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Parmalat-Skandal

Für die mit der Untersuchung um die Parmalat-Insolvenz beauftragten Staatsanwälten hat eine entscheidende Woche begonnen.

Das Mailänder Gericht überprüft den Antrag auf Hausarrest, den der Ex-Finanzdirektor des insolventen Lebensmittelkonzerns, Luciano Del Soldato, eingereicht hat. Geplant ist am Montag außerdem eine weitere Vernehmung von Firmengründer Calisto Tanzi und seiner ehemaligen „rechten Hand“, Fausto Tonna, der als Ex-Finanzchef des Konzerns der Drahtzieher in der internationalen Affäre gilt.

Tonna hatte am Wochenende erneut seinen Ex-Chef Tanzi schwer belastet. Der Ex-Finanzchef hatte berichtet, dass der Firmengründer Preisnachlässe für Großbestellungen beim schwedischen Verpackungshersteller Tetrapak nicht in die Unternehmenskassen, sondern direkt auf seine persönlichen Konten gutgeschrieben habe, sagte Tonna. Diese Summen im Wert von Dutzenden Millionen Euro seien zum Teil auch auf Konten von Tanzis Vertrauensmännern geflossen. Tetrapak berichtete daraufhin, eine interne Untersuchung über Tonnas Aussagen einleiten zu wollen. Der schwedische Konzern garantierte den Ermittlern seine volle Kooperation bei der Untersuchung.

Die Ermittler planen weitere Einvernahmen. Erstmals seit Beginn der Untersuchung wollen die Staatsanwälte die Tochter Tanzis Francesca vernehmen. Sie steht an der Spitze der Parmalat-Tourismusfirma Parmatour, deren hohe Verschuldung Auslöser des Skandals gewesen war. Im Laufe dieser Woche wird der mit der Parmalat-Sanierung beauftragte Sonderkommissar Enrico Bondi für Parmatour die Insolvenz beantragen.

Geplant ist außerdem die Vernehmung von Bankiers großer italienischer Geldhäuser, wie der Präsident der römischen Bank Capitalia, Cesare Geronzi, die zu den größten Gläubigerbanken Parmalats zählt. Bis vor einem Monat war Tanzi im Aufsichtsrat der Bank gesessen, die wegen der Verbindungen zum Parmalat-Management stark unter Druck geraten ist. Voraussichtlich soll auch der Präsident der größten italienischen Bank, Corrado Passera, vernommen werden.

Am Montagnachmittag trifft Bondi mit dem italienischen Landwirtschaftsminister Gianni Alemanno zusammen. Der Top Manager wird dem Minister über die finanzielle Lage des Konzerns berichten. Zur Finanzlage der Parmalat-Gruppe hat die von Bondi beauftragte Buchprüfungsgesellschaft Price Waterhouse inzwischen einen ersten Bericht vorgelegt, in dem Indiskretionen zufolge von 10 Mrd. Euro Schulden die Rede sein soll. Bondi hatte versprochen, bis Ende Jänner seinen Sanierungsplan für den Lebensmittelkonzern vorzustellen. Bis dahin jedoch dürfte er nicht mehr als eine reine Auflistung der Aktiva und Passiva des insolventen Konzerns in den Händen haben.

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