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"Playboy"-Gründer Hefner wird 80

Falls noch jemand einen Beweis dafür braucht, dass man den „Playboy“ wirklich nur wegen der Texte und nicht wegen der Fotos kaufen kann, hier ist er:

Es gibt den „Playboy“ auch in Blindenschrift. Hugh Hefner, der Gründer des Herrenmagazins, hat im Gegensatz zu einem Teil seiner Leser allerdings noch nie vorgegeben, sich nichts aus den Fotos zu machen.

Obwohl er am Sonntag (9. April) 80 Jahre alt wird, war er noch bis vor kurzem mit sieben Blondinen liiert, die zusammen wenig älter waren als er selbst. Mittlerweile sind es nur noch drei, weil er mit zunehmendem Alter Schwierigkeiten hat, sich so viele Namen zu merken.

Sonst aber ist alles wie früher. Hefner zeigt sich auch tagsüber am liebsten im schwarzen Seidenpyjama, hat noch immer einen Spiegel an der Decke seines Schlafzimmers und hält weiter daran fest, er lebe den heimlichen Traum eines jeden Amerikaners: 60 Jahre mit 20-Jährigen.

Der Spross einer streng protestantischen Familie aus Chicago, der eigentlich Missionar werden sollte, ist ohne Zweifel in die amerikanische Kulturgeschichte eingegangen. Die „New York Times“ hat einmal geschrieben, dass sein 1953 gegründetes Magazin für „Männerunterhaltung“ den „amerikanischen Sex revolutioniert“ habe. Hefner, der an falscher Bescheidenheit so wenig Geschmack findet wie an Frauen mittleren Alters, spricht von sich selbst gern als einem Befreier Amerikas. Er habe es geradezu als seine politische Berufung verstanden, mit so vielen Frauen wie möglich zu schlafen. Es sollen so tausend gewesen sein.

Die Werbewirtschaft begriff schnell, dass sie über den „Playboy“ einen klar definierten Abnehmerkreis für Sportwagen, Duftwässer, Zigaretten, Alkohol und Potenzmittel erreichen konnte. Es ist eine Stammkundschaft, für die Männer noch Männer und Frauen Mädchen sind. Ein gewisses Imponiergehabe ist ihr nicht fremd. In den Leserbriefspalten dominieren Anfragen wie: „Meine Frau ist im Bett so beeindruckt von mir, dass Sie meint, ich könnte auch eine Sportskanone sein. Welche Disziplin empfehlen Sie mir?“

Die große Zeit des „Playboys“ waren die sechziger und siebziger Jahre. Dann kamen die Feministinnen, Aids und vor allem sehr viel aggressivere Softpornoblätter. Heute, da man im deutschen Nachmittagsprogramm über Vaginalkrämpfe spricht und sich in Kalifornien Penisverlängerungen zu Weihnachten schenkt, provoziert der „Playboy“ niemanden mehr. Die Auflage ist um mehr als die Hälfte auf jetzt noch drei Millionen gesunken. Hefner muss sich damit zum Glück nicht mehr herumschlagen: Er gab die Führung des Unternehmens 1985 an seine Tochter ab. Eine Zeit lang hörte man nur noch von ihm, wenn er sich eingedenk des „Playboy“-Häschens für eine vom Aussterben bedrohte Kaninchenart stark machte.

Doch in den vergangenen Jahren hat er eine erstaunliche Renaissance erlebt. Unter Bush haben ihn die Anhänger eines freieren Amerikas früherer Tage als liberales Urgestein wiederentdeckt. Schließlich hat sich der „Playboy“ einst nicht nur für sexuelle Freizügigkeit, sondern auch gegen den Vietnamkrieg engagiert. Ganz Hollywood ist heute erpicht darauf, an den legendären Partys in Hefners Villa mit Pfauen und Flamingos teilnehmen zu dürfen. Da ist er dann ganz in seinem Element, lässt sich von Buffy, Katie, Mandy, Sandy und wie sie alle heißen einrahmen und sagt: „Zwischen uns gibt es so viel Liebe und Fröhlichkeit, dass ich mit niemandem tauschen möchte.“

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