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PISA-Studie: Gleiche Leistung - erstmals überdurchschnittlich

Mit praktisch keiner Veränderung der Leistungen hat Österreich bei der internationalen Bildungsvergleichsstudie PISA erstmals überdurchschnittliche Ergebnisse in Naturwissenschaften und Mathematik erzielt.
Jeder Dritte in "Risikogruppe"
PISA und PIRLS
Stichwort PISA-Studie
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Zu diesem Ergebnis kommt die OECD in ihrer am Dienstag präsentierten Auswertung für Österreich. „Sehr stark benachteiligt“ das österreichische Schulsystem laut OECD Jugendliche mit Migrationshintergrund. Die österreichischen PISA-Experten weisen darauf hin, dass fast jeder dritte Schüler zur Risikogruppe in einem der drei getesteten Kompetenzbereiche gehört, zehn Prozent bringen in allen drei Bereichen besonders geringe Leistungen.

Für Aufmerksamkeit in der österreichischen Schulreform-Diskussion wird der Befund der OECD sorgen, dass „Jugendliche in gegliederten Schulsystemen weder besser noch schlechter abschneiden als Jugendliche in Systemen mit nur einem Schultyp.“ Allerdings spiele „das Elternhaus beim Schulerfolg eine größere Rolle, je früher die Kinder auf verschiedene Schultypen verteilt werden“.

Im Bereich Naturwissenschaften, dem Schwerpunkt von PISA 2006, erzielten die österreichischen Schüler durchschnittlich 511 Punkte. Sie liegen um elf Punkte – und damit erstmals signifikant – über dem OECD-Schnitt (500). Innerhalb der 30 OECD-Länder bedeutet das Rang 12, berücksichtigt man die statistische Unsicherheit, rangiert Österreich zwischen Rang 8 und 15.

Ein direkter Vergleich mit den Naturwissenschafts-Ergebnissen der PISA-Studien 2000 und 2003 ist aufgrund des erstmaligen Schwerpunkts in diesem Bereich nicht möglich. Laut OECD bedeutet das bessere Ergebnis in diesem Bereich allerdings „keinen Leistungszuwachs“, sondern ist durch die Erweiterung und Modernisierung des Erhebungskonzepts verursacht. Vergleicht man die 22 Fragen, die die Schüler 2003 und 2006 beantworten mussten, zeigten sich in der aktuellen Studie keine besseren Ergebnisse, heißt es seitens der OECD.

Auch im Bereich Mathematik liegen die Ergebnisse der Österreicher mit 505 Punkten erstmals statistisch signifikant über dem OECD-Schnitt (498). Das bedeutet Rang 13 unter den 30 OECD-Ländern, bzw. die Bandbreite von Rang 10 bis 16 bei Berücksichtigung der statistischen Unsicherheit. Gegenüber 2003 (506 Punkte) bedeutet dies keine Veränderung.

Weiterhin im OECD-Schnitt (492 Punkte) liegt Österreich mit 490 Punkten im Bereich Lesen. Unter den OECD-Ländern bedeutet dies Platz 16 bzw. wegen des statistischen Fehlers die Bandbreite von Rang 12 bis 20. Gegenüber den PISA-Studien 2000 (492 Punkte) und 2003 (491) ist die Leseleistung der österreichischen Schüler damit unverändert geblieben.

Die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) durchgeführte Studie PISA (Programme for International Student Assessment) ist der größte internationale Schüler-Leistungstest. Für die aktuelle Ausgabe wurden im Jahr 2006 in 57 Ländern (davon 30 OECD-Staaten) Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten von 15- bis 16-jährigen Schülern des Altersjahrgangs 1990 in den Bereichen Lesen, Mathematik und dem aktuellen Schwerpunkt Naturwissenschaften getestet. In Österreich wurde dafür eine Zufallsstichprobe von 4.927 Jugendlichen in 199 Schulen untersucht.

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