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Planen und Bauen für ein Gebäudeleben lang

Nachhaltig bauen heißt, ein Gebäude von der Planung an über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg zu betrachten. Dies mag plausibel klingen, dennoch sind die reinen Errichtungskosten nach wie vor das Maß der Dinge, wenn ein Gebäude entwickelt wird.

Dabei machen die nach der Errichtung entstehenden Folgekosten ein Mehrfaches dieser  Errichtungskosten aus. Denn in der langfristigen Perspektive schlagen ganz andere Faktoren zu Buche.

Unterschätzte Kostentreiber
DI Dr. Helmut Floegl von der Donau-Universität Krems hat die Ausgaben für ein typisches Bürogebäude über einen Zeitraum von 36 Jahren durchgerechnet. Seiner Kalkulation zufolge kostet die Errichtung in diesem Beispiel 1.300 Euro je Quadratmeter Nutzfläche, die Energiekosten belaufen sich über den gesamten Zeitraum auf 1.340 Euro, davon betragen die Heizkosten bloß 200 Euro. Überraschend mögen weitere Kostentreiber sein: Für Reinigung fallen 1.400 Euro an und für die Instandsetzung 1.100 Euro. „Bei Reinigung und Instandsetzung zu sparen ist allerdings nicht die richtige Reaktion – denn der gute Eindruck ist entscheidend für den Erfolg eines Geschäfts und für das Wohlbefinden der Menschen. Sinnvoller ist, bereits im Vorfeld das Gebäude einfach reinigbar und leicht instandhaltbar zu planen“, erläutert DI Dr. Helmut Floegl.

Das macht es so wichtig, Gebäudebewertungen um das Konzept der Nachhaltigkeit zu erweitern und die Kosten über die gesamte Nutzungsdauer durchzurechnen, findet Mag. Karl Wurm, Obmann des Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen und Mitglied des Nachhaltigkeitsbeirats im Fachverband der Stein- und keramischen Industrie: „Unser Ziel ist langfristig bezahlbare Qualität für die Mieter. Die Ausgaben für die Errichtung sind nur ein Teil der Wahrheit, Kostenmodelle über den gesamten Lebenszyklus bringen mehr Transparenz – und unterstützen eine umfassende Betrachtungsweise der Nachhaltigkeit. Nachhaltiges Bauen ist effizient und langlebig, aber auch behaglich und sicher, leistbar und wertbeständig. Daher sind auch bei den Kriterien für die Wohnbauförderung klare Signale gefragt, um diese umfassende Nachhaltigkeit voranzutreiben.“

Langlebigkeit von Bauprodukten
Um den sozialen, ökonomischen und ökologischen Fußabdruck eines Gebäudes in die Immobilienbewerplanen tung zu integrieren, liefert die Forschungsinitiative „Nachhaltigkeit massiv“ des Fachverbands der Stein und keramischen Industrie konstruktive Beiträge. Zunächst geht es hier um eine umfassende Darstellung der Nachhaltigkeit auf Produktebene – mit der Langlebigkeit als zentrales Kriterium, denn die Lebensdauer eines Baustoffes beeinflusst sämtliche Faktoren der Nachhaltigkeit. Produkte müssen sich im Zuge der gesamten Nachhaltigkeits-Kette – von der Rohstoffgewinnung bis zum Recycling – bewähren.

Die Unternehmen der Stein- und keramischen Industrie treiben diese Neuorientierung bewusst voran. So beschäftigten sich im Zuge von „Nachhaltigkeit massiv“ mehrere Projekte mit der Lebensdauer von Bauprodukten. Die Forschungsinitiative zeigte etwa auf, wie durch die Abstimmung der Lebensdauer von Bauprodukten auf die Nutzungsdauer eines Gebäudes Ressourcen geschont und Lebenszykluskosten reduziert werden können. Außerdem wurde ein Alterungsmodell entwickelt: Damit lässt sich zum Beispiel die Lebensdauer der Schichtgruppen einer Stahlbetonwand in Abhängigkeit von den Einbaubedingungen abschätzen. Massive Baustoffe sind eine sinnvolle Investition für langfristigen Wohnwert, maximale Zweckmäßigkeit und eine sichere Wertanlage für Generationen.

Viele Gebäude wirken mit ihrer Form zwar zeitgemäß, können ihre Funktion jedoch nur beschränkt erfüllen: Sie verschwenden Energie und Ressourcen, verursachen einen hohen C02-Ausstoß und oder weisen ein schlechtes Raumklima auf. Sie sind daher aus ökonomischer, ökologischer oder sozialer Sicht wenig nachhaltig – dies schlägt sich oft in einer nicht zufriedenstellenden Nutz- und Betreibbarkeit nieder. Die Weichen dafür werden häufig bereits in der Planung gelegt: „Die ersten Skizzen des Architekten entscheiden über die spätere Qualität. Fehler bei einem Gebäudekonzept oder gar in der Städteplanung sind kaum zu beheben. Daher ist es entscheidend, bereits bei der Projekt-Entwicklung die Grundsätze der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen“, betont Ass.Prof. Dr. Karin Stieldorf von der TU Wien.

Kostenprognose für den gesamten Lebenszyklus
Interessante Fakten hierzu liefert etwa eine Lebenszyklus- Kostenprognose von „Nachhaltigkeit massiv“. Ein Bürogebäude mit 5.500 m2 Bruttogeschoßfläche wurde mit diesem Modell in zwei Varianten durchgerechnet. Dabei zeigte sich: Über den gesamten Lebenszyklus betrachtet waren die Kosten für die Variante mit massiver Fassade um 9,6% günstiger als die Stahlbauweise. Die massive Bauform brachte enorme Einsparungen bei Heizung und Klimatisierung sowie bei den gebäudetechnikbezogenen Stromkosten. Derartige Ergebnisse machen ein Umdenken im Planungsprozess erforderlich. Der Einsatz von Gebäudesimulationen und eine integrale Planung werden künftig unumgänglich sein.

Quelle: baumassiv.at

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