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Polnische Liberale gewinnen Kampf um Großstädte

©AP
Die polnischen Großstädte sind offenbar Bastionen der rechtsliberalen Oppositionspartei Bürgerplattform (PO), wie aus einer am Montag von der Tageszeitung "Rzeczpospolita" veröffentlichten Umfragen des Instituts GfK Polonia hervorgeht.

In beinahe allen großen Städten kann PO mit einem Wahlsieg rechnen. Die Ausnahme von der Regel ist die mittelpolnische Stadt Lodz, wo das Bündnis der Demokratischen Linken (SLD) die besten Chancen auf einen Wahlsieg hat.

In der Hauptstadt Warschau kann sich PO-Chef Donald Tusk siegessicher geben. Er steht direkt mit Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski aus der rechtskonservativen Regierungspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit) in Konkurrenz. 37 Prozent der wahlberechtigten Warschauer unterstützen ihn. Sein Rivale Kaczynski kann mit nur 28 Prozent der Stimmen rechnen.

In Krakau hinkt die PiS noch weiter hinter der oppositionellen PO her. In der südpolnischen Stadt ist Senator Jaroslaw Gowin die Wahllokomotive der Bürgerplattform. Ihm würden derzeit 42 Prozent der Wähler ihre Stimme geben. Seinen wichtigsten Kontrahenten, Justizminister Zbigniew Ziobro (PiS), will hingegen nur jeder vierte wahlberechtigte Krakauer wählen. Der Vorsprung ist weiter ausbaufähig, gab Ex-Premier Kazimierz Marcinkiewicz doch am Montag gegenüber dem Fernsehsender TVN24 bekannt, dass er den PO-Spitzenkandidaten in Krakau unterstützen werde. Für die PiS ein schwerer Schlag, denn Marcinkiewicz war trotz seines Rückzugs aus der Politik Anfang des Jahres weiter ihr populärster Vertreter.

Auch in Poznan ist der Abstand zwischen den Spitzenkandidaten der beiden Parteien groß. Waldy Dzikowski aus der PO kann mit 35 Prozent der Stimmen rechnen. Das sind um satte elf Prozent mehr als Finanzministerin Zyta Gilowska (PiS) gegenwärtig hat. Nur in Lublin wird es enger: Hier treten der PO-Abgeordnete Janusz Palikot (32 Prozent) und Elzbieta Kruk (PiS, 31 Prozent) gegeneinander an.

In Lodz sieht es nicht viel besser für die Kaczynski-Partei aus. In Führung liegt hier derzeit SLD-Chef Wojciech Olejniczak mit 30 Prozent der Stimmen. Die PiS-Spitzenkandidatin, Arbeitsministerin Joanna Kluzik-Rostkowska, erhält sechs Prozent weniger. Ex-Premier Leszek Miller, der aus der SLD ausgetreten ist und nun auf dem ersten Platz der Wahlliste der radikalen Bauernpartei „Samoobrona“ (Selbstverteidigung) kandidiert, wird nur von acht Prozent der Wähler unterstützt. Die vorgezogenen Neuwahlen finden am 21. Oktober statt.

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