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Post droht Schließungswelle - Gewerkschaft tobt

Die Österreichische Post AG bringt bekanntlich allen was, aber am Donnerstag war es vor allem Ratlosigkeit. Laut einem Bericht des "Standard" sollen 300 bis 400 Postämter vor der Schließung stehen, doch die Post schweigt.

“Zahlen kommentieren wir nicht”, hieß es aus dem teilstaatlichen Unternehmen. Auch die staatliche Finanzholding ÖIAG wollte die mögliche Schließungswelle nicht kommentieren.

Laut “Presse” (Freitagausgabe) sollen gar 1.000 der noch bestehenden 1300 Postämter bis 2015 in Postpartner (z.B. Greißler, Tankstellen) umgewandelt werden. Für die ersten 300 Postämter schlägt demnach 2009 die letzte Stunde. Einer der wichtigsten Post-Partner soll die Bawag/PSK werden. Die einstige Gewerkschaftsbank, die jetzt zum US-Fonds Cerberus gehört (fünf Prozent hält die Post), nützt seit langem über einen Kooperationsvertrag die Postämter als Vertriebsfilialen für seine Finanzdienstleistungen. Der Vertrag läuft bis 2015 und bringt der Post jährlich rund 95 Mio. Euro.

Gesprächiger als Post und ÖIAG gab sich Postgewerkschaftschef Gerhard Fritz. Er sei über Schließungen nicht informiert worden und habe bis heute keine Aufsichtsratsunterlagen bekommen. Er kündigte “härtesten Widerstand” an und sprach von einem “ökonomischen Wahnsinn”. Der Aufsichtsrat der Post AG tagt kommenden Mittwoch, dem 12. November. Aber in Zukunft werde sich “alles vor uns abspielen”, so Fritz zur APA. Er sieht nun Finanzminister Molterer als Eigentümervertreter am Zug. Das Finanzministerium hat sich bisher zu den angeblich 400 gefährdeten Postfilialen nicht geäußert.

Ein Aufschrei kam hingegen von FPÖ, Grüne und BZÖ. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl findet die Ausdehnung der Postpartnerschaften durchaus gut. Für SPÖ-Parteivorsitzenden Faymann sind mögliche weitere Privatisierungsschritte bei der Telekom Austria und der Post AG nicht Teil einer Koalitionsvereinbarung.

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