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Peter Pacult neuer Rapid-Trainer

Peter Pacult tritt die Nachfolge von Georg Zellhofer als Trainer des österreichischen Fußball-Rekordmeisters SK Rapid Wien an. Der 46-Jährige war zuletzt beim deutschen Regionalligisten Dynamo Dresden engagiert.

Die Hütteldorfer einigten sich am Montag nach einer Präsidiumssitzung auf einen Vertrag bis 30. Juni 2008. Der neue Coach wird am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz (13:00 Uhr) im Hanappi-Stadion offiziell präsentiert und leitet unmittelbar danach sein erstes Training mit den Grün-Weißen.

Auf den Wiener wartet viel Arbeit, hat Rapid als Tabellen-Siebenter nach sieben Runden doch erst sieben Punkte auf dem Konto – in Anbetracht der Ansprüche des Rekordmeisters viel zu wenig. Sein Kontrakt in Deutschland wäre noch bis Juni 2007 gelaufen, über die Modalitäten der Auflösung wurde Stillschweigen vereinbart. „Ich gehe mit einer großen Träne. Jeder, der mich jetzt verurteilt, sollte die Umstände kennen. Es hat nicht nur mit Rapid zu tun, sondern auch mit familiären Gründen“, warb Pacult im ORF-Kurzsport um Verständnis bei den Dresden-Fans.

Sein Abgang aus der ostdeutschen Stadt war mit zähen Verhandlungen verbunden, wie auch Klub-Boss Rudolf Edlinger bestätigte. „Wir haben uns heute für Peter Pacult entschieden und ich möchte betonen, dass die sehr komplexen Auflösungsmodalitäten ohne die aktive Mithilfe von Peter Pacult nicht möglich gewesen wären“, erklärte Edlinger.

„Ich hoffe, dass wir mit Pacult einen Trainer verpflichtet haben, der die Mannschaft konsolidiert und innerhalb kurzer Zeit wieder zu jenen Resultaten führt, die wir uns wünschen“, ergänzte der ehemalige Finanzminister. Letztlich hätte unter anderem die Auslandserfahrung (Pacult war von 2001 bis 2003 1860-München-Trainer in der deutschen Bundesliga) für den Wiener gesprochen. „Und er ist offenbar ein Trainer, der eine Mannschaft gut motivieren kann“, vermutete Edlinger.

Auch Sportdirektor Peter Schöttel freute sich über das Engagement des neuen Betreuers. „Ich bin sehr zufrieden, dass es mit der Verpflichtung von Peter Pacult heute geklappt hat. So einfach wie es nämlich heute Nachmittag bereits vermeldet wurde, war es nicht. Ich bin davon überzeugt, dass Pacult zum jetzigen Zeitpunkt die beste Lösung ist, um den Verein in dieser schwierigen Situation wieder in die Erfolgsspur zurückzuführen.“

Rapid-Kapitän Helge Payer erfuhr im Teamcamp in Nyon von seinem neuen Coach. „Gratulation an Rapid!“, lautete seine erste Reaktion, ansonsten wollte er sich nicht näher zu Pacult äußern. Ähnliches gilt auch für Rapids Teamverteidiger Martin Hiden, für den Pacult bereits der 20. Chef-Trainer seiner Karriere ist. „Er war ja schon ein Kandidat, bevor Zellhofer gekommen ist, und nach den letzten Spekulationen war zu erwarten, dass er es wird.“

Der Vor-Vorgänger von Pacult bei Rapid und nunmehrige ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger geht von einer guten Zusammenarbeit mit dem 46-Jährigen aus, „so wie es auch mit Zellhofer der Fall war.“

Als Spieler feierte Pacult seine größten Erfolge beim FC Tirol unter Trainer Ernst Happel, mit dem er zweimal Meister (1989, 1990) und einmal Cupsieger (1989) wurde. Von 1984 bis 1986 war der Wiener bei Rapid engagiert. Mit den Hütteldorfern holte er 1985 den Cupsieg und stieß im gleichen Jahr bis ins Europacup-Finale des Cupsieger-Bewerbs (1:3 gegen Everton) vor, wobei er daran maßgeblichen Anteil hatte: Im Zweitrunden-Wiederholungsspiel in Manchester erzielte Pacult gegen Celtic Glasgow das entscheidende 1:0 für die Grün-Weißen, denen er damit den Weg bis ins Endspiel ebnete.

Seine aktive Karriere beendete der 24-fache ÖFB-Teamstürmer (1 Tor) 1996 bei der Wiener Austria, danach ging er als Co-Trainer zum TSV 1860 München, den er als Spieler 1994 zurück in die Bundesliga geschossen hatte. Von 2001 bis 2003 war er Chef-Coach der „Löwen“, ehe er in der Saison 2004/05 relativ erfolglos den FC Kärnten betreute. Dafür stellte er seine Qualitäten ab Dezember 2005 bei Dynamo Dresden wieder unter Beweis: Mit den zum damaligen Zeitpunkt abgeschlagenen Ostdeutschen verpasste er nur knapp den Klassenerhalt in der 2. Liga, derzeit stehen die Dresdner nach sechs Runden auf Platz eins der Regionalliga Nord.

Die Suche nach einem neuen Trainer ist damit acht Tage nach der Entlassung des glücklosen Zellhofer beendet. Zunächst war auch „Jahrhundert-Rapidler“ Hans Krankl als Anwärter gehandelt worden, der Ex-Teamchef wollte allerdings nur als mit zahlreichen Kompetenzen ausgestatteter Sportchef zu seinem Stammklub zurückkehren, was vom Präsidium abgelehnt wurde. Ebenfalls kolportierte Kandidaten waren unter anderem Heribert Weber und Dejan Savicevic.

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