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Per Millionen-Belohnung gesuchter Drogenboss in Mexiko gefasst

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Im Kampf gegen Drogenbanden haben die mexikanischen Behörden einen weiteren wichtigen Drogen-Boss gefasst: Mit Vicente Carrillo Leyva ging der Bundesstaatsanwaltschaft ein Anführer des mächtigen Juarez-Kartells ins Netz. Bilder der Festnahme  | Erneut 16 Tote im mexikanischen Drogenkrieg

Auf die Festnahme des Mannes war eine Belohnung von rund 1,5 Millionen Euro (zwei Millionen Dollar) ausgesetzt, wie die Behörde am Donnerstag in Mexiko-Stadt mitteilte.

Der 46-jährige Carrillo Leyva hatte den Ermittlungen zufolge unter falschem Namen in der mexikanischen Hauptstadt gelebt und sich als Geschäftsmann ausgegeben. Er wurde laut Polizei beim Sport in der Nähe seiner Wohnung gefasst. Erst Mitte März war einer der Anführer des mit dem Juarez-Kartells konkurrierenden Sinaloa-Kartells festgenommen worden.

Im Norden Mexikos tobt ein Krieg zwischen verfeindeten Drogenkartellen um die Vorherrschaft über den illegalen Rauschgiftschmuggel in die USA. Seit Jänner 2008 wurden dabei 6.400 Menschen ermordet. Erst am Mittwoch (Ortszeit) teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit, dass erneut mindestens 16 Menschen dem Krieg der Drogenbanden zum Opfer gefallen seien. Im Bundesstaat Chihuahua, der an die USA angrenzt, seien sechs Männer mit Kopfschüssen und gefesselten Händen in einem abgelegenen Gebiet aufgefunden worden. Die Polizei habe am Tatort Dutzende Patronenhülsen gefunden.

In der Grenzstadt Ciudad Juarez seien ebenfalls zwei Männer erschossen aufgefunden worden. Beide hätten mehr als 35 Treffer aufgewiesen. Zwei weitere Leichen wurden in benachbarten Städten entdeckt. In dem Bundesstaat Michoacan, westlich von Mexiko-Stadt, wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft sechs Leichen gefunden, darunter die einer Frau und die eines Polizisten, der am Montag entführt worden war.

Der US-Senat stimmte am Mittwoch (Ortszeit) für ein Gesetz, das zusätzliche Mittel in Höhe von 550 Millionen Dollar (411 Mio. Euro) für die Sicherung der Grenze nach Mexiko vorsieht. Unter anderem sollen damit Geldwäsche und der Waffenschmuggel nach Mexiko stärker unterbunden werden. Der unabhängige Senator Joseph Lieberman, der das Gesetz zusammen mit der republikanischen Abgeordneten Susan Collins eingebracht hatte, sagte, die mexikanischen Drogenkartelle stellten eine schwer einschätzbare Gefahr für die Sicherheit der USA dar. Die mexikanische Regierung startete Ende 2006 eine Offensive gegen die Drogenbanden, an der mehr als 36.000 Polizisten und Soldaten beteiligt sind.

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