"Post ist schlecht vorbereitet und die Mitarbeiter dürfen es ausbaden"

©Österreichische Post AG
Am Montag wandte sich der Bundesvorsitzende der Post-Gewerkschaft Helmut Köstinger an die Öffentlichkeit. In einer Presseaussendung beschreibt er von den aktuellen desolaten Zuständen bei der Österreichischen Post AG. Der Vorarlberg Gewerkschafter Franz Mähr spricht sogar von einem drohenden Kollaps.

Die Gewerkschafter sind wütend und machen ihrem Frust Luft. Bereits in den vergangenen Jahren ist die Anzahl an Pakten gestiegen. Jetzt in der Coronakrise hat es ungeahnte Ausmaße angenommen. Die Österreichische Post AG scheint aber laut der Gewerkschaft alle Anzeichen ignoriert zu haben.

"Pakete explodieren"

Laut dem Gewerkschafter Franz Mähr, sei man nicht auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft vorbereitet. Es fehle schlicht weg an Personal. "Die Situation ist so. Die Pakete explorieren regelrecht in ganz Österreich. Zudem ist zu wenig Personal da. Die Mitarbeiter sind einfach komplett überlastet", fasst Franz Mähr die aktuelle Situation zusammen.

"25 Prozent mehr Personal wird benötigt"

Laut Mähr habe die Pressestelle der Österreichischen Post AG gegenüber Medienvertretern bekannt gegeben, dass in Vorarlberg 25 Prozent mehr Personal benötigt werde. Zudem würde darüber nachgedacht werden, bereits pensionierte Postangestellte wieder zu rekrutieren. "Post-Pensionisten neu anzuwerben ist wie ein Eigentor ohne Tormann", zeigt Mähr deutlich, was er von diesem Vorgehen hält.

Nicht aus der Vergangenheit gelernt

"Man hat sich einfach nicht vorbereitet. Man hat aus den Fehlern in der Vergangenheit nicht gelernt", so Mähr. Der Post-Gewerkschafter sieht nämlich deutliche Parallelen, zwischen heute und was sich bereits 2017 und 2018 in Vorarlberg abgespielt habe. Es wurde zwar extra vom Generaldirektor Georg Pölzl eine Sonderkommision eingerichtet, um diese Vorfälle aufzuklären. Laut Mähr habe sich jedoch nicht viel getan.

Falsche Kommunikation

Laut Mähr wurde zudem an Medienvertreter Daten und Fakten weitergeleitet, welche seiner Meinung nach schlichtweg nicht stimmen. So habe man laut der Pressestelle 100 zusätzliche Mitarbeiter bei der Post in Vorarlberg eingestellt. Von diesen Mitarbeitern habe Mähr jedoch noch nie etwas gehört. Zudem könne er sich vorstellen, dass wie bereits 2018 falsche Angaben von Seiten der Manager in die Zentrale berichtet worden sind. "Anders kann ich mir es auch nicht vorstellen", zeigt sich Mähr ratlos.

Laut Pressestelle keine Zustellprobleme

Auf VOL.AT Anfrage hieß es von der Presssprecherin Kathrin Schrammel, dass der Pressestelle von größeren Zustellungsproblemen in Vorarlberg nichts bekannt sei. "Natürlich haben wir es aktuell mit enormen Sendungsmengen, wodurch wir da und dort geringfügige Lieferverzögerungen nicht ausschließen können", schildert die Pressesprecherin der Österreichischen Post AG. Weihnachten sei bei der Post generell Hochsaison. Die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Lockdowns würden das Paketgeschäft noch einmal zusätzlich antreiben.

"100 zusätzliche Arbeitskräfte"

"Während wir 2019 im Dezember rund 34.000 Pakete täglich zugestellt haben, erwarten wir heuer rund 43.000 Sendungen pro Tag. Für die Bewältigung des Weihnachtsgeschäftes greifen wir selbstverständlich auf mehr Personal zurück, teils in der Distribution, teils in den Logistikzentren, um diese Spitzen abzufedern", so Schrammel. Diese seien sowohl Zeitarbeiter, Frächter als auch Eigenpersonal. "Für Vorarlberg sind das heuer circa 100 zusätzliche Arbeitskräfte."

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