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Personenschutz für Sharon

Vor der Abstimmung über den geplanten Rückzug aus dem Gazastreifen hat der israelische Geheimdienst den Personenschutz für Ministerpräsident Ariel Sharon weiter verstärkt.

Auch die Sicherheitsvorkehrungen für die Knesseth wurden erhöht, wie Shin-Bet-Offiziere am Mittwoch mitteilten.

Im Countdown vor der Abstimmung am kommenden Dienstag wird das politische Klima in Israel immer explosiver. Gegner des Rückzugsplans haben Sharon als Diktator bezeichnet, der die Sicherheit Israels aufs Spiel setze. Prominente Rabbiner riefen die Soldaten auf, sich Befehlen zum Rückzug zu widersetzen. Jüdische Siedler wollen während der Abstimmung mit einer Massenkundgebung vor dem Parlament gegen die Räumung des Gazastreifens demonstrieren. Es wird erwartet, dass die Regierung mit Hilfe der oppositionellen Arbeitspartei (Avoda) eine Mehrheit für ihren Plan bekommen wird.

Sharon wird der Knesseth seinen Plan am Montag vorstellen. Nach der Abstimmung am Dienstag wird die Vorlage in einem Ausschuss behandelt, ehe in den kommenden Monaten die Entscheidung in der zweiten und dritten Lesung fällt. Der Abzug soll nach dem Willen Sharons im August nächsten Jahres mit einer zunächst noch freiwilligen Rückkehr von Bewohnern der 21 jüdischen Siedlungen im Gazastreifen beginnen.

In der Nähe des palästinensischen Flüchtlingslagers Rafah im südlichen Gazastreifen wurden am Mittwoch zwei Palästinenser erschossen. Im einen Fall wurde ein Mann nach Angaben seiner Familie von einem Querschläger tödlich getroffen. Im zweiten Fall erschossen Soldaten einen Angehörigen der militanten Organisation Islamischer Dschihad beim Versuch eines Angriffs auf einen Armeeposten, wie die Streitkräfte mitteilten. Am Dienstagabend wurde ein israelischer Soldat bei einem Überfall auf eine Kaserne im Westjordanland erschossen. Zu dem Angriff bekannten sich die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden. Der Soldat war nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP der 1.000 Israeli, der seit Beginn des jüngsten Aufstands Ende September 2000 getötet wurde. In der gleichen Zeit kamen 3.265 Palästinenser ums Leben.

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