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Portugal: Dörfer von Feuer eingeschlossen

Neues Flammeninferno im "Land der 1.000 Feuer": In Portugal sind innerhalb weniger Stunden 14 Waldbrände ausgebrochen, die Temperaturen stiegen wieder auf bis zu 40 Grad.

In der Gegend von Pampilhosa da Serra im Zentrum des Landes waren zeitweise sieben Ortschaften von Flammen eingeschlossen. „Portugal steht wieder in Flammen“, schrieb die Zeitung „Jornal de Noticias“.

Dabei hatte eine Abkühlung der Witterung den Portugiesen nach einer fast endlos scheinenden Serie von Waldbränden in der vergangenen Woche zu einer Atempause verholfen. Aber diese sollte nicht von Dauer sein. Am Montag kämpften die Löschmannschaften nach Angaben der Feuerwehr gegen mehr als ein Dutzend größere Brandherde in Nord- und Mittelportugal. Die Temperaturen stiegen wieder auf bis zu 40 Grad. In weiten Teilen des Landes wurde wegen „extremer Waldbrandgefahr“ die höchste Alarmstufe ausgelöst.

„Die Flammen lodern 100 Meter vor unseren Häusern“, berichtete ein Bewohner aus dem Ort Casal da Lapa in Mittelportugal. „Das Feuer droht unser Dorf von der Landkarte zu fegen.“ Die Feuerwehr konnte jedoch ein Übergreifen auf Wohnhäuser verhindern. Allerdings ging die Bahnstation in Flammen auf. Die durch den Ort verlaufende Bahnstrecke wurde gesperrt. Der „Sud-Express“ Paris-Lissabon konnte erst nach mehrstündiger Wartezeit seine Fahrt fortsetzen.

Nicht weit entfernt löste in Pinheiro eine andere Feuersbrunst eine Panik unter den 300 Bewohnern des Dorfes aus. Die Flammen erreichten bereits die Gärten am Ortsrand. Die Dorfbewohner konnten jedoch noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr das Vordringen stoppen. Insgesamt waren in Portugal 1.800 Feuerwehrleute, 470 Löschfahrzeuge und 17 Flugzeuge im Einsatz.

Wegen der Jahrhundertdürre breiten die Brände sich in diesem Jahr nicht nur rascher aus als sonst, sondern sind auch unberechenbarer. „Man spricht häufig davon, dass der Wind plötzlich die Richtung geändert habe, aber in Wirklichkeit wurde dieser Wind von den Flammen selbst ausgelöst“, berichtet der Forscher Xavier Viegas von der Universität Coimbra.

Ähnliches gelte für den „Kamineffekt“: „An Berghängen löst das Feuer kräftige Böen aus, die ihrerseits die Flammen antreiben.“ Im Kampf gegen die Waldbrände kamen in diesem Jahr in Portugal acht Feuerwehrleute ums Leben, zwei davon Ende vergangenen Woche. Dies ist die höchste Zahl seit 20 Jahren.

Im benachbarten Spanien standen Wälder in Galicien im Nordwesten des Landes und in der Gegend von Saragossa in Flammen. Bei Muros in Galicien musste ein Campingplatz geräumt werden. Aus dieser Region wurden nach Angaben des staatlichen Rundfunks RNE zwölf – zumeist kleinere – Waldbrände gemeldet.

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