekt zu den weißen Pferden.“ Bis 1986 hatte die Queen bei ihren Geburtstagsparaden sogar selbst hoch zu Ross gesessen. Dann ging ihr Lieblingspferd Burmese in Pension – und Elizabeth II. stieg auf die Kutsche um.

In dieser fuhr sie vor dem Palast vor, wo auf dem Balkon mit Ausnahme der um ihren verstorbenen Vater trauernden Ehefrau von Thronfolger Prinz Charles, Camilla, und dem Militärdienst schiebenden Elizabeth-Enkel William bereits die ganze königliche Familie wartete. Zusammen gönnte man sich eine kurze Verschnaufpause im Palast. Draußen räucherten in der Zwischenzeit Salutschüsse aus Kanonen die Schaulustigen ein, bevor es zum Höhepunkt des Tages kam: Die Queen und ihre Familie traten zusammen auf den Balkon und verfolgten mit ihren Untertanen den Geburtstagsgruß der Royal Air Force: 49 Flugzeuge aus mehreren Jahrzehnten donnerten über das Schloss hinweg, die imposanteste Flugschau über London seit Jahren.

Nach der Medienberichten zufolge 50.000 Pfund (73.217 Euro) teuren Luftshow und Freudenschüssen der Welsh Guards gab es noch ein Winken für die Untertanen – dann endlich war es für die inzwischen doch leicht ermattet wirkende Queen geschafft. Noch im Laufe des Tages wollte sie in ihr Privatschloss nach Windsor fahren und sich erholen. Schließlich stehen kommende Woche wieder viele Termine an. Unter anderem gibt es die Rennwoche in Ascot – für Pferdeliebhaberin Elizabeth ein letztlich wohl wichtigeres Ereignis als ihre Geburtstagsfeiern.

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