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Post: Ist Lustenau als Nächstes dran?

(VN) Lustenau - In dieser Woche wurden erneut 25 Postämter in Österreich zur Schließung angemeldet. Die gute Nachricht vorweg: Vorarlberg ist diesmal nicht betroffen. Derweil wird jedoch gemunkelt, dass die Schließungswelle auch hierzulande alsbald weiterrollen soll.

Dass es diese Gerüchte gibt, bestätigt auch der Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer. Angeblich betroffen: die „gut frequentierte“ Filiale in Lustenau-Rheindorf. „Offiziell liegt mir allerdings noch nichts vor“, sagt Fischer auf VN-Anfrage. „Für Lustenau wäre die Schließung eine massive Einschränkung, da das Postamt den gesamten nördlichen Ortsteil bedient.“

Unter Beobachtung

Auf der Schließungsliste stehe Lustenau noch nicht, sagt Post-Pressesprecher Martin Riedl: „Es ist aber kein Geheimnis, dass die Filialen ständig beobachtet werden und sich die kleineren auf Dauer nicht rechnen werden.“ Sorgen bereiten Postgewerkschafter Franz Mähr die Postämter im städtischen Bereich von Feldkirch. „Die laufen zwar alle gut, die Dichte ist aber sehr hoch.“ Vor allem den Postpartner in Nofels sieht Mähr als „Gefahr für die Postämter“.

Nur noch 30

Dem Rotstift zum Opfer gefallen sind in Vorarlberg in den vergangenen Jahren knapp 60 Postämter. Von den ursprünglich über 90 werden bald nur mehr 30 übrig sein. Denn, wie die VN bereits berichteten, werden demnächst in sieben Gemeinden die Geschäfte der Post von Partnern übernommen: Lauterach (Schuh Schertler), Frastanz (Aqua Mühle), Hörbranz (Jochums Lädele), Gaißau (Gemeinde), Au („zu 99 Prozent die Gemeinde“), Egg (auf der Suche) und Fußach. In den Gemeinden herrscht Unmut. „Die Post rechnet mit absurden Summen. Alleine für die 1,5 Stellen wurden Personalkosten in Höhe von 75.000 Euro kalkuliert. Kein Wunder, dass die Filiale dann als unrentabel gilt“, kritisiert etwa der Fußacher Bürgermeister Ernst Blum. Im September und zuletzt vor einer Woche habe er daher eine offizielle Beschwerde bei der Regulierungsbehörde eingereicht. „Außerdem werde ich nicht akzeptieren, dass uns solche Dinge durch einen nüchternen Anruf mitgeteilt werden. Noch immer habe ich nichts Schriftliches in der Hand.“

Fußballclub als Partner

In Altach gestaltete sich die Suche nach einem Postpartner zunächst schwierig: „Die Provisionen der Post sind so gering, dass ein Postpartner nicht überleben könnte“, sagte Bürgermeister Gottfried Brändle Ende August. Nun stehen gleich zwei Bewerber zur Auswahl: das Arbeitsprojekt Carla und der SCR Altach. „Beide Räumlichkeiten liegen an der Peripherie. Der Gemeinde wäre ein Postpartner im Zentrum nach wie vor lieber. Eine Präferenz für einen der Bewerber haben wir grundsätzlich nicht. Ein wichtiges Kriterium ist hierbei aber die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel. Und die ist zum Schnabelholz-Stadion eindeutig besser“, meint Brändle. Die Entscheidung liege bei der Post und die soll voraussichtlich noch in dieser Woche fallen.

Unrentables Geschäft

Derweilen haben in Vorarlberg zwei Postpartner, in Bludenz (Schlüsseldienst Schaffenrath) und Nenzing (Gemischtwarenhandel „Lädile“), nach nur wenigen Wochen die Verträge gekündigt. „Die prognostizierten Zahlen haben sich mit dem Einsatz nicht gedeckt. Der Personalaufwand war deutlich höher, die Umsätze sind nicht zu erzielen“, sagt Anton Gantner vom „Lädile“. In den kleinen Gemeinden sei es sicher möglich, dass die Angestellten die Postgeschäfte nebenher erledigen. In den größeren Gemeinden nicht. Gantner rechnet damit, dass in absehbarer Zeit noch mehrere Postpartner das Handtuch werfen. Auch für Postgewerkschafter Franz Mähr steht fest: „Ohne Subventionen rechnet sich das Geschäft nicht. Es wird der Tag kommen, an dem mehr Postpartner geschlossen werden als Postämter.“ Zuversichtlich stimme ihn indes der offenbare Umschwung beim „gelben Riesen“: Die Post hat den Kooperationsvertrag mit der BAWAG P.S.K bis 2020 verlängert. Österreichweit sollen in 520 Filialen (derzeit sind es über 800) bis auf Weiteres Post- und Bankgeschäfte angeboten werden. „Wenn das wirklich stimmt, können in Vorarlberg nicht mehr viele Filialen geschlossen werden. Die Post soll das Konzept endlich auf den Tisch legen. Es gibt nichts Schlimmeres als diese Verunsicherung“, kritisiert Mähr. Dass es dieses Konzept gibt, daran lässt der Post-Pressesprecher keinen Zweifel: „Derzeit werden noch Gespräche geführt. Bis Ende Jahr sollte feststehen, welche Filialen betroffen sind.“

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