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Phantom-Jets eskortierten Boeing nach Hamburg

Es war ein Szenario wie in einem Katastrophenfilm, das die 75 Passagiere eines estnischen Flugzeugs erlebten: Unmittelbar neben ihrer Maschine tauchten plötzlich zwei bedrohlich aussehende Kampfjets auf.

Kurz vorher informierte der Pilot der Boeing 737- 300 seine Fluggäste darüber, dass er Probleme mit seinem Navigationsgerät habe. Doch am Ende konnten die Passagiere erleichtert aufatmen: Die beiden Jagdflieger der Luftwaffe vom Typ „F-4F Phantom II“ eskortierten das Flugzeug zum Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel, wo es sicher notlandete.

Es ist 18.11 Uhr am Dienstag, als die Maschine der Fluggesellschaft Estonian Air mit Ziel Tallinn in London startet. Doch knapp zwei Stunden später schlägt der Pilot von Flug Nummer OV 102 Alarm: Ein Computerfehler hat das Navigationssystem teilweise außer Gefecht gesetzt, eine exakte Orientierung ist nicht mehr möglich. Die Crew bittet die Passagiere Ruhe zu bewahren. Der Pilot verlangsamt die Geschwindigkeit und fliegt eine Schleife zwischen der Nordseeinsel Helgoland und Hamburg.

„Die anderen Bordinstrumente funktionierten normal, und es bestand die ganze Zeit Funkkontakt zum Boden“, sagt Estonian Air-Sprecherin Ilona Eskelinen am Donnerstag. Die Flugsicherung habe daraufhin die Kampfjets angefordert, um der Boeing den Weg zu weisen. „Das ist ein völlig normales Verfahren“, betont der Sprecher der Flugsicherung Nord in Bremen, Karl Geßner. Es biete sich in solchen Situationen einfach an, auf die schnellen Flieger des Militärs zurückzugreifen.

Die Luftwaffe hat für unterschiedliche Notfälle zwei Jagdverbände rund um die Uhr in Bereitschaft. „Vorgabe der NATO ist es, dann innerhalb von 15 Minuten zu starten“, erläutert Sprecher Oberstleutnant Hartmut Beilmann. So soll die Sicherheit des Luftraums gewährleistet werden. Etwa 20 bis 30 Mal pro Jahr würden die Jagdflieger angefordert. „Meistens geht es darum, dass der Pilot den Funkkontakt verloren hat“, sagt Beilmann. Dann nehmen die Phantom- Piloten mit internationalen Zeichen Kontakt zu ihm auf – etwa per Hand oder „Flügelwackeln“.

Am Dienstagabend wird die Alarmrotte des Jagdgeschwaders 71 Richthofen im ostfriesischen Wittmund um 20.36 Uhr benachrichtigt. Elf Minuten später sind zwei Phantom-Maschinen in der Luft, bereits um 20.53 Uhr besteht Sichtkontakt zur Estonian Air-Boeing, berichtet Beilmann. „Die Passagiere waren sehr ruhig, aber als die Kampfjets kamen, entstand doch etwas Unruhe an Bord“, sagt Eskelinen. Es sei aber keine Panik ausgebrochen. Um 21.25 Uhr schließlich landet das Flugzeug in Hamburg, die Phantom-Jäger drehen kurz vorher ab.

„Das war eine ungewöhnliche Situation, die es bei uns bisher noch nicht gegeben hat“, erzählt Flughafen-Sprecherin Stefanie Harder. Beim Flughafen seien rund 100 Anrufe besorgter oder verärgerter Bürger eingegangen. „Die meisten haben sich über den Lärm beschwert und sich gewundert, dass um die Uhrzeit noch Militärjets über der Stadt flogen.“ Die Boeing sei dann „ohne Probleme und ganz normal“ gelandet. Die Passagiere verbrachten die Nacht in Hotels in der Hansestadt und flogen am nächsten Tag mit einer anderen Maschine weiter nach Tallinn. Die Ursache für den Computerfehler ist noch unbekannt.

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