Pfarrer von St. Gallenkrich ruft zum "Gehorsam" auf

St. Gallenkirch - Am Donnerstag sorgte der Pfarrer von St. Gallenkirch, Gortiphol und Gargellen, Eberhard Amann, mit einer Anzeige für Aufregung.
Die Anzeige von Eberhard Amann

Amann reagierte damit auf die Debatten um die Pfarrer-Initiative “Aufruf zum Ungehorsam”. In seiner Anzeige sprach er sensible Themen – wie die Frage der Frauen im Priesteramt oder die unauflösliche Einehe – an. VOL.at sprach mit Amann und ließ sich einige Aussagen nochmal von ihm erläutern.

Geschiedene oder Wiederverheiratete sind Sünder

Für Amann ist klar, nur wer ohne subjektive schwere Sünde ist, darf die Eucharistie empfangen. „Subjektive schwere Sünden sind Hass, Feindschaft, Neid oder auch der Ehebruch. Objektive Sünder sind etwa Geschiedene oder Wiederverheiratete,“ erklärt Amann. Hier stehe die Kirche vor einem unlösbaren Problem. „Man sollte dem Erbarmen Gottes Spielraum lassen, doch kann die Kirche nicht jeden einzelnen Fall der genannten objektiven Sünden einzeln betrachten und beurteilen,“ meint Amann und behauptet von sich selber, „auch ich entscheide von Fall zu Fall wem ich noch an der Eucharistie teilhaben lasse oder verweigere.“

Es gibt nur eine Wahrheit

Alle Menschen guten Willen ist der Beistand des Heiligen Geistes sicher. „Die Römisch-Katholische Kirche ist die einzige Wahrheit aber natürlich sind bei anderen Religionen auch schöne und gute Wahrheiten zu finden“, provoziert Amann. Menschen guten Willens sind für ihn Menschen, die sich für die einzige Wahrheit interessieren.

Frauen und Priesteramt

Ein Thema das die Kirche und die Menschen, gläubige wie nicht gläubige, immer wieder zu Diskussionen anregt. Für Amann gibt es da aber nichts zu diskutieren: „ In der Bibel sind nur Apostel, also Männer, Teil der Eucharistie mit Jesus bzw. stehen keine Beispiele mit und von Frauen geschrieben“. Amann beschwichtigt zwar, dass es reine Interpretationssache ist aber die Kirche habe es so verstanden und so festgeschrieben. Die Rolle der Frau ist für den Pfarrer klar untergeordnet zu verstehen: „Frauen waren sicher auch wichtig, aber nur einfache Jüngerinnen und Gefolge von Jesus. Da liegt eine gewisse Abstufung gegenüber den männlichen Aposteln vor. Aber natürlich möchte ich die Rolle von Maria Magdalena, als Verkünderin der Auferstehung Jesu, nicht unerwähnt lassen.“

Zölibat ist freiwillig

Priester und das Zölibat. Schon lange kein Geheimnis mehr ist, dass es Priester gibt die Frauen und Kinder haben, auch wenn sie nicht mit den Frauen verheiratet sind. Die Ehelosigkeit spielt für Pfarrer Amann eine wichtige Rolle bei der Ausübung seines Amtes und bringt es, seiner Meinung nach, auf den Punkt wenn er sagt: „Ein Arzt muss auch keinen Krebs haben um Krebspatienten behandeln zu können.“ Doch auch hier muss Amann zugeben, dass die Bibel hier viel Interpretationsfreiraum zulässt, ist aber davon überzeugt, dass die Doppelbelastung, Priester einer ganzen oder gar mehreren Gemeinden und gleichzeitig Familienvater zu sein, zu groß wäre. „Priester entscheiden sich freiwillig für das Zölibat wenn sie den Dienst für eine Pfarrgemeinde eingehen,“ meint Amann abschließend.

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