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Pistorius-Prozess - Chronologie des Dramas um die tödlichen Schüsse

Oscar Pistorius musste sich wegen der Tötung an seiner Freundin verantworten.
Oscar Pistorius musste sich wegen der Tötung an seiner Freundin verantworten. ©AP
In den frühen Stunden des Valentinstags am 14. Februar 2013 fielen in Pretoria die tödlichen Schüsse auf das Model Reeva Steenkamp. Abgefeuert wurden sie von ihrem Freund, dem Sprintstar Oscar Pistorius.

Seit der Tragödie spielt sich vor den Augen der Welt ein juristisches Drama ab, das nun – nach fast 19 Monaten – mit einem Urteil wegen fahrlässiger Tötung sein vorläufiges Ende fand. Das Strafmaß wird später verkündet.

Die wichtigsten Etappen des Falls:

2013

14. Februar: Steenkamps Leiche wird in Pistorius Wohnung gefunden. Der Sportler hatte die 29-Jährige durch die geschlossene Toilettentür mit vier Schüssen aus einer seiner Schusswaffen getötet. Er wird festgenommen.

15. Februar: Bei einem ersten Gerichtstermin, bei dem Pistorius Mord an seiner Freundin zur Last gelegt wird, bestreitet er den Mordvorwurf.

19. Februar: Pistorius macht geltend, er habe hinter der Toilettentür einen Einbrecher vermutet und “furchtbare Angst” gehabt.

20. Februar: Die Polizei teilt mit, dass in Pistorius’ Wohnung Spritzen und Testosteron als Doping-Substanz gefunden wurden. Das Kosmetikunternehmen Clarins setzt eine Werbekampagne mit dem unterhalb der Knie amputierten Ausnahmesportler aus.

21. Februar: Nike stoppt die Zusammenarbeit mit Pistorius.

22. Februar: Pistorius wird gegen eine Kaution von umgerechnet 75.000 Euro freigelassen.

28. März: Pistorius bekommt seinen Pass zurück und darf wieder ins Ausland reisen.

14. April: Presseberichte erscheinen, nach denen Pistorius am 6. April in zwei Lokalen in Johannesburg mit Freunden gefeiert hat.

13. August: Der Prozess wird für März 2014 angekündigt.

 

2014

25. Februar: Das Gericht entscheidet, dass im Saal gefilmt werden darf, aber nicht während der Aussage von Pistorius. Tonaufnahmen sind aber auch dann gestattet.

3. März: Zum Prozessauftakt sagt eine Zeugin aus, sie habe in der Tatnacht “schreckliche Schreie” einer Frau und Schüsse gehört.

10. und 13. März: Pistorius übergibt sich bei der Verlesung des Autopsieberichts und als auf dem Bildschirm im Gerichtssaal versehentlich eine Aufnahme von Steenkamps Leiche erscheint.

7. bis 15. April: Pistorius beginnt seine Aussage mit einer Entschuldigung bei Steenkamps Familie. Immer wieder bricht er im Kreuzverhör in Tränen aus und verwickelt sich auch in Widersprüche. Er bleibt aber dabei, dass er zwar geschossen hat, jedoch nicht wusste, dass sich Steenkamp in der Toilette aufhielt.

30. Juni: Nach sechswöchiger Unterbrechung, in der sich Pistorius psychiatrischen Untersuchungen unterziehen musste, erklären drei Psychiater und ein Psychologe übereinstimmend, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt voll schuldfähig war.

7. August: Staatsanwalt Gerrie Nel wirft Pistorius vor, seine Version der Tatnacht erfunden zu haben und diese nun mit immer neuen Lügen zu untermauern.

8. August: Die Anhörungen enden mit dem Schlussplädoyer der Verteidigung.

11. September: Richterin Thokozile Masipa spricht Pistorius von den Vorwürfen des Mordes und des Totschlages frei.

12. September: Pistorius wird wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässigen Waffengebrauchs in einem Fall schuldig gesprochen – das Strafmaß wird in drei bis vier Wochen festgesetzt. (APA)

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