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"Plan B für die Liebe": "J.Lo" wieder schwanger

Ihren Traummann hat Zoe (Jennifer Lopez) trotz redlicher Bemühungen noch immer nicht gefunden, am Aussehen oder Mangel an Charme kann es kaum liegen. Die romantische Komödie "Plan B für die Liebe" des amerikanischen Regisseurs Alan Poul beweist wieder einmal, "frau" hat es nicht leicht in New York.
Der Trailer
Doch die Zeit drängt, und so entscheidet sich die Protagonistin mit Ende 30 für Familiengründung ohne Partner, also für eine künstliche Befruchtung durch einen unbekannten Samenspender.

Die Ironie des Schicksals will es, dass Zoe wenige Minuten nach dem Ereignis den scheinbar perfekten Mann (Alex O’Loughlin) trifft, auch wenn er im ersten Moment nicht danach aussieht, sondern nur nach einem extrem attraktiven Macho, der ihr im strömenden Regen das Taxi wegschnappen will. Aber es hat zwischen den beiden gefunkt. Damit beginnen die Probleme: was, wenn sie schwanger ist? Zoe hat fürchterliche Angst, “Mr. Perfect” die Wahrheit zu gestehen. Stan ist der Mann, nach dem sie sich ihr ganzes Leben lang gesehnt hat. Er ist sensibel, witzig, intelligent und vor allem: er bemüht sich rührend um sie. Von seinen Eltern hat er eine Farm geerbt, züchtet Ziegen und verkauft seinen biologisch einwandfreien Käse auf dem Markt.

Zoe hat bis vor kurzem viel Geld in der Finanzwelt verdient und genug zurückgelegt. Sie ist jetzt Besitzerin einer alternativen Tierhandlung, die sich engagiert gegen die Massenzucht von Hunden einsetzt. In jeder Phase propagiert der Film politische Korrektheit. Irgendwann muss die werdende Mutter ihren Zustand gestehen, drückt sich so umständlich aus, dass Stan erst glaubt, es handle sich um die Menopause. Nun ja, es ist eine Komödie und der Traummann manchmal etwas begriffsstutzig. Enttäuscht von Zoes mangelnder Ehrlichkeit, entscheidet er sich trotzdem für sie und das Kind. Nur als er hört, dass es Zwillinge werden, hält sich seine Begeisterung zunächst in Grenzen.

Das Filmthema hat es Jennifer Lopez wohl angetan. Inzwischen sind ihre eigenen Zwillinge, Emme und Max, schon zwei Jahre alt. Es ist Trend in Hollywood, Stars für Rollen zu besetzen, die einen Bezug zur realen Biografie der Akteure haben. So hatte auch “J.Lo” einiges an Ehen und Beziehungen hinter sich, bevor sie Marc Anthony, den Vater ihrer Kinder, heiratete. Ob sie mit der Wahl dieser Komödie gut beraten war, ist aber zweifelhaft. Die amerikanischen Filmkritiker waren in der Mehrzahl nicht begeistert, obwohl die meisten die Rückkehr von Jennifer Lopez begrüßten und ihr bescheinigten, sie sehe nach wie vor umwerfend aus.

Die männliche Hauptrolle gibt nicht viel her. Der Australier Alex O’Loughlin muss sich oft damit zufriedengeben, mit seinem gut trainierten Körper zu punkten. Die Schwäche dieses Films ist das Drehbuch. Autorin Kate Angelos Domäne sind TV-Serien wie “Will & Grace”, es ist ihr erster Spielfilm. Der Charme des Films ist seine Situationskomik, darin brilliert Jennifer Lopez. Sie hängt sich voll rein, ist witzig und hat keinerlei Bedenken, zu überziehen, was “Plan B für die Liebe” zugutekommt.

Alan Poul ist vor allem bekannt als Regisseur von Fernsehserien wie “Six Feet Under” oder “Swingtown”. Dies ist sein Spielfilmdebüt. Die Komik gerät manchmal etwas derb und verträgt sich wenig mit Romantik. Pouls heimlicher Star ist Nuts, der kleine Boston Terrier von Zoe. Er ist behindert, ein Rollstuhl ersetzt die Hinterbeine. Nuts verteidigt sein Revier gegen unliebsame Eindringlinge, zerkaut den Schwangerschaftstest und versucht, allen die Show zu stehlen. Die Frage zum Film lautet: möchte man über einen behinderten Hund lachen?

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