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Polizei: In Zürich verletzte Brasilianerin war nicht schwanger

©O Globo
Zürich (CH) - Die Schweizer Behörden zweifeln die Geschichte jener Brasilianerin an, die nach einer Messerattacke durch drei Rechtsextremisten in Zürich eine Fehlgeburt erlitten haben soll. Nun würden auch die Schnittverletzungen untersucht.  Brutale Neonazi-Attacke

Die Frau war am Montagabend mit Schnittverletzungen beim Bahnhof Zürich-Stettbach aufgefunden worden. Sie hatte erklärt, als Folge einer Messerattacke durch drei Unbekannte – wahrscheinlich Neonazis – habe sie auf der Bahnhofstoilette eine Fehlgeburt erlitten. Sie sei im dritten Monat mit Zwillingen schwanger gewesen. Brasilianische Medien veröffentlichten Fotos der verletzten Frau, der auf Beinen und Bauch mehrmals die Abkürzung der rechtspopulistischen und fremdenfeindlichen Schweizerischen Volkspartei (SVP) in den Körper geritzt worden war.

Der Vater der 26-jährigen Juristin, ein Rechtsanwalt und Assistent eines Abgeordneten in Brasilien, war sofort in die Schweiz zu seiner Tochter geflogen. “Sie hat einen völlig zerschnittenen Körper: Gesicht, Hals, Arme, Brustkorb, Beine – vielleicht an die hundert Verletzungen”, berichtete der Mann der brasilianischen Tageszeitung “Jornal Nacional”. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete am Donnerstagabend unter Berufung auf den brasilianischen Außenminister Celso Amorim, Brasilien habe die Schweiz formell um eine “vollständige und transparente” Untersuchung ersucht. Der Geschäftsträger der Schweizer Botschaft sei ins Außenministerium gerufen worden.

Die Polizei teilte am Freitag mit, medizinische Abklärungen des IRM hätten ergeben, dass die Frau nicht schwanger war. Es werde nun auch untersucht, wer der Frau die Verletzungen zugefügt habe. Das rechtsmedizinische Institut wolle aufgrund des Verletzungsmusters abklären, ob sie von Dritten stammen oder von der Frau selbst. Auch kriminaltechnische Abklärungen werden noch vorgenommen. Die Untersuchung werde “noch einige Zeit” dauern.

Der Kommandant der Stadtpolizei Zürich, Philipp Hotzenköcherle, sagte, die Polizisten hätten die Schwere des Ereignisses sofort erkannt und hätten alle erforderlichen Spezialisten umgehend aufgeboten. Er reagierte damit auf Vorwürfe in verschiedenen Medien, die Polizei habe den Vorfall nicht ernst genommen. An Ort und Stelle habe eine kurze Befragung des Opfers stattgefunden. Anschließend sei die Frau ins Spital gebracht worden, wo am Donnerstagabend und Freitag in der Früh weitere Befragungen stattgefunden hätten. Im Zuge der Fahndung nach den Tätern wurden drei Männer von der Stadtpolizei überprüft, doch hätte sich kein dringender Tatverdacht ergeben, der eine Festnahme gerechtfertigt hätte.

Die Stadtpolizei betonte, in alle Richtungen zu ermitteln. Unter anderem werde auch die Videoüberwachung am Bahnhof Stettbach ausgewertet. Weitere Auskünfte waren aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes und aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht zu erhalten.

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