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Post-Frühpensionierungen sorgen für massive Kritik

Kosten werden auf Allgemeinheit abgewälzt
Kosten werden auf Allgemeinheit abgewälzt
Dass die teilstaatliche Österreichische Post Mitarbeitern, für die sie keine Verwendung mehr hat, ein großzügiges Abfertigungsmodell anbietet, sorgt für massive Kritik. Tenor: Das Unternehmen hängt die Kosten für die nach dem Golden Handshake drohende Arbeitslosigkeit der Postler der Allgemeinheit um. Laut Post-Chef Pölzl soll das Programm für eine "zweistellige Zahl" von Beschäftigten gelten.

Hintergrund: Das Angebot der Post gilt für Mitarbeiter zwischen 50 und 56 Jahren mit mindestens zehnjähriger Firmenzugehörigkeit. Gerade die über 50-jährigen haben es laut Arbeitslosenstatistik besonders schwer, nach dem Verlust des Arbeitsplatzes einen neuen Job zu finden. 91.320 Personen ab 50 Jahren sind aktuell arbeitslos gemeldet, das sind um 11.558 mehr als noch vor einem Jahr.

Wer freiwillig geht, bekommt bis zu 57 Monatsgehälter

In dem der APA vorliegenden “Freiwilligen-Abfertigungsprogramm” von Post-Personalchef Franz Nigl heißt es unter anderem: “Die Österreichische Post ist bestrebt, die notwendige Reduktion des Personalstandes so sozialverträglich wie möglich vorzunehmen.” Konkret bedeutet das: Wer freiwillig geht, bekommt zwischen 22 und 57 Monatsgehälter – je nach Dauer der Firmenzugehörigkeit und wie schnell man das Angebot annimmt. Betont wird, dass der Deal nur für Arbeitsplätze gilt, für die das Management keine Verwendung mehr sieht – und dass Freiwilligkeit besteht.

Diese “Freiwilligkeit” wird aber von den Mitarbeitern angezweifelt. So schreibt eine Postlerin in einem Mail an die APA: “Gesunde und leistungswillige Mitarbeiter werden zur Untätigkeit genötigt.”

Scharfe Kritik von Grünen und FPÖ

Ähnlich sehen das Grüne und FPÖ. “In Zeiten, in denen viel Steuergeld dafür verwendet wird, ältere Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen, geht ausgerechnet die teilverstaatlichte Post genau den umgekehrten Weg, für dessen Folgekosten ebenfalls wieder die Steuerzahler aufkommen müssen”, so die FPÖ-Abgeordnete Dagmar Belakowitsch-Jenewein.

Birgit Schatz, Arbeitnehmersprecherin der Grünen, meinte heute: “Es ist eine unglaubliche Unverschämtheit als Betrieb im mehrheitlichen Staatseigentum skrupellos eine Kündigungswelle für ältere MitarbeiterInnen anzukündigen. Doch mindestens genauso skandalös ist die Zurückhaltung der Regierung in Anbetracht dieses beschäftigungspolitischen Desasters.”

Und ÖVP-Seniorensprecherin Gertrude Aubauer vermutet, dass “Erfahrung, Kompetenz und Wertschöpfung von Arbeitnehmern über 50 der Post offenbar kein Anliegen sind”.

(APA)

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